Ex-SVS-Profi im Exklusiv-Interview

Stiefler nach Vertragsende beim KSC enttäuscht: „Geht an die Substanz“

Manuel Stiefler hat zuletzt zwei Jahre für den Karlsruher SC gespielt.
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Manuel Stiefler hat zuletzt zwei Jahre für den Karlsruher SC gespielt.

Karlsruhe - Eigentlich hat Manuel Stiefler mit einer Vertragsverlängerung beim Karlsruher SC gerechnet. Eine Absage hat er bis heute nicht erhalten - wie er im Interview erklärt:

Manuel Stiefler macht momentan eine seiner schwierigsten Phasen in seiner Karriere durch. Der 32-jährige Familienvater hat zuletzt zwei Jahre erfolgreich für den Karlsruher SC gespielt und hat mit den Badenern sowohl den Aufstieg in die 2. Bundesliga als auch den Klassenerhalt gefeiert. Obwohl er einen Großteil der Spiele absolviert hat, ist sein Vertrag in Karlsruhe nach dem Saisonende im Juni nicht verlängert worden. Seitdem ist sein Alltag geprägt von einem hohen Maß an Ungewissheit.

NameManuel Stiefler
Geboren25. Juli 1988 (Alter 32 Jahre)
GeburtsortBayreuth
Letzter VereinKarlsruher SC

Karlsruher SC: Manuel Stiefler im HEIDELBERG24-Interview

Bereits im Winter ist Stiefler signalisiert worden, dass sich der KSC eine Vertragsverlängerung vorstellen kann. Inzwischen ist der frühere Sandhausen-Profi, der sich mit seiner Familie in Karlsruhe wohlfühlt, allerdings seit fast vier Monaten ohne Verein. Bevor am Samstag seine beiden Ex-Klubs Karlsruher SC und SV Sandhausen (live auf Sky und im HEIDELBERG24-Ticker) aufeinander treffen, spricht Stiefler im exklusiven HEIDELBERG24-Interview über die vergangenen Monate.

HEIDELBERG24: Herr Stiefler, wie geht es Ihnen aktuell?

Manuel Stiefler: „Privat geht es mir super, aber die fußballerische Situation ist im Moment sehr bescheiden. Es fehlt einfach etwas. Das geht auch an die Substanz.“

HD24: Können Sie uns einen Einblick gewähren, wie die vergangenen Monate abgelaufen sind?

Stiefler: „Ich hatte zwei erfolgreiche Jahre beim KSC und war dort ein fester Bestandteil. Ich habe auch nie etwas Negatives gehört. Im Gegenteil: Seit dem Wintertrainingslager wurde mir signalisiert, dass man mit mir verlängern möchte. Auch der neue Trainer (Christian Eichner, Anmerkung der Redaktion) hat das betont.

Karlsruher SC: Manuel Stiefler über Vertragsende beim KSC

HD24: Wie hat sich die Situation nach ihrem Vertragsende beim KSC dargestellt?

Stiefler: „Kurz vor dem Saisonende hatte ich ein Angebot vorliegen. Allerdings wollte ich mich erst einmal auf die letzten zwei Spiele und das Saisonziel fokussieren, statt auf Vertragsverhandlungen. Danach haben wir uns zusammengesetzt und da habe ich zum ersten Mal gehört, dass es wegen dem Budget aktuell doch noch nicht möglich ist, den Vertrag zu verlängern.

HD24: Wann hatten Sie zuletzt ein Gespräch mit Oliver Kreuzer?

Stiefler: „Mitte Juli hat Herr Kreuzer mir zugesichert, dass wir das hinbekommen. Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Auf meine letzte Nachricht Ende September wurde noch nicht reagiert.“

HD24: Gab es denn vom KSC schließlich eine endgültige Absage?

Stiefler: „Ich habe bis heute keine Absage bekommen. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn ich im Juli oder August Klarheit gehabt hätte. So ist die Situation jetzt viel schlimmer. Ich bin eigentlich ein Mensch, der positiv ist und an das Gute glaubt, aber das Verhalten hat mich schon sehr enttäuscht - auch wenn ich weiß, wie hart das Geschäft ist. Ich habe zwei Jahre für den Verein alles gegeben und letzte Saison 27 Spiele gemacht. Daher kann ich es nicht nachvollziehen, dass ich im Unklaren gelassen werde. “

HD24: Ist das Kapitel KSC für Sie beendet oder könnten Sie sich eine Rückkehr dennoch vorstellen?

Stiefler: „Aktuell bin ich auf dem Markt verfügbar. Das gilt für den KSC und alle anderen Vereine. Ich habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen und bin mir sicher, mit meiner vielseitigen Spielweise vielen Vereinen weiterhelfen zu können.“

Karlsruher SC: Manuel Stiefler kann sich Wechsel ins Ausland vorstellen

HD24: Hatten Sie Kontakt zu anderen Vereinen?

Stiefler: „Ja, es gab schon Kontakt zu anderen Vereinen. Gegen Saisonende habe ich mehrere Anfragen bereits abgesagt, da ich auf den KSC vertraut habe. Aktuell liegt mir noch nichts Konkretes vor.“ 

HD24: Ein Karriereende ist für Sie also kein Thema?

Stiefler: „Ich liebe einfach den Fußball und will schon noch ein paar Jahre spielen. Wenn man solche Schattenseiten erlebt, beschäftigt man sich mit vielen Sachen, aber ich bin fit, trainiere mit einem Personal Coach sowie ab und zu bei einem ambitionierten Verein und will weiterspielen. Wenn man letztes Jahr 27 Spiele in der 2. Bundesliga absolviert hat, spricht auch nicht viel dagegen, auf dem Niveau weiterzuspielen.“

HD24: Können Sie sich einen Wechsel ins Ausland vorstellen?

Stiefler: „Ja, definitiv! Ich bin da sehr offen. Es gibt einige Länder, die reizvoll wären. Meine Frau hat bereits gesagt, dass sie mit ins Ausland kommen würde.

HD24: Wäre auch ein Wechsel in die 3. Liga eine Option?

Stiefler: „Die 3. Liga ist sehr attraktiv und hat viele tolle Traditionsvereine. Wenn es passt, wäre das für mich natürlich eine Alternative.

Denis Linsmayer (li.) und Manuel Stiefler (r.) während ihrer gemeinsamen Zeit in Sandhausen.

HD24: Am Samstag treffen ihre beiden Ex-Vereine Sandhausen und Karlsruhe aufeinander. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des SVS?

Stiefler: „Denis Linsmayer und Stefan Kulovits kenne ich noch aus meiner Zeit damals. Es freut mich für die Jungs, wenn es gut läuft. Aus der Ferne betrachtet haben sie sich gut verstärkt. Sie haben eine unbequeme und gute Mannschaft.

HD24: Zum Abschluss: Was ist Ihr Tipp für das Spiel?

Stiefler: „Da bin ich diplomatisch und tippe auf ein 1:1.“ (nwo)

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