1. Heidelberg24
  2. Sport
  3. Fußball

Konkurrenzkampf beim FC Bayern – ist Müllers Platz gefährdet?

Erstellt:

Von: Carolin Metz

Kommentare

Thomas Müller vom FC Bayern beim Aufwärmen vor dem Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg.
Thomas Müller blickt mit Freude auf die bevorstehende Saison beim FC Bayern. © Christian Schroedter/imago-images

Auch wenn sich der FC Bayern von Robert Lewandowski verabschieden musste: Im Kader tummeln sich sehr viele Stars und Spitzenspieler. Zu viele vielleicht? Muss sogar Urgestein Müller um seinen Platz bangen?

München - Zu viele gute Spieler? Das klingt nach einem Luxus-Problem. Aber Oliver Bierhoff, DFB-Geschäftsführer und ehemaliger Bundesliga-Spieler, macht sich mit Blick auf den Bayern-Kader so seine Gedanken: „Es kann ein Problem besonders in einem WM-Jahr sein, wenn es zu viele Topspieler im Kader gibt, die alle Einsatzminuten wollen und brauchen und für sich den Anspruch haben zu spielen“, sagte der DFB-Geschäftsführer schon vor Wochen der Sport Bild. Der FC Bayern München sei gerade im Sturm „top besetzt, da bin ich gespannt, was passiert“.

Behält Müller seinen Platz in der Stamm-Elf?

Möglicherweise ist auch Thomas Müller gespannt. Das Urgestein steht beim Rekordmeister eigentlich fast immer auf dem Platz – zumindest war das bisher so. Aber neben Neuzugang Mané wächst Müller auch andere Konkurrenz heran. Da wäre zum Beispiel Jungstar Jamal Musiala. Beim Supercup-Sieg in Leipzig (5:3) am Samstag zeigte er, was er drauf hat. „Für jeden Spieler ist es das Ziel, Stammspieler zu sein. Ich mache einfach mein Ding“, meinte er nur ganz lapidar nach dem Spiel.

In dieser Form, räumte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ein, sei der 19-Jährige „nicht wegzudenken. Das war weltklasse“. Eine „Augenweide“, so Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Auch der neue Superstar Sadio Mané geriet ins Schwärmen: „Was für ein Spieler!“

Konkurrenzkampf bei Bayern: Viele Stars für die Offensive

Fest steht: Musiala, der auch in den Plänen von Bundestrainer Hansi Flick eine wichtige Rolle spielt, muss auch seine Minuten in der Offensive der Bayern sehen. Sollte er seine Leistungen konstant zeigen können, so dürften diese Saison mehr Minuten rausspringen als vergangene Spielzeit. Sadio Mané dürfte seinen Platz im FCB-Sturm sicher haben. Bleiben noch zwei Offensivpositionen, die sich Thomas Müller, Kingsley Coman, Serge Gnabry und Leroy Sané aufteilen müssen. Und dann sind da ja auch noch das französische Supertalent Mathys Tel, der Niederländer Joshua Zirkzee (der womöglich noch verkauft wird) und Eric Maxim Choupo-Moting.

Trainer Nagelsmann dürfte bei dieser Konkurrenz-Situation mehr denn je gefordert sein, die vielen Befindlichkeiten der sensiblen Stars zu moderieren. Ein Wackelkandidat ist Sané – in der Rückrunde der vergangenen Saison war seine Form nicht sehr stabil. Und auch bei Gnabry bleibt abzuwarten, wie viel Spielzeit er in der nächsten Zeit in München bekommt. In der Vorbereitung testete Nagelsmann viel mit einer Doppelsturmspitze mit Gnabry als Partner für Mané. Müller selbst gibt sich jedenfalls zuversichtlich und fühlt sich durch die zahlreichen Transfers motiviert, noch mehr zu leisten. Die Transfer-Offensive erinnert ihn gar an die Triple-Saison – offensichtlich hat er große Pläne.

Nationalspieler unter Druck: Wer empfiehlt sich für die WM?

Bundestrainer Hansi Flick dürfte die Entwicklung beim Rekordmeister auf jeden Fall beobachten. Wer empfiehlt sich für einen Einsatz in der Nationalmannschaft bei der WM? Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn macht schon mal Werbung für Musiala: „Jamal hat gezeigt, dass er im Moment einer der besten deutschen Spieler ist, die wir haben.“

Die Verantwortlichen sehen die Konkurrenz in „so einem wahnsinnigen Kader“ (Musiala) aber noch entspannt. Kahn betont, dass der extreme Konkurrenzkampf „gewollt und wichtig“ sei. Man benötige dringend „neue Reizpunkte“. Durch die hohen Belastungen in den kommenden Wochen komme ohnehin jeder zu seinen Einsatzzeiten, meint Präsident Herbert Hainer bei Sport1: „Wenn man sich die nächsten 365 Tage anguckt, haben wir auch durch die WM in Katar permanent Fußball. Wir werden einen breiten Kader brauchen.“ Thomas Müller möchte in jedem Fall dabei sein – und hat schon deutlich gemacht, dass er auf eine spezielle WM-Vorbereitung setzt. (cm)

Auch interessant

Kommentare