"Zügige Entscheidung"

Kurze Nacht in Köln: Beierlorzer vor dem Aus

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Nach der Niederlage gegen Hoffenheim schlägt Kölns Trainer Achim Beierlorzer die Hände vor sein Gesicht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Nacht beim 1. FC Köln war kurz. Schon nach der bitteren Last-Minute-Niederlage gegen Hoffenheim gab es erste Krisengespräche. Die wurden am Samstagvormittag fortgesetzt. Das deutet auf eine Trennung von Trainer Achim Beierlorzer hin.

Köln (dpa) - Beim 1. FC Köln wurde am Samstagvormittag nicht trainiert, sondern viel geredet. Bereits kurz vor Beginn der Karnevalssession am 11.11. ging es beim Bundesligisten hoch her - mal wieder.

Trotz der vorzeitigen Trennung von Sportchef Armin Veh, die unmittelbar nach dem bitteren 1:2 (1:0) gegen Hoffenheim verkündet wurde, sah die Clubspitze weiteren Handlungsbedarf. Kurzerhand wurde die Übungseinheit durch eine Krisenrunde ersetzt. "Wir müssen jetzt bewerten, ob wir eine Veränderung auf der Trainerposition vornehmen müssen. Ich muss hören, was die Spieler und der Trainer sagen, fühlen und denken", erläuterte Frank Aehlig.

Der Leiter der Lizenzspielerabteilung, der die sportliche Leistung von Veh übernommen hat, führte im Beisein von Finanzgeschäftsführer Alexander Wehrle dabei Regie. Kurz vor 10 Uhr wurde Kapitän Jonas Hector stellvertretend für das Team zur Trainer-Frage angehört. Nach weiteren Gesprächen will Aehlig dem Vorstand, der Geschäftsführung und den zuständigen Gremien eine "Handlungsempfehlung" geben. "Wir werden zu einer Entscheidung kommen, nicht irgendwann, sondern zügig. Wir sollten das nicht hinziehen - egal welche Entscheidung wir treffen", versprach Aehlig.

Besonders zuversichtlich, dass er auch nach der Länderspielpause noch auf der Kölner Trainerbank sitzt, wirkte der erst im Sommer verpflichtete Achim Beierlorzer am Abend nicht. Schließlich spricht die dürftige Bilanz mit acht Niederlagen in elf Spielen nicht für ihn. "Jetzt muss der Verein eine Entscheidung treffen, ob er mit Trainer Achim Beierlorzer weitermachen oder den Resetknopf drücken und einen neuen Trainer herholen will", sagte er. Dabei wirkte der 51-Jährige sehr gefasst: "Dieser Entscheidung stelle ich mich. Ich bin dafür verantwortlich. Wir haben nur sieben Punkte, das ist zu wenig."

Nicht nur die dürftige Punktausbeute seines auf einem Abstiegsplatz verweilenden Teams schmälert die Chance auf seinen Verbleib. In Veh verlor der Fußball-Lehrer zudem einen seiner angeblich letzten Befürworter im Verein. Der Sportchef, der Ende Oktober seinen Ausstieg zum Vertragsende im Sommer 2020 angekündigt hatte, hört nun mit sofortiger Wirkung auf. Damit kann sein Nachfolger Einfluss auf die mögliche Trainersuche nehmen. "In unserer derzeitigen Situation, in der der 1. FC Köln wichtige Entscheidungen auch für die Zukunft treffen muss, ist es aus meiner Sicht konsequent, dass wir die Zusammenarbeit kurzfristig beenden", erklärte Veh.

Dass die schon vor dem Anpfiff der Partie gegen Hoffenheim beschlossene Trennung erst nach dem schmerzlichen Last-Minute-Knockout verkündet wurde, hält Aehlig für naheliegend: "Wir wollten uns nicht dem Vorwurf aussetzen, dass wir noch einen Impact auf das Spiel mit dieser Meldung verursacht hätten."

Auch dem eigentlich passablen Auftritt seines Teams dürfte Beierlorzer nicht vor dem Rauswurf bewahren. Nach der Führung durch Jhon Cordoba (34.) schienen die Kölner auf gutem Kurs. Und selbst nach dem Ausgleich durch Sargis Adamyan (48.) leisteten sie weiter leidenschaftliche Gegenwehr, die von den Fans mit Beifall honoriert wurde.

Doch der Elfmeter von Jürgen Locadia (90.+8 Minute) nach strittiger Videobeweis-Entscheidung wirkte wie ein Schock. "Das tut richtig weh. Es ist momentan bitter, mit welchen Nackenschlägen die Mannschaft umgehen muss", klagte Beierlorzer, "wir haben in dieser Saison schon häufiger mit Topmannschaften auf Augenhöhe mitgespielt, sind aber nicht belohnt worden."

Nach dem Spiel des 1. FC Kölns gegen die TSG Hoffenheim kam es zu üblen Fan-Randalen. Zudem stürzte ien Mann über die Balustrade.

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