Ungewöhnliches Experiment

Gibt es Bundesliga-Übertragungen bald häufiger im Free-TV?

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Kommentiert für die ARD und Sky das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke: Steffen Simon. Foto: Arne Dedert

In einer bisher einmaligen Kooperation zeigen ARD und Sky am Samstag parallel ein Bundesliga-Spiel. Wie kompliziert die Einigung zwischen den TV-Sendern ist, zeigt sich auch an einer Personalie.

Berlin (dpa) - Dank eines ungewöhnlichen TV-Experiments kommen Fußballanhänger am Samstag in den Genuss eines Bundesliga-Livespiels ohne zusätzliche Bezahlung.

Normalerweise laufen lediglich drei Spiele pro Saison im frei zugänglichen Fernsehen, der Rest nur für Kunden von Sky und des Eurosport Players – zum Leidwesen vieler Fans.

Aufgrund einer überraschenden Einigung darf die ARD den Ruhrgebiets-Klassiker zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr) zeigen. Dass die Gespräche zwischen dem Ersten und Sky nicht einfach waren, zeigt sich unter anderem daran, dass der ARD-Mann Steffen Simon das Derby auch für Sky kommentiert. Sky-Reporter Wolff-Christoph Fuss, sonst meistens der Mann für die Spitzenspiele, ist am Samstag nur bei der Konferenzschaltung im Einsatz.

"Aufgrund lizenzrechtlicher Vorgaben wird es einen gemeinsamen Kommentator geben, in diesem Fall den der ARD", heißt es bei Sky. Anders ausgedrückt: Die Verträge der Deutschen Fußball Liga (DFL) schreiben das vor.

Zur Einigung der Sender gehört zudem, dass der für Sky als Experte tätige Christoph Metzelder bei diesem Spiel auch bei der ARD im Einsatz ist. Während die 90 Minuten des Spiels bei ARD und Sky also identisch sind, werden beide TV-Anbieter getrennte Vor- und Nachberichte anbieten.

Warum lässt sich Sky überhaupt darauf ein? "Um die Aufmerksamkeit für unsere Bundesliga-Berichterstattung noch weiter zu steigern", sagte Sky-Geschäftsführer Holger Ensslin. Neben der Werbung für das eigene Produkt erhält der Pay-TV-Sender auch Lizenzgebühren von der ARD und bessert so die Bilanz auf.

Ob es eine Wiederholung der bisher einmaligen Kooperation gibt, ist derzeit völlig offen. "Wir müssen selber sehen, wie die Menschen das annehmen und ob es so funktioniert, wie wir uns das vorstellen", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Das ist ja eine Uhrzeit, die nicht üblich ist für Fußball-Übertragungen im Free-TV."

Live-Übertragungen im frei zu empfangenden Fernsehen sind zum Ärger vieler Fußballfans die Ausnahme. Lediglich drei Liga-Spiele, am 1. sowie am 17. und 18. Spieltag im ZDF, sind durch die Medienverträge der DFL gesichert.

Zusätzliche Partien könnte sich das Zweite durchaus vorstellen. "Grundsätzlich haben wir Interesse an Live-Spielen der Bundesliga, das ist ein interessantes Angebot", sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. "Die Übertragung ist gut für die Fans und für den Fußball. Das vergrößert das Interesse an der Bundesliga."

Allerdings sind die Möglichkeiten derzeit eingeschränkt. Nur zwei Spiele pro Saison darf Sky nach Angaben der beteiligten Sender im Free-TV ausstrahlen. Das Gleiche gilt für das Medien-Unternehmen Discovery, das 40 Spiele pro Saison über das Bezahlangebot Eurosport Player sendet. Zwei Partien pro Spielzeit dürften auch frei übertragen werden.

Genutzt hat Discovery diese Free-TV-Option bisher erst einmal, als im Februar 2018 Köln gegen Dortmund im klassischen Fernsehen bei Eurosport lief. Mehr sei derzeit nicht geplant, heißt es bei Discovery.

Sky-Mitteilung

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