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Meint Maradona das ernst? Legende mit kurioser Aussage nach der Tribünen-Show

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Von: Florian weiß

Ausraster beim Siegtreffer: Diego Maradona zeigt den Stinkefinger.
Ausraster beim Siegtreffer: Diego Maradona zeigt den Stinkefinger. © AFP / OLGA MALTSEVA

Diego Armando Maradona ist der heimliche, wenn auch zweifelhafte Star der WM 2018. Beim Gruppenspiel Argentinien gegen Nigeria rastete er auf der Tribüne vollkommen aus. Am Ende landete er gar im Krankenhaus.

Update vom 28. Juni 2018 - Maradona äußert sich zu seinem Auftritt

Er ist wieder da: Diego Maradona. „Sehe ich Deiner Meinung nach so aus, als wäre ich tot?“, fragt Argentiniens Fußball-Idol in seiner TV-Sendung seinen Moderatorenkollegen, der ihn zu Beginn denn auch mal an der Schulter betatscht, um zu zeigen, dass Maradona leibhaftig im Studio sitzt. „Ich sage der Welt, ich bin sehr lebendig und gut umsorgt, gesund und munter“, versichert Maradona mit ruhiger Stimme: „Mir geht es super, mir ging es niemals besser.“

Der 57-Jährige gestikuliert, er pfeift, er lacht mal, er redet lange in seiner Sendung im Fernsehen Venezuelas. Manchmal wirkt er sogar ein bisschen nachdenklich, vor allem aber verständnislos für die Spekulationen und Gerüchte nach seinem besorgniserregenden WM-Auftritt beim 2:1-Sieg von Argentinien gegen Nigeria am Dienstag in St. Petersburg. Dort war er von Helfern gestützt in einen Sessel in der VIP-Loge gebracht und ärztlich betreut worden.

Maradona hatte am Tag danach bereits klargestellt, dass er nicht im Krankenhaus gewesen sei. Ihm gehe es gut, hatte er via Instagram versichert und seine Probleme mit Nackenbeschwerden erklärt. Er dürfte auch am kommenden Samstag wieder als Edelfan der Albiceleste auf der Tribüne sitzen - so wie in den ersten drei WM-Spielen der Argentinier. Dabei hatte Maradona jedes Mal mit seiner Show für Schlagzeilen gesorgt.

Update vom 27. Juni 2018 - So geht es Diego Maradona

Diego Maradona hat nach seinen Kreislaufproblemen beim Sieg von Vize-Weltmeister Argentinien im WM-Gruppenspiel gegen Nigeria Entwarnung gegeben. „Ich möchte euch sagen, dass es mir gut geht“, schrieb Argentiniens Fußball-Legende bei Instagram. Die dramatischen 90 Minuten in St. Petersburg waren nicht spurlos an Maradona vorübergegangen. Der 57-Jährige musste gestützt werden, als er die Tribüne verließ.

In der Halbzeit der Partie Argentinien gegen Nigeria habe ihn der Nacken stark geschmerzt und er habe einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Daher habe er sich von einem Arzt durchchecken lassen. „Er empfahl mir, vor der zweiten Halbzeit nach Hause zu gehen, aber ich wollte bleiben“, so Maradona. Er hätte aber nie eingeliefert werden müssen.

Medien hatten zuvor berichtet, dass Maradona im Spielort St. Petersburg kurzzeitig ein Krankenhaus aufsuchen musste. Während des Matches hatte der einstige Weltstar hochemotional die argentinische Nationalmannschaft auf der Tribüne angefeuert.

Maradona veröffentlichte ein Foto, auf dem er in einem Sessel im VIP-Bereich zu sehen war, während er von einem Sanitäter umsorgt wurde.

Vor und während des Spiels wirkte der einstige Starspieler des FC Barcelona und des SSC Neapel ungewöhnlich aufgedreht. Bereits vor dem Anpfiff sah man ihn mit einem weiblichen nigerianischen Fan auf der Tribüne tanzen.

Maradona rastet bei Argentinien-Sieg völlig aus

St. Petersburg - Hat das ein Weltstar wie Diego Armando Maradona wirklich nötig? Bei allem Verständnis für die Emotionalität, die die Partie seiner Argentinier gegen Nigeria am Dienstagabend hervorrief, aber dieses Verhalten ist einfach unter der Würde eines Weltmeisters. Nach dem 2:1-Siegtreffer durch Marcos Rojo in der 86. Minute jubelte der 57-Jährige zunächst ausgiebig, zeigte dann aber provokativ den Stinkefinger in Richtung Innenraum. Ob diese einem der Offiziellen, einigen Spielern, den Gegnern oder Fans auf der Tribüne unter ihm galten, blieb zunächst unklar.

Für den Edelfan war die Aufregung beim dramatischen Einzug von Argentinien aber offenbar auch gesundheitlich zuviel. Der argentinische Sender TyCSports berichtete am Dienstagabend, dass die 57 Jahre alte Fußball-Ikone nach der Partie in St. Petersburg ärztlich behandelt werden musste. Der Weltmeister von 1986 musste gestützt werden, als er die Tribüne verließ, dies offenbarte ein Online-Video. Weitere Bilder zeigen einen völlig erschöpften Maradona auf einem Sessel in einem VIP-Loge zusammen mit Sanitätern. Einer der Helfer fühlt Maradona den Puls. Es machten Meldungen die Runde, nach denen Maradona in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Maradona tanzt, posiert, jubelt und posiert als Ikone

Es gab mehrere denkwürdige Szene von Maradona an diesem Abend. Für das erste Highlight sorgte er schon vor dem Anpfiff mit einem Tänzchen in der VIP-Loge des Sankt-Petersburg-Stadions (WM 2018: In diesen Stadien rollt in Russland der Ball). Dort erblickte der Altstar einen weiblichen Fan im Nigeria-Trikot, hielt die Sicherheitskräfte an, die Dame zu ihm durchzulassen und legte vor seinem Sitzplatz einen spontanen Tanz mit ihr hin. Die Szene wurde über die Stadion-Leinwand übertragen und erfreute die Fans beider Lager sichtlich. Nahezu sämtliche Zuschauer im direkten Umkreis hielten die Szene per Handy fest. In den sozialen Netzwerken wurde der Tänzchen-Film in kürzester Zeit zum Renner.

Es folgten Szenen, die einer Selbstbeweihräucherung gleich kommen. Maradona posierte für die auf Fotos lauernden Fans im Stile einer Ikone mit ausgebreiteten Armen. Kurioserweise schien in diesem Moment ein Lichtkegel auf ihn zu fallen.

Maradona posiert im Stadion von St. Petersburg.
Maradona posiert im Stadion von St. Petersburg. © AFP / OLGA MALTSEVA

Dann schnappte sich der ehemalige Superstar ein Fan-Banner, auf dem ein Bild von ihm mit einem Heiligenschein versehen ist und er vor einem Kirchenfenster steht. Sein Gesichtsausdruck: Martialisch.

Maradona mit dem Banner, das ihn wie einen Heiligen darstellt.
Maradona mit dem Banner, das ihn wie einen Heiligen darstellt. © dpa / Owen Humphreys

Den Führungstreffer seines bisher bei dieser WM so enttäuschenden Fußball-Erben Lionel Messi bejubelte Maradona euphorisch - mit diabolisch anmutendem Blick schaute Maradona gen Himmel.

Immer wieder fokussierten sich die TV-Kameras bei Spielunterbrechungen auf den Weltmeister von 1986 - es gab schließlich immer wieder etwas zu sehen in der Loge. Mal diskutierte er, mal schien er fast zu schlafen, dann gestikulierte Maradona wieder emotional. Diego Armando Maradona - Fan, verrücktes Maskottchen oder schlichtweg die Legende Argentiniens, die sich einfach alles erlauben darf? Das sollte wohl jeder selbst entscheiden ...

Im Achtelfinale treffen seine Gauchos am Samstag auf Frankreich (WM 2018 Spielplan: Hier finden Sie alle Infos, Ergebnisse und Tabellen zu den Gruppen).

fw mit dpa und SID

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