Samstag & Sonntag auswärts ran

Zwei Löwen-Spiele in zwei Tagen: „Grenze überschritten!“

+
Auch der Sportliche Leiter Oliver Roggisch (39) ist erbost über die Spiele-Terminierung.

Mannheim – Das ist selbst für harte Handballer ein Brocken! Denn die Löwen haben innerhalb von zwei Tagen außer zwei Auswärtsspielen auch 3.400 Kilometer Reiserei vor sich:

Zwei (Auswärts-)Spiele innerhalb von zwei Tagen, dazu die Reisestrapazen nach Leipzig und nach Barcelona...

Der Ärger beim deutschen Handballmeister Rhein-Neckar Löwen über diesen Terminstress ist mehr als verständlich!

Denn die Europäische Handball Federation (EHF) hat das schwere und wichtige Spiel in der VELUX EHF Champions League bei Rekord-Champion FC Barcelona für den 12. November (19 Uhr) terminiert – einen Tag nach dem Bundesligaspiel gegen den SC DHfK Leipzig am 11. November (18:10 Uhr).

Wir haben die Terminierung unseres Auswärtsspiels in Barcelona zur Kenntnis genommen und müssen nun erst einmal sehen, wie wir mit der Situation umgehen. Fakt ist, dass wir als Rhein-Neckar Löwen alle Beteiligten seit Monaten über die Terminproblematik dieser Partie hingewiesen haben“, wird Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann (34) deutlich. 

>>> Alle News zu den Rhein-Neckar Löwen findest Du auf unserer Facebook-Seite „Meine Rhein-Neckar Löwen“

Und auch Ex-Profi Oliver Roggisch (39), der Sportliche Leiter, zeigt sich verärgert: „Zwei Spiele an zwei Tagen, ohne Regeneration und Vorbereitung, verbunden mit einer Reise von Leipzig nach Barcelona, das hat es in der Vergangenheit noch nicht gegeben. Hier wurde ganz klar eine Grenze überschritten, was wir so nicht akzeptieren können.“ 

Dennoch ist es für die Löwen keine Frage, jeweils das bestmögliche Team auf die Platte zu schicken – Chapeau! 

Unsere Mannschaft möchte das Spiel in Barcelona absolvieren, wir müssen nun aber erst einmal schauen, wie wir in der Nacht von Leipzig nach Barcelona kommen. Neben der Belastung unseres Teams erwarten uns nun natürlich auch deutliche Mehrausgaben“, weiß Kettemann: „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte unsere 2. Mannschaft die Partie in Barcelona absolviert. Ich bin sehr stolz auf unsere Spieler, die dieses Spiel in Barcelona aber unbedingt spielen wollen, weil es eben auch etwas Besonderes ist, in der Champions League an den Start zu gehen.

Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann (34). 

Hintergrund: Durch den neuen Fernseh-Vertrag in Deutschland sind Spiele im Turnus Donnerstag und Samstag für Europapokal-Teilnehmer wie den THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt und die Löwen keine Seltenheit. 

Aber Samstag und Sonntag zwei Auswärtsspiele zu absolvieren, das sprengt eigentlich meine Vorstellungskraft“, kann sich Kettemann kaum beruhigen. Verbunden mit der Hoffnung, „dass so ein Fall im gesamten europäischen Handball nie wieder vorkommt. Jeder Club sollte eine Pause von mindestens drei Tagen zwischen zwei Pflichtspielen haben.

Partie gegen Vardar Skopje

Am 26. November (19 Uhr) steigt das mit Spannung erwartete Heimspiel gegen Titelverteidiger Vardar Skopje in der SAP Arena. Der Ticket-Vorverkauf hat bereits begonnen – die Löwen bieten für dieses Spiel Sonderpreise im Unterrang an.

Das Hinspiel in Mazedonien findet am 18. November (17:30 Uhr) statt. Auch hier nicht ganz ohne Terminstress: Denn zwei Tage zuvor kämpft das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen (45) in der Liga bei der MT Melsungen um Liga-Punkte.

Dagegen hat man sich mit den Club-Verantwortlichen des ungarischen Vizemeisters MOL Pick Szeged auf einen Heimrechttausch geeinigt, weil eine Verlegung des Auswärtsspiels der Löwen beim SC Magdeburg am 2. November nicht möglich ist. Somit müssen die Löwen am 5. November in Szeged antreten – Anwurf 17 Uhr. Zum Rückspiel gegen die Ungarn kommt es dann irgendwann im Frühjahr 2018 im Harres St. Leon-Rot. 

Bislang keine Lösung gibt es bei der Terminfindung für das Match gegen den kroatischen Dauermeister RK Zagreb – einmal mehr wegen Überschneidungen mit dem Bundesliga-Spielplan.

Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch dieses Problem in der Terminierung zeitnah lösen werden. Wir sind uns bewusst, dass es ein unglaublich komplexes Thema ist, die Spielpläne für die nationalen und internationalen Ligen zu erstellen und es hierbei immer wieder zu Konflikten kommen wird. Diese wird man aber nur gemeinsam lösen können. Hier stehen die Verbände in der Verantwortung, in Zukunft nicht nur für die Gesundheit unserer Spieler, sondern auch für die Zukunft unserer Sportart die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so Löwen-Geschäftsführerin Kettemann.

>>> Wegen Schmid-Strafe: Jacobsen flippt völlig aus!

>>> Thriller gegen Barcelona! Löwen holen Last-Minute-Punkt

RNL/pek

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare