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Malaika Mihambo und der Sprung ihres Lebens - Olympia-Märchen mit großen Emotionen

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Von: Nils Wollenschläger

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Olympia 2021 - Malaika Mihambo holt im Weitsprung-Finale sensationell die Gold-Medaille. Nach dem größten Erfolg ihrer Karriere kennt die Freude keine Grenzen:

Die legendäre Olympia-Hymne „One Moment in Time“ von Whitney Houston ist ein zeitloser Klassiker und genießt auch 33 Jahre nach den Olympischen Spielen von Seoul Kultstatus. Der Song könnte auch die perfekte Beschreibung dafür sein, wie sich Malaika Mihambo am Dienstagmorgen bei Olympia in Tokio fühlt. Die gebürtige Heidelbergerin holt im Weitsprung-Finale die Gold-Medaille - und das im letzten Versuch. Eine Medaille hat sie vor ihrem letzten Sprung schon sicher. Mit genau sieben Metern übertrumpft Mihambo dann tatsächlich noch Brittney Reese und Ese Brume. Die Freude über ihre erste Gold-Medaille kennt anschließend keine Grenzen. Auch die ein oder andere Freudenträne vergießt die Oftersheimerin im Olympiastadion.

NameMalaika Mihambo
Geburtstag3. Februar 1994 (Alter 27 Jahre)
GeburtsortHeidelberg
VereinLG Kurpfalz

Malaika Mihambo holt bei Olympia Gold-Medaille im Weitsprung

Für Außenstehende ist der Olympia-Erfolg die logische Folge gewesen. Schließlich ist Malaika Mihambo 2018 in Berlin Europameisterin und ein Jahr später in Doha Weltmeisterin geworden. Lediglich eine Olympia-Medaille hat der Weitspringerin, die 2019 und 2020 als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet worden ist, noch gefehlt. 2016 belegt sie in Rio de Janeiro Platz vier.

Malaika Mihambo voller Stolz mit ihrer Gold-Medaille.
Malaika Mihambo voller Stolz mit ihrer Gold-Medaille. © Michael Kappeler/dpa

Vor den Olympischen Spielen in Tokio hat die 27-Jährigen allerdings mit Problemen zu kämpfen gehabt. Erst der letzte Sprung in der Qualifikation hat ihr letztlich das Selbstvertrauen für das Finale gegeben. „Ich bin dankbar, dass ich als beste Version meiner selbst hier stehe. Es ist ein bescheidenes Glücksgefühl, das ich sehr genieße und wertschätze“, sagt die Olympiasiegerin mit Blick auf ihre Vorbereitung.

Malaika Mihambo: Olympia-Gold nach Weitsprung-Krimi

Am Dienstag macht es Mihambo dann mal wieder extrem spannend. Der zweite Versuch ist mit 6,95 Metern zunächst ihr bester. Nach zwei Fehlversuchen steht sie im letzten Durchgang enorm unter Druck - und liefert.

Malaika Mihambo bei Olympia in Tokio.
Malaika Mihambo bei Olympia in Tokio. © Michael Kappeler/dpa

Mit ihrem Olympia-Sieg ist Malaika Mihambo endgültig in der Riege der Leichtathletik-Stars angekommen. „Das war mein härtester Wettkampf und die wichtigsten sieben Meter, die ich je gesprungen bin“, betont sie nach dem Finalsieg.

Malaika Mihambo springt zu Gold: Glückwünsche von Drechsler, Würzner und Ecker-Rosendahl

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner hat Malaika Mihambo im Anschluss an ihren Olympia-Erfolg gratuliert. „Chapeau Malaika Mihambo. Was für eine Willensstärke, was für ein Vorbild! Sich nach einer Verletzung wieder nach vorne zu arbeiten, bis zum Schluss an sich zu glauben und im letzten Versuch die Bestmarke zu setzen - das ist einfach nur beeindruckend. Herzlichen Glückwunsch Malaika Mihambo zur Goldmedaillie. Die ganze Sportregion freut sich mit“, so Würzner.

Viel Lob gibt es nach ihrem Gold-Sprung auch von Heike Drechsler, die 2000 die letzte deutsche Olympiasiegerin im Weitsprung gewesen ist. „Einfach genial! Ich bin sehr gerührt und überwältigt“, sagt die 56-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Ich wünsche mir, dass sie jetzt nicht sagt, sie hat alles gewonnen, und ans Aufhören denkt.“ Auch Heide Ecker-Rosendahl, die 1972 in München triumphiert hat, hat das Weitsprung-Finale verfolgt. „Wahnsinn! Das hat mich richtig gefreut“, sagt die 74-Jährige. „Dass sie im letzten Versuch so einen raushaut, das hat mich gefreut. Mit 80 000 Zuschauern wäre das natürlich noch schöner gewesen.“ Trotz der fehlenden Zuschauer: Ihren ganz besonderen Olympia-Moment wird Malaika Mihambo jedenfalls niemals vergessen. (nwo)

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