Herthas Heimsieg-Premiere 2019

Stark reagiert stark gegen Mainz

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Herthas Davie Selke klatscht nach Niklas Starks Treffer zum 2:1 mit Teamkollege Jordan Torunarigha ab. Foto: Andreas Gora

Hertha spielt eine schwache erste Halbzeit - und wird durch ein Eigentor geweckt. Ausgerechnet Niklas Stark, der gegen Mainz ins eigene Netz trifft, wird dann zum Berliner Sieg-Macher.

Berlin (dpa) - Vom Unglücksraben zum Matchwinner: Am Ende war Niklas Stark besonders glücklich.

"Schön, dass wir noch jubeln konnten", sagte der Berliner "Doppeltorschütze" nach dem 2:1 (0:0)-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05. "Niklas ist schon die ganz Rückrunde sehr stabil", bemerkte Hertha-Trainer Pal Dardai und berichtete von seiner Forderung: "Seit einigen Wochen sagen wir, du musst jetzt auch ein Tor machen." Sein erstes Tor war noch ungewollt, Stark traf ins eigene Netz (47. Minute). Doch dann schaffte der 23 Jahre alte Verteidiger die Spielentscheidung (60.) in die für ihn richtige Richtung.

"Das Gute war, wie wir als Mannschaft aufgestanden sind", sagte Stark zu seinem Eigentor. "Das war wie ein kleiner Dosenöffner. Wir waren viel zielstrebiger nach vorn, aggressiver in den Zweikämpfen." Und nach dem Ausgleich von Marko Grujic (50. Minute) und Starks erstem echten Saisontor gewann der Berliner Fußball-Bundesligist gegen lange Zeit organisiert stehende und gefährlich konternde Mainzer am 24. Spieltag vor 33.981 Fans doch noch.

Mit den ersten Toren und dem ersten Sieg gegen die Rheinhessen nach mehr als zwei Jahren hat Hertha ein weiteres Abrutschen ins triste Tabellen-Mittelfeld abgewendet und feierte den ersten Heimdreier im Jahr 2019. Mit 35 Punkten hat der Hauptstadtclub als Achter die Europacup-Ränge wieder im Blick. Mainz ist mit 30 Zählern Zwölfter.

Das Team von Trainer Pal Dardai, der in der Pause offenbar deutlich aufrüttelnde Worte fand, verdiente sich den fünften Heimsieg der Saison mit einer klaren Steigerung in Halbzeit zwei. Allerdings hatten auch die Gäste noch einige gute Chancen zum Ausgleich.

Das Team von Trainer Sandro Schwarz baute im Olympiastadion mit viel Engagement und Ordnung ein stabiles Defensivsystem auf und setzte auf überfallartige Gegenangriffe. Stürmer Anthony Ujah sorgte für einige Gefahr für das Berliner Tor, verfehlte das Gehäuse nur knapp (14.).

Die zuvor in vier Spielen gegen Mainz torlose Hertha blieb nach einem gefährlichen Kopfball von Jordan Torunarigha gleich in der Anfangsphase (8.) zunächst zu inaktiv. Einigen Berliner Profis fehlte die nötige Spannung. Routinier Salomon Kalou mühte sich, kam aber wie sein Angriffskollege Davie Selke lange nicht in die gefährliche Zone. "Es ist sehr ärgerlich. Es wäre mehr für uns drin gewesen", erklärte am Ende FSV-Trainer Schwarz.

Die Mainzer, bei denen für den gelb-gesperrten Jean-Paul Boetius der wiedergenesene Quaison auflief, hätten schon vor der Pause in Führung gehen können. Wieder nach Flanke des starken jungen Spaniers Aaron köpfte Karim Onisiwo an die Latte (34.). Als schließlich Levin Öztunali einen zunächst von Hertha geklärten Ball auf das Tor zog, traf Stark beim Rettungsversuch ins eigene Netz.

Der Rückstand wirkte auf die Gastgeber wie ein Weckruf. Jetzt kam mehr Dynamik ins Berliner Spiel. Nach Ecke von Duda konnte 05-Keeper Florian Müller einen Kopfball von Selke nur nach vorn abwehren, Herthas Liverpool-Leihgabe Grujic staubte aus Nahdistanz ab. Und Stark machte nach starker Vorarbeit von Valentino Lazaro sein Eigentor wett. Der Rettungsversuch von Giulio Donati kam zu spät.

Danach traf Duda nach Ablage des eingewechselten Vedad Ibisevic - der Kapitän war für den verletzt ausgeschiedenen Selke gekommen - noch den Pfosten (69.). Auf der Gegenseite köpfte Ujah ans Lattenkreuz (74.). Und Quaison zog knapp vorbei (76.). So kam Hertha nach fünf sieglosen Pflichtspielen im eigenen Stadion wieder zu einem Heimsieg.

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