Bundesliga

Bremen befreit, Bielefeld stockt: Konkurrenz kann durchatmen

Kevin Möhwald
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Machte im Spiel gegen Bielefeld den Deckel drauf: Bremens Kevin Möhwald jubelt über sein 2:0.

Gute Nachricht für Mainz, Berlin, Köln, Augsburg und sogar Schalke. Arminia Bielefeld kommt im Abstiegskampf nicht voran. Nach der Bremer Quasi-Rettung verdichtet sich das Keller-Feld.

Bielefeld (dpa) - Obwohl sie sich gerade erst gesehen haben, wollte Arminia-Trainer Frank Kramer seinen Kollegen Florian Kohfeldt noch anrufen.

Denn Tipps für den Abstiegskampf hatte sich der neue Coach der Ostwestfalen vom Werder-Trainer in einem Gespräch auf dem zerfurchten Rasen der Bielefelder Alm nach dem Nachholspiel gegen die Hanseaten nicht geholt. «Die Bremer haben das letztes Jahr durchgestanden. Das ist unsere Aufgabe dieses Jahr», sagte Kramer.

Werders 2:0 (0:0) im Bundesliga-Nachholspiel bedeutet, dass die Norddeutschen so gut wie gerettet sind. Arminia kommt hingegen auch mit dem neuen Trainer nicht vom Fleck, was die Chancen von Mainz, Berlin, Köln, Augsburg und sogar Schalke im Abstiegskampf verbessert.

Denn nach der Quasi-Rettung der Bremer, die im vergangenen Jahr in die Relegation mussten, liegt Tabellen-Schlusslicht Schalke bei noch zehn Spielen weiter neun Punkte hinter der Arminia. Die Ostwestfalen verharren seit Wochen auf Relegationsrang 16 und haben 19 Punkte. Mainz auf Platz 17 hat nur einen Zähler weniger als Bielefeld, das schon seit sieben Partien sieglos und seit vier Spielen ohne Treffer ist. Hertha BSC (21 Punkte), der 1. FC Köln (22) und der FC Augsburg (26) hängen dicht vor der Abstiegszone, zu der die Bremer nun elf Punkte Abstand geschaffen haben.

Die Konstellation dürfte die Kabinen der Keller-Teams stark beschäftigen, auch wenn beispielsweise Kölns Trainer Markus Gisdol seine Spieler jüngst davor warnte. «Wir dürfen uns nicht zu sehr treiben lassen», sagte er. «Wenn ich vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern würde, dass der eine oder andere keine Punkte holt, würde mich das Energie kosten.» Ähnlich professionell äußerte sich Schalke-Coach Dimitrios Grammozis am Donnerstag: Seine Devise sei es, sich nur mit Dingen zu beschäftigen, die man beeinflussen könne. «Wir müssen einfach schauen, uns so gut wie möglich auf das nächste Spiel vorzubereiten.»

Für den neuen Bielefelder Coach Kramer ist die Lage indes ziemlich undankbar. Weiterhin sind viele Fans auf die Clubführung sauer, dass der Aufstiegstrainer Uwe Neuhaus überhaupt gehen musste. Und nach Kramers Installation in der Vorwoche, dem 0:0 gegen Union Berlin und der unglücklichen Pleite gegen Bremen droht ihm jetzt ein Start mit mindestens vier sieglosen Spielen in Serie. Als nächstes stehen Duelle mit den Topteams aus Leverkusen und Leipzig an, in denen für Bielefeld kaum etwas zu holen sein wird.

Kramers fünftes Spiel könnte für die Arminia schon richtungsweisend sein, da dann Anfang April ein Keller-Showdown mit Mainz ansteht. Zuversicht konnte der frühere DFB-Jugendtrainer immerhin aus der guten Leistung gegen die Bremer ziehen, die das schwächere, aber effizientere Team waren. «Wir müssen das Ergebnis so stellen, wie das Spiel war. Dazu brauchen wir den Biss vor dem Tor und den Punch», sagte der 48-Jährige und versicherte: «Wir lassen uns nicht unterkriegen.» Tipps für Abstiegskampf-Floskeln braucht der Trainer also nicht mehr.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-772210/5

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