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Hotels, Bier, One-Night-Stands: Eine etwas andere WM für Fans

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Von: Christoph Gschoßmann

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Die Wüsten-WM ist keine WM wie jede andere, auch für die Fans vor Ort. So gibt es beispielsweise keine öffentlichen Bier-Partys – und auch keine One-Night-Stands.

Doha – Eine WM wie keine andere: Hotels, Bier, Geschlechtsverkehr – in dem konservativ muslimischen Golf-Emirat Katar sind für Besucher einige Gesetze und Sitten zu beachten. „In vielerlei Hinsicht wird dieses Turnier einzigartig“, schreibt FIFA-Präsident Gianni Infantino im offiziellen Fan-Leitfaden – und liegt damit wohl ziemlich richtig.

Ein großer Unterschied zum Westen besteht im Trinken: So wird bei der WM 2022 zum Beispiel in den Stadien kein Bier ausgeschenkt. Deutsche Fans, die sich insgesamt 35.000 Karten für die WM gesichert haben, können aber ebenso wie die anderen Gäste aus aller Welt vor und nach den Spielen in speziellen Verkaufszelten, die möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen sollen, Bier kaufen – wenn gewünscht.

Alkohol ist in Katar verboten – eigentlich

Alkohol ist in Katar eigentlich verboten, wird aber in einigen Hotels angeboten. Auch auf dem großen Fan-Festival im al-Bidda-Park im Zentrum von Doha wird es Bier geben – aber erst ab 18.30 Uhr Ortszeit. Und es wird teuer: 0,5 Liter kosten umgerechnet über 13 Euro. Dafür bekommt man auch einen Softdrink, plus Burger und Pommes. (Spielplan der WM 2022 in Katar)

Fans müssen bei der WM in Katar für ein Bier tief in die Tasche greifen.
Fans müssen bei der WM in Katar in den Stadien auf Bier verzichten. © Sebastian Willnow/dpa

Drogen gegenüber pflegen katarische Behörden eine Null-Toleranz-Politik, warnt das Auswärtige Amt. Auch Cannabis ist verboten. Drogendelikte können die Ausweisung, hohe Geldstrafen oder lange Gefängnisstrafen zur Folge haben, beim Handel mit Drogen droht sogar die Todesstrafe. Bei Medikamenten sollten Einreisende vorab klären, ob diese in Katar legal sind.

Katar ist für die rund eine Million erwarteten Fans viel zu klein. Deshalb sind etwa die Preise für Hotelzimmer explodiert – drei riesige Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Hotels im Hafen sollen etwas Linderung verschaffen. Wegen des Mangels wird auch das Camp des „Fan Clubs Nationalmannschaft“ in Dubai aufgeschlagen, mit Flugzeugen geht es zu den Spielen nach Katar und wieder zurück. „Im Sinne der Nachhaltigkeit“ hätte sich der DFB eine „andere Lösung gewünscht. Die Umsetzung eines Fan-Camps im WM-Austragungsland Katar war aber organisatorisch nicht möglich.“

Homosexuelle Beziehungen sind in Katar verboten

Für die WM wurden in Doha extra neue, mehrspurige Straßen gebaut. Um dennoch einen Verkehrskollaps zu verhindern, sollen die Fans mit der neuen U-Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmittel zu den acht Stadien fahren. Diese sind für Ticketinhaber dank ihrer Hayya-Karte, die zur Einreise benötigt wird, kostenlos.

Und sonst? Zärtlichkeiten und Küsse in der Öffentlichkeit sind in Katar tabu – Händchenhalten wird allerdings in der Regel akzeptiert. Das Auswärtige Amt hebt hervor, dass nichtehelicher Geschlechtsverkehr verboten ist und strafrechtlich verfolgt werden kann. Homosexuelle Beziehungen sind in Katar verboten, die Behörden versicherten zuletzt aber, dass auch unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare, die ein WM-Spiel besuchen, im selben Zimmer schlafen dürfen.

Innenministerin Nancy Faeser hatte vom Premierminister ein „Sicherheitsgarantie“ für alle Fans bekommen, homophobe Äußerungen eines offiziellen WM-Botschafters sorgten danach allerdings für Entsetzen. Der DFB richtet in Doha „eine Fanbotschaft mit geschultem Personal ein, die vor Ort für Fans ansprechbar ist und Unterstützung anbietet“, wie es heißt. Diese werde „eng mit der deutschen Botschaft in Katar“ zusammenarbeiten.

Religiöse Bücher und Pornos dürfen nicht eingeführt werden

Und es gibt noch mehr Verbote: Die Einfuhr von religiösen Büchern und Materialien sowie von pornografischem Material ist strengstens untersagt, auch Sex-Spielzeug bleibt besser zu Hause. Frauen sind nicht zum Tragen eines Schleiers verpflichtet. Allen Besuchern wird aber empfohlen, sich zumindest in öffentlichen Gebäuden „züchtig“ zu kleiden, also auch Schultern und Knie zu bedecken. In Deutschland unbedenkliche Äußerungen zu Religionsfragen können in Katar als Beleidigung des Islam oder des Propheten Mohammed mit Geld-, oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.

„Das Warten hat ein Ende“, schreibt Infantino noch in seinem Grußwort. Die Fans könnten „lebenslange Erinnerungen“ von der „größten Show der Welt“ mitnehmen. (cg mit dpa)

Bei der WM 2022 in Katar werden 32 Mannschaften um den Titel kämpfen. Alle Teilnehmer stehen fest – der Überblick.

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