Ex-Keeper spricht von „Drecks-Gurken-Tor“

Hummels mit kurioser Spielanalyse - Kahn ist verwundert und stellt eine Forderung an Löw

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Oliver Kahn und Mats Hummels.

Deutschland hat gegen die Niederlande mit 0:3 verloren. Mats Hummels hat eine Meinung zum Spiel, die Oliver Kahn so nicht unterschreiben wollte.

Amsterdam - Es war am Ende eine Blamage des DFB-Teams. Das 0:3 in der Nations League (Ticker zum Nachlesen) gegen die Niederlande wirft weitere Fragen auf. Mats Hummels, bekannt dafür, trotz Niederlagen seinen Mann bei Interviews zu stehen, hat sich wieder einmal deutlich über das Spiel geäußert. Allerdings hat er für seine Meinung sehr wenig Zuspruch geerntet. Experte Oliver Kahn konnte die Aussage nur in kleinen Teilen nachvollziehen. 

Hummels sagte im ZDF: "Wir haben 0:3 verloren, obwohl wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Wir hatten viel Pech, es lag an keinem bestimmten Spieler. Jetzt stehen wir hier mit einem 0:3 und werden auf jeden Fall auf die Fresse kriegen, dabei können wir uns nicht viel vorwerfen.“ Klingt, als hätten die Deutschen Tiki-Taka zelebriert und wären dreimal unglücklich überlaufen worden. Ganz so war es nicht. 

Oliver Kahn: „So einfach kann es sich Mats Hummels nicht machen“

Oliver Kahn antwortete auf die Analyse des Bayern-Stars: „Hummels hat eine Sache vergessen. Ich finde es schwierig, sich direkt nach dem Spiel hinzustellen und die Flucht nach vorne zu ergreifen. ‚Hätten wir die Dinger reingemacht, hätten wir gewonnen‘ - es gibt immer noch eine Restabsicherung, eine Verteidigung. Das hat wie bei der WM nicht funktioniert. Die Holländer haben das noch schlecht gemacht. Sie hatten fünf, sechs Konterchancen und sie schlecht ausgespielt. Nachdem gar niemand mehr hinten war, haben sie dann ihre Chancen genutzt. So einfach, wie es sich Mats Hummels gemacht hat, kann man es sich nicht machen.“ 

Kahn holte weiter aus und sagte: „Ich habe zwei Hundertprozentige gesehen. Eine von Müller, eine von Sané. Wenn die Bälle reingehen, kann so ein Spiel ein ganz anderen Verlauf nehmen. In einer Sache gebe ich Hummels recht: Man muss ein Drecks-Gurken-Tor machen. Was weiß ich, da schießt einer aus 40 Metern den Torhüter zwischen den Beinen durch. Der Ball muss irgendwie ins Tor, damit dieser ganze Rucksack verschwindet.“

Joshua Kimmich fand ebenfalls deutliche Worte: „Man kann nichts schönreden. Wenn man immer so spielt und verliert, ist das kein Zufall mehr“. Der Sechser war sichtlich frustriert. Bei der mäßigen Mannschaftsleistung war Kimmich noch einer der agilsten. 

Joachim Löw: „Es war nicht alleine unsere mangelnde Chancenverwertung“

Auch der Bundestrainer war in seiner Analyse etwas andere Meinung als sein Verteidiger. Joachim Löw im ZDF: "Es war nicht alleine unsere mangelnde Chancenverwertung der Grund für die Niederlage. Nach dem 0:1 haben wir gemerkt, dass uns das Selbstvertrauen fehlt. Bis zum 0:1 haben wir das Spiel kontrolliert. Wir haben gute Chancen gehabt, schaffen es aber nicht, den Ball im Tor unterzubringen, was gut für das Selbstvertrauen wäre. Dass wir am Ende so auseinanderbrechen, ist schlecht."

Kahn fordert ein Umdenken bei Löw. „Irgendwann muss sich Jogi Löw auch fragen, ob es noch Sinn macht, den etablierten Spielern zu vertrauen. Geben sie ihm das Vertrauen zurück? Im Moment kann ich es nicht erkennen“, so der ehemalige Welttorhüter und hob zumindest ein paar Spieler positiv hervor. „Der Lichtblick war Sané durch seine Schnelligkeit, Dribbling und seine Technik. Wir brauchen Leute, die mal ein oder zwei Gegner ausspielen können. Auch ein Julian Brandt hat belebend gewirkt.“ Vielleicht bekommen die Youngster ja gegen Frankreich ihre Chance. 

ank mit SID

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