Erste Frau an der Spitze des Karlsruher SC?

Vorbild Angelina Jolie: Dorotheé Augustin will KSC-Präsidentin werden

Karlsruhe – Dorotheé Augustin will erste Präsidentin in der 126-jährigen Geschichte des Karlsruher SC werden. Die Polizistin kennt sich in Männerdomänen aus. 

  • Karlsruher SC: Dorotheé Augustin will Präsidentin des KSC werden.
  • KSC sucht Wellenreuther-Nachfolger - Wahl findet am Donnerstag um 18 Uhr statt.
  • Neben Augustin gibt es vier weitere Kandidaten.

Schon ihre Kandidatur sorgt für Aufsehen. Dorotheé Augustin wäre zwar nicht die erste Präsidentin im deutschen Profifußball. Diesen Pfad hat Gisela Schwerdt bei Arminia Bielefeld bereits vor 34 Jahren beschritten. Augustin wäre aber die einzige unter den aktuellen Proficlubs.

Ich war schon überrascht, wie große Kreise das Ganze zieht“, sagt die Offenburgerin mit Blick auf ihre vielen Interviews und Vorstellungstermine in den letzten Wochen. Am Donnerstag tritt sie gegen vier männliche Mitbewerber bei der Präsidentschaftswahl des Zweitligisten Karlsruher SC an.

Karlsruher SC: Dorotheé Augustin will Präsidentin des KSC werden

Belastbar ist die 37 Jahre alte Polizistin, die Angelina Jolie als Vorbild nennt und als Tattoo auf ihrem Oberarm trägt, durchaus. Am vergangenen Wochenende wickelte sie ihre Hochzeit und die große Kandidaten-Präsentation im Karlsruher Autokino ohne sichtbare Spuren ab. „Mit einer Stunde Schlaf“, wie sie sagt.

Dorotheé Augustin bei der Vorstellung der Kandidaten.

Männerdomänen sind für Augustin nichts Neues. In der Personenschutzgruppe des Bundeskriminalamts (BKA) war sie die einzige Frau. „Ich bin ich es gewohnt, dass man als Frau 110 Prozent geben muss, um akzeptiert zu
werden. Ich habe gelernt, mich durchzusetzen und durch mein Engagement und durch meine Einstellung zu überzeugen“, sagt sie.

Karlsruher SC: Kandidatin Dorotheé Augustin gibt sich selbstbewusst

Berufsbedingt war sie oft im In- und Ausland unterwegs, hatte für den reibungslosen Ablauf von Dienstreisen ihrer Schutzpersonen bei großen gesellschaftlichen, politischen oder juristischen Veranstaltungen zu sorgen. „Ich musste mich da ständig in viele neue Themen einarbeiten“, sagt Augustin, die sich als ehrgeizig, zielstrebig, motiviert und engagiert charakterisiert.

Dass ich als einzige Frau antrete, sehe ich für mich als Vorteil. Ich finde aber, man sollte die Kandidatur nicht auf das Geschlecht reduzieren“, sagt sie. Augustins Bewerbung findet auch den Beifall von Ute Groth. Die Vorsitzende des Breitensportvereins DJK TuSA 06 Düsseldorf hatte sich nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel 2019 auf den vakanten Posten des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beworben.

„Ich finde es immer genial, wenn Leute Strukturen aufbrechen wollen - unabhängig von ihrem Geschlecht“, sagt die bis dahin in der Fußball-Welt völlig unbekannte gelernte Bauzeichnerin und Krankenhausplanerin: „Fußball ist eine reine Männerkultur. Frauen sind aber genauso fähig und es ist überfällig, dass sie an so großen gesellschaftlichen Dingen wie dem Fußball mehr Anteil haben.

Wird Dorotheé Augustin Präsidentin des Karlsruher SC?

Ahnung von Fußball zu haben nimmt Augustin für sich in Anspruch. „Ich bin sicher, an der sportlichen Schiene mangelt es mir nicht. Da stehe ich definitiv nicht im Schatten meiner Mitbewerber“, sagt sie und verweist darauf, selbst Fußball gespielt zu haben. Das sei auch einer ihrer maßgeblichen Beweggründe gewesen, die Bewerbung letztlich abzuschicken.

Hauptmotiv war meine Leidenschaft zum Fußball und zu meinem Lieblingsverein, dem KSC“, sagt sie. Und bei dem sei in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gelaufen. „Ohne die anderen zu kritisieren, möchte ich da in der Zukunft einiges besser machen.“ Zwar hätten andere Bewerber mehr unternehmerische Erfahrung und Insiderwissen. Diese Lücke will Augustin aber schnell schließen. „Wenn ich mich für etwas interessiere, dann ziehe ich das auch mit aller Kraft durch“, verspricht sie: „Egal, was kommt.“ Auch als mögliche KSC-Präsidentin. (dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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