Handball-Bundesliga in der Corona-Krise

Löwen-Chefin Kettemann: Saisonabbruch würde Handball „massiv schaden“

Jennifer Kettemann, Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen, steht mit Mund-Nasen-Schutz (Archivbild).
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Jennifer Kettemann, Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen, steht mit Mund-Nasen-Schutz (Archivbild).

In der Corona-Krise spielen die Rhein-Neckar Löwen vor leeren Rängen – folglich bleiben die Einnahmen aus. Trotzdem spricht sich Geschäftsführerin Jennifer Kettemann gegen einen Saisonabbruch aus.

Update vom 28. Dezember: Geschäftsführerin Jennifer Kettemann von den Rhein-Neckar Löwen hat sich trotz der anhaltenden Geisterspiele in der Handball-Bundesliga für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. „Ein Abbruch würde unserer Sportart durch die nicht zu kalkulierenden Folgen massiv schaden“, sagt die 38-Jährige dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstag). Sie erklärt, dass sich der zweimalige deutsche Meister bereits mit einem Szenario beschäftigen müsse, „das eine Saison komplett ohne Zuschauer vorsieht“. Das ablaufende Jahr 2020 nennt Kettemann das „schwerste in der Geschichte der Rhein-Neckar Löwen. Die Aufarbeitung wird uns sicher noch mehrere Spielzeiten beschäftigen.“

Zwiegespalten ist Kettemanns Meinung zur bevorstehenden Weltmeisterschaft in Ägypten (13. bis 31. Januar). „Wenn das Hygienekonzept der WM stimmt, wird es funktionieren. Das ist meine offizielle Meinung“, sagte sie. „Wenn Sie mich persönlich fragen, mache ich mir selbstverständlich Sorgen um unsere Spieler. Es geht hier nicht um Maschinen, die wir nach Ägypten versenden. Es geht um Menschen, die uns auch am Herzen liegen.“

Sie akzeptiere „die Entscheidung jedes Spielers, der in der aktuellen Situation nicht für sein Land spielen will und hoffe sehr, dass diejenigen, die an der WM teilnehmen, alle wieder gesund nach Hause kommen“. (dpa)

Rhein-Neckar Löwen erhalten Finanzspritze vom Staat – „Überlebenswichtig“

Erstmeldung vom 10. Dezember: Anfang Oktober startet auch für die Rhein-Neckar Löwen wieder die Handball-Bundesliga. Doch aufgrund der Corona-Maßnahmen bleiben die Ränge leer – wann sich das ändern wird, steht noch in den Sternen. Auch die Partien der European League finden ohne Zuschauer statt. Das Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen muss wegen Corona-Fällen beim Schweizer Club sogar verlegt werden. Schlimmer ist allerdings die finanzielle Lage, die die leere SAP Arena mit sich bringt. Doch nun erhält der Meister der Saison 2016/17 eine Finanzspritze.

Rhein-Neckar Löwen erhalten Finanzspritze vom Staat

Diese finanzielle Hilfe ist für die Clubs in einer Zeit ohne Heimspiele mit Zuschauern überlebenswichtig, um wenigstens für einen gewissen Zeitraum die fehlenden Einnahmen überbrücken zu können“, erklärt die Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann gegenüber dem Morgenweb. Die Rhein-Neckar Löwen erhalten 800 000 Euro aus den staatlichen Coronahilfen für den Profisport.

Mit dem Hilfspaket soll zumindest ein Teil der Ausfälle von Profimannschaften kompensiert werden. Die Politik hat dafür insgesamt 200 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Informationen des SWR haben auch der HBW Balingen-Weilstetten, der TVB Stuttgart, die Eulen Ludwigshafen und Frisch Auf Göppingen Corona-Hilfen beantragt. (dpa/dh)

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