So hat er die Situation erlebt

Irre Reise im ICE: Frankfurt-Fans verschmähen Daum - doch eine Sache überrascht ihn besonders

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Christoph Daum wurde im Zug von einer Gruppe Fans überrumpelt.

Einige Anhänger von Eintracht Frankfurt haben am Samstag in einem ICE Christoph Daum verschmäht. Eine Sache überrascht den früheren Trainer besonders.

  • Christoph Daum wurde in einem ICE von Fußballfans mit einem Lied veräppelt.
  • Die Anhänger von Eintracht Frankfurt sangen und hüpften im Zug.
  • Der 66-Jährige reagierte aber komplett souverän.

Update vom 5. Februar: Die Zugfahrt von Hamburg nach Köln hätte für Trainer-Legende Christoph Daum wohl kurioser kaum verlaufen können. In Düsseldorf stiegen Fans von Eintracht Frankfurt in den ICE, erkannten Daum sofort und stimmten Schmäh-Gesänge an. Dank mehrerer Videos ging die Geschichte natürlich viral. Daum selbst äußerte sich nun über seinen Instagram-Account und zeigte sich erstaunt über das große öffentliche Interesse an dem Vorfall. 

„Es war für mich überraschend, welche öffentliche Aufmerksamkeit durch dieses Video erzeugt wurde“, schreibt er unter einem Screenshot des besagten Videos. Auf dem kurzen Clip ist der frühere Bundesliga-Trainer zu sehen, wie er - umringt von Eintracht-Fans - in einem ICE-Abteil sitzt. Die Frankfurt-Anhänger singen: „Christoph Daum ist wieder da und in Frankfurt kauft er Koka.“ 
Zu dem Lied schreibt Daum bei Instagram weiter: „Den gesungen Text fand ich nicht gelungen, aber einige Frankfurter haben sich dafür entschuldigt.“ Die Gespräche und Selfies hätten alle gut gefunden, das habe zur Beruhigung der Situation beigetragen. „Begeisterung ja, Randale nein. Nochmals Dank an die Polizei und alle friedlichen Frankfurter Fans“, betont der 66-Jährige. 

Grund zum Feiern hatten die Eintracht-Fans nun auch nach dem 3:1-Sieg ihrer Mannschaft gegen RB Leipzig. Damit stehen die „Adler“ - anders als der BVB* - im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Christoph Daums irre Reise im ICE: Frankfurt-Fans grölen - einer wollte ihm ganz nahe sein

Update vom 4. Februar: Mit so einer Begegnung hatte der ehemalige Bundesliga-Trainer Christoph Daum sicher nicht gerechnet, als er in Hamburg in einen ICE eingestiegen war. Die Reise ging nach Köln, in Düsseldorf stiegen dann Fans von Eintracht Frankfurt zu.

Und natürlich haben sie Daum, einst Trainer der SGE, gleich erkannt. Schnell stimmten sie ein Liedchen an, das nicht unbedingt mit Komplimenten gespickt war. Der 66-Jährige reagierte aber total souverän. Im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er nun, dass man schnell über Fußball und die Eintracht gesprochen habe. „Ich komme ja aus dem Fußball und kann damit umgehen. Für die Mitreisenden war das schlimmer als für mich“, meinte Daum. „Nach 15 Minuten hat sich die Situation dann merklich entspannt. Dass Fans da keine Kirchenlieder anstimmen, das ist ja klar. Ich stehe da drüber.“

Christoph Daum: Frankfurt-Fans entdecken ihn im ICE - dann beginnt der Wahnsinn

Daum blieb auch komplett entspannt, als sich auch noch einer der Fans auf seinen Schoß setzen wollte. Seiner Ehefrau Angelika wurde laut Kölner Stadt-Anzeiger sogar ein Wodka angeboten - „den habe ich dankend abgelehnt“, meinte sie mit einem Schmunzeln. 

Die Frankfurter Fans sind schon am Dienstagabend wieder im Einsatz - es geht gegen RB Leipzig. Topstürmer Timo Werner ist weiterhin ein Thema beim FC Bayern. Jetzt sprach der Nationalspieler selbst über die derzeitige Situation

Christoph Daum: ICE-Trip wird zur Tortur - Fans mit fiesem Schmähgesang

Erstmeldung vom 3. Februar: Frankfurt - Christoph Daum sitzt nichtsahnend mit seiner Frau in einem ICE, als sie von einer Gruppe Fans entdeckt werden. Die Frankfurt-Anhänger sind vollkommen außer sich und geben ihrem ehemaligen Coach direkt ein Ständchen.

Christoph Daum mit Song veräppelt: „In Frankfurt holt er Koka“

Dass das nicht gerade schmeichelhaft ausfiel, sondern den 66-Jährigen vielmehr für seine Kokain-Affäre auf Korn nahm, geschenkt. „Christoph Daum ist wieder da und in Frankfurt kauft er Koka“, sangen sie auf die Melodie des Pop-Klassikers „Tom‘s Diner“ von Suzanne Vega.

Christoph Daum schildert Situation bei Zug-Video: „Wie auf hoher See“

Vielmehr beunruhigte ihn aber das Verhalten der Männer. „Ich wurde teils in die Scheibe gedrückt“, beschreibt er der deutschen Presse-Agentur die Szenerie, „es war so eng und ich dachte, hoffentlich fliegt der Waggon jetzt nicht von den Schienen. Das war wie auf hoher See.“ Aber alles endete friedlich und ohne Schäden, was bei den SGE-Fans nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist

Zug-Videos von Christoph Daum stoßen im Netz auf Unverständnis

Zwei Videos sind von dem unverhofften Aufeinandertreffen entstanden. Eines, aufgenommen im ICE, zeigt den sichtlich nervösen Christoph Daum inmitten der grölenden und wild hüpfenden Fußballfans. Ein anderes wurde vom Bahnsteig gefilmt und lässt erkennen, wie sehr der Zug unter dem Gewicht der „Gesangsgruppe“ in die Knie geht. 

In den Kommentaren unter dem auf Youtube hochgeladenen Zusammenschnitt herrscht eine Meinung deutlich vor: So geht man nicht mit Christoph Daum um. „Blödmänner. In der Gruppe immer stark und große Fresse“, urteilt einer. „Feige Bande!“, schimpft ein anderer. Und auch die „Kameramänner“ im Video ahnen schon, dass der Ex-Coach keine große Freude an der Einlage findet. 

Im Vergleich zu Niko Kovac kann sich Daum dabei aber beinahe glücklich schätzen. Man denke nur an den widerlichen Abschied, den die Frankfurter Ultras ihrem einstigen Pokalhelden damals bereiteten.

Video: Christoph Daum mit Sprüchefeuerwerk im SPORT1 Doppelpass

Fans grölen und hüpfen um Christoph Daum - er versucht sie zu beruhigen

Daum sah sich sogar zum Handeln gezwungen, damit weder Zug noch Fans entgleisen. „Der Wagen wackelte, aber ich habe dann durch Gespräche und Selfies, die ich mit denen gemacht habe, die Situation etwas beruhigen können“, erläutert er. 

Polizei eilt Christoph Daum zur Hilfe: Bundesliga-Ikone bedankt sich bei Beamten

Mit der Bahn wolle er übrigens weiterhin fahren, auch wegen des Einsatzes der Polizei, bei der er sich öffentlich bedankt. „Ich kann der Polizei nur ein Riesenkompliment machen“, schwärmt Daum, „die Polizeiarbeit wird im Fußball immer so ein bisschen wie eine Selbstverständlichkeit abgetan. Aber wenn du mal mitten in so einer Menschenmasse feststeckt, dann lernst du es ganz anders zu schätzen.“

Auch für Julian Nagelsmann wurde nun das Festsitzen in einem Raum voller Menschen zur Tortur. Dafür konnten die Anwesenden bei der PK vor dem DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt nichts. Ein unerträglicher Gestank verpestete die Luft im Medienraum der Leipziger.  

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