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DFB-Rücktritte: Neben Müller gibt es nur einen weiteren Nationalspieler, der abdanken könnte

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Von: Antonio José Riether

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Nach dem zweiten WM-Aus in der Vorrunde in Folge deutete Thomas Müller seinen Rücktritt aus dem DFB-Team an. Ansonsten kommt eigentlich nur noch ein weiterer Spieler infrage.

Doha - Das jüngste Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft in Katar könnte die nächste Zäsur für das DFB-Team bedeuten. So deutete der 33-jährige Thomas Müller etwa schon seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft an. Auch die Zukunft der anderen Ü30-Stars ist angesichts des schwachen Turniers wohl offen.

WM 2022
Zeitraum: 20. November - 18. Dezember 2022
Gastgeber: Katar
Spiele: 64
Teilnehmer: 32

Thomas Müller deutet DFB-Rücktritt an – Manuel Neuer geht davon aus, weiterzumachen

Nur wenige Augenblicke nach Abpfiff überraschte Müller die Fernsehzuschauer mit seiner emotionalen Rede. „Falls es das letzte Spiel für Deutschland für mich war, möchte ich noch einmal ein paar Worte an die deutschen Fans richten“, leitete der Weilheimer seine Abschiedsgrüße ein und beteuerte, in seinen 121 Einsätzen für die Nationalelf stets sein „Herz auf dem Platz“ gelassen zu haben.

Müllers Bayern-Teamkollege Manuel Neuer, der mit 36 Jahren der älteste Akteur in Hansi Flicks WM-Kader war, äußerte hingegen keine Rücktrittswünsche. Im Gegenteil, nach dem Spiel zeigte er sich kämpferisch und meinte bezüglich eines Rücktritts: „Soweit ich eingeladen werde und meine Leistung zeige, kann ich das ausschließen“, und ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass ich weitermache. Es spricht nichts dagegen“.

Ilkay Gündogan wollte bereits zurücktreten, Flick überredete ihn zum Verbleib

Als zweitältester Feldspieler ging Ilkay Gündogan in das Winter-Turnier. Der Kapitän des englischen Meisters Manchester City spielte bereits nach der Europameisterschaft im letzten Jahr mit dem Gedanken, aus der Nationalmannschaft zurückzutreten. Allerdings verhinderte Hansi Flick kurz nach seinem Amtsantritt, dass der 32-Jährige seine Laufbahn beim DFB vorzeitig beendet und überredete ihn zum Verbleib.

Im Herbst vergangenen Jahres zeigte sich Gündogan im Gespräch mit dem Kicker noch „ziemlich glücklich mit der Entscheidung, weitergemacht zu haben“, und schwärmte von der Wertschätzung, die ihm seitens Hansi Flick entgegengebracht wurde. Nach dem zweiten WM-Vorrundenaus in Folge könnte der gebürtige Gelsenkirchener jedoch einen Schlussstrich unter seine DFB-Karriere ziehen.

Hansi Flick vertraute auf Gündogan – doch der Manchester-City-Star könnte nun zurücktreten

Zwar zeigte Flick während der gesamten WM, dass er im zentralen Mittelfeld auf Gündogan setzt – Leon Goretzka wurde teilweise sogar auf die Bank verbannt –, dennoch könnte der England-Legionär durchaus über einen Rücktritt nachdenken. Allerdings gab er kein Interview nach dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica und äußerte sich darum auch nicht zu einem möglichen Ende seiner Ära beim DFB.

Flick würde künftig wohl weiter auf den 66-fachen Nationalspieler setzen, allerdings hängt es nun auch von Gündogan ab. In Anbetracht des frühen Ausscheidens bei der WM könnten sich seine Gedankengänge von 2021 wiederholen, ob er sich ein zweites Mal gegen den Rücktritt entscheidet, ist fraglich.

Enttäuschung pur: Ilkay Gündogan und Thomas Müller unmittelbar nach dem Ausscheiden in Katar.
Enttäuschung pur: Ilkay Gündogan (l.) und Thomas Müller unmittelbar nach dem Ausscheiden in Katar. © Matthias Koch/imago

Ilkay Gündogan wird bald Vater – künftig Familienzeit statt Nationalelf?

Zudem könnte er sich auch aus Zeitgründen aus dem Nationalteam zurückziehen, seine Frau Sara Arfaoui erwartet nämlich das erste gemeinsame Kind. Anstatt in den Spielpausen der Premier League mit der Nationalmannschaft unterwegs zu sein, könnte der werdende Vater also die Zeit mit der Familie bevorzugen.

Bundestrainer Hansi Flick wird dennoch hoffen, dass sein Edeltechniker mit Leaderqualitäten auch für die Europameisterschaft im eigenen Land verfügbar bleibt. Andernfalls würden mit Müller und Gündogan die beiden ältesten und erfahrensten Feldspieler zurücktreten und Platz für die neue Generation machen. (ajr)

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