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Müller bezieht Stellung zu Pfiffen während der Nationalhymne: „Anders priorisiert als wir“

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Von: Philipp Kuserau

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Vor dem Eröffnungsspiel der Bundesliga stimmte Sängerin Carolin Niemczyk die Nationalhymne an.
Vor dem Eröffnungsspiel der Bundesliga stimmte Sängerin Carolin Niemczyk die Nationalhymne an. © IMAGO/Jan Huebner

Gellende Pfiffe während der Nationalhymne - noch vor dem Eröffnungsspiel sorgten die Fans in Frankfurt für einen Aufreger. Dafür gab es von vielen Seiten Kritik.

München - Als hätten die Frankfurter-Fans bereits vor dem Eröffnungsspiel eine Vorahnung gehabt, was sie die folgenden 90 Minuten auf dem Platz erwartet, ertönte kurz vor dem Anpfiff ein gellendes Pfeifkonzert. Grund dafür war aber mit Sicherheit nicht die seherische Fähigkeit der Eintracht-Anhänger, sonst hätten sich die meisten wohl aufgrund der 1:6-Abreibung der Bayern den Weg ins Stadion gespart. Viel eher nutzten die Fans während der von Carolin Niemczyk vorgetragenen deutschen Nationalhymne die Möglichkeit, ihren generellen Unmut gegenüber der Deutsche Fußball Liga (DFL) auszudrücken.

Müller über Pfeifkonzert während der Nationalhymne: Motiv der Fans seht „scheinbar über dem Nationalstolz“

Das jedenfalls vermutete auch Thomas Müller nach Spielende, angesprochen auf die Pfiffe vor der Partie. „Ich kenne jetzt die Motive nicht, aber ich gehe mal davon aus, dass es grundsätzlich da gegen die Liga geht oder gegen den DFB.“ Eine im Vergleich zu den Vorjahren bereits abgespeckte Eröffnungszeremonie samt Nationalhymne sei für viele der rund 50.000 Fans wohl noch immer ein Rahmenpunkt zu viel gewesen, vermutet der Offensivspieler des FC Bayern München. „Dass die Fans sich kein Rahmenprogramm wünschen, was nicht mit dem puren Fußball zu tun hat.“

Und eben jenes Motiv stehe dann laut Müller, der während der 6:1-Gala in einer kuriosen Slapstick-Szene involviert war, „scheinbar über der Nationalhymne, über dem Nationalstolz. Das haben die Leute halt priorisiert, anders priorisiert als wir, die da mitgesungen haben. Aber das ist jetzt nichts, was mich persönlich extrem beschäftigt.“ Müller steuerte beim Gala-Auftritt der Bayern gegen die Eintracht zwei Vorlagen bei und betonte bereits vor dem Spiel, dass die Münchner auch diese Saison wieder den Ton angeben wollen. Superstar-Neuzugang im Kader der Bayern, Sadio Mané, gelang in der 29. Minute sein Debüt-Treffer in der Bundesliga.

Ex-Bayern-Spieler Effenberg kritisiert Pfiffe der Fans: „Das ist Bullshit“

Sängerin Niemczyk, Mitglied des Duos Glasperlenspiel, reagierte jedenfalls enttäuscht über das Pfeifkonzert. „Schade, dass solch ein Moment von einem sehr kleinen Teil der Fans gestört wurde. Gerade im Sport sollte es doch immer um Respekt und Fair Play gehen. Ich würde jederzeit wieder die Nationalhymne bei so einer Veranstaltung singen“, erklärte sie gegenüber der Bild.

Auch Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann zeigte im Gespräch mit der Bild wenig Verständnis für das Pfeifkonzert der Zuschauer: „Das Aus- und Niederpfeifen der Nationalhymne geht überhaupt nicht.“ In dieselbe Kerbe schlug auch Ex-Bayern-Spieler Stefan Effenberg. „Das ist Bullshit“, echauffierte er sich im Sport1-Doppelpass. „Es gibt nur zwei Veranstaltungen im Vereinsfußball, wo die Hymne läuft: Das ist das Auftaktspiel der Bundesliga und im DFB-Pokal-Finale. Wenn die Hymne läuft, sollte dich das mit Stolz erfüllen. Ich kann das in keiner Weise nachvollziehen, dass da gepfiffen wurde“. (kus)

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