Interview

Rúrik Gíslason exklusiv: Tänzer, Musiker, Schauspieler - Einblicke in sein neues Leben

„Let‘s Dance“-Star Rúrik Gíslason spricht über sein neues Leben. (Archivfoto)
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„Let‘s Dance“-Star Rúrik Gíslason spricht über sein neues Leben. (Archivfoto)

Köln - Im exklusiven Interview spricht Rúrik Gíslason über seine Teilnahme an „Let‘s Dance“ (RTL), seinen Ex-Klub SV Sandhausen und seine Pläne für die Zukunft:

Rúrik Gíslason ist bereits während seiner Karriere als Fußballer in vielen verschiedenen Bereichen tätig gewesen. So hat er unter anderem einen eigenen Gin und ein eigenes Modelabel. Im Gegensatz zu manchen anderen Spielern macht der Isländer nach dem Ende seiner Laufbahn im November 2020 keine Pause, sondern startet so richtig durch. Anfang des Jahres hat der 33-Jährige, der bei der WM 2018 einen Instagram-Hype ausgelöst hat, seine erste Single „Older“ veröffentlicht. Seit Ende Februar begeistert Rúrik Gíslason als Kandidat der Tanz-Show „Let‘s Dance“. „Ich vermisse den Fußball überhaupt nicht“, verrät Gíslason im exklusiven HEIDELBERG24-Interview.

NameRúrik Gíslason
Geboren25. Februar 1988 (Alter 33 Jahre)
GeburtsortReykjavík (Island)
FreundinNathalia Soliani

Rúrik Gíslason im Interview: Das sagt er zur Situation des SV Sandhausen

Nach 17 Jahren im Fußball-Business ist der hübsche Isländer, der mit dem brasilianischen Model Nathalia Soliani liiert ist, voll in seinem neuen Leben angekommen. Das Geschehen bei seinem Ex-Klub SV Sandhausern verfolgt Gíslason dennoch auch weiterhin: „Ich verfolge die Jungs, mit denen ich gespielt habe. Ich fühle in der aktuellen Situation auch sehr mit den Fans, zu denen ich eine gute Verbindung hatte. Sie haben mich immer sehr nett behandelt und unterstützt - dafür bin ich sehr dankbar.“ Im HEIDELBERG24-Interview spricht er zudem über seine Karriere als Schauspieler, seine ersten Eindrücke von „Let‘s Dance“ und weitere mögliche Projekte im deutschen Fernsehen.

Rúrik Gíslason (Let‘s Dance) im großen Interview - Isländer spricht über sein neues Leben

HEIDELBERG24: Herr Gíslason, die ersten „Let‘s Dance“-Shows sind vorbei. Wie fällt ihr Fazit aus?

Rúrik Gíslason: „Ich weiß, es klingt wie ein Klischee, aber es macht wirklich großen Spaß. Natürlich ist man nervös, bevor man auf die Bühne geht und vor Millionen von Zuschauern tanzt. Das geht sogar den professionellen Tänzern so. Aber wenn ich auf der Bühne stehe, versuche ich mich voll auf den Tanz zu konzentrieren.“

HD24: Haben Sie damit gerechnet, dass das Training so hart ist?

Gíslason: „Ich habe schon damit gerechnet und ich bin sehr glücklich, dass es viel harte Arbeit ist und man so viel Zeit braucht, um die Tanzschritte zu lernen. Das nimmt mir auch ein bisschen die Angst. Ich glaube viele Menschen wissen nicht, wie viel Arbeit hinter einem Tanz steckt. Das Schöne ist, dass man es den Menschen so präsentieren muss, dass es einfach aussieht. Um an diesen Punkt zu kommen, muss man hart arbeiten.“

HD24: Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihrer Tanzpartnerin Renata Lusin?

Gíslason: „Sie hilft mir, mein Selbstvertrauen vor dem Tanz aufzubauen. Aber natürlich gibt es Momente, in denen sie mich pushen muss. Sie will auch das beste Ergebnis rausholen und weiß, wie man das erreicht. Sie ist eine richtige Perfektionistin.“

Rúrik Gíslason (r.) und seine Tanzpartnerin Renata Lusin (li.) bei Let‘s Dance.

HD24: Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Tanz- und dem Fußballtraining?

Gíslason: „Das ist eine ganz andere Welt. Beim Tanzen ist mein Puls höher als beim Fußball. Fußball ist vielleicht intensiver, aber das Tanzen ist im täglichen Training aufwendiger. Das liegt auch daran, dass ich das Tanzen erst lernen muss. Da muss ich wirklich konzentriert sein, um die Schritte zu lernen.“

HD24: Wie haben Sie die Stimmung am Set von „Let‘s Dance“ erlebt?

Gíslason: „Ich glaube, dass jeder Teilnehmer das gleiche Ziel hat. Ich bin sehr stolz, wie viel Arbeit und Anstrengung alle reinstecken. Wir sind in einem Wettbewerb, aber gleichzeitig unterstützen wir uns. Ich versuche für jeden Teilnehmer da zu sein. Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten, auch wenn wir eigentlich Konkurrenten sind.“

Rúrik Gíslason über Let‘s Dance und Chef-Juror Joachim Llambi

HD24: Wie eng ist der Kontakt zu den anderen Kandidaten? Mit wem verstehen Sie sich am besten?

Gíslason: „Es gibt hier so viele nette Leute. Es ist schwer, eine Person herauszupicken. Ich war in der ersten Show in einer Gruppe mit Ilse DeLange und Valentina Pahde. Sie haben eine tolle Energie und sind sehr positive Menschen. Für mich, der bisher im Fußball tätig war, ist es schön, Leute kennenzulernen, die einen anderen Background haben.“

HD24: Wie haben Sie die Jury bisher wahrgenommen? Joachim Llambi gilt als sehr strenger Juror.

Gíslason: „Ich habe viel Respekt vor der Jury. Ich respektiere die Meinung von Joachim Llambi, weil er ein professioneller Tänzer ist. Sein Urteil ist für mich sehr wertvoll, um mich weiterzuentwickeln. Sein Feedback nehme ich gerne mit.“

HD24: Ist es Ihr Ziel, Dancing Star 2021 zu werden?

Gíslason: „Ich denke es wäre falsch zu sagen, dass mir dieser Titel egal ist. Aber mein Hauptziel ist es, jede Woche sehr ernst zu nehmen und jeden Freitag eine tolle Show zu machen. Das ist eigentlich das Einzige, was ich machen kann, um genug Stimmen zu bekommen. Ich muss den Leuten zeigen, dass ich hart arbeite und mich verbessere.“

HD24: Sie gelten als Favorit. Ist das ein zusätzlicher Druck für Sie?

Gíslason: „Ich mache mir ja selbst viel Druck, deshalb denke ich darüber nicht nach. Ich will es nur gut machen und weit kommen. Ich werde traurig sein, wenn die Zeit bei Let‘s Dance vorbei ist.“

HD24: Wie fällt die Reaktion ihrer Familie und ihrer Freundin aus?

Gíslason: „Meine Familie unterstützt mich wirklich sehr. Ich bin glücklicherweise von Menschen umgeben, die mich sehr unterstützen. Auch meine Freundin steht hinter mir. Ich glaube es ist für keinen einfach, wenn man seinen Partner beim Tanzen mit einer anderen Frau sieht. Sie macht sich oft darüber lustig und stichelt. Sie meint das aber mehr im Spaß.“ (lacht)

Nathalia Soliani unterstützt Rúrik Gíslason bei Let‘s Dance.

HD24: Hat es Sie überrascht, dass sie bei der ersten Shows so sehr im Fokus standen?

Gíslason: „Das hat mich schon überrascht, macht mich aber sehr glücklich. Ich fühle und sehe die Unterstützung. Das bedeutet mir sehr viel. Es ist eine große Belohnung, dass die Leute mögen, was ich mache. Es fühlt sich gut an, die ganzen Komplimente im Internet zu lesen. Das spornt mich auch an, noch besser zu werden.“

Rúrik Gíslason: Bei der WM 2018 wurde er zum Instagram-Star

HD24: Ist die Situation vergleichbar mit der WM 2018, als Sie plötzlich berühmt wurden?

Gíslason: „Es ist schon ähnlich, wenn man so im Spotlight steht. Ich will auf Social Media offen sein und den Menschen zeigen, was ich außerhalb der Show mache. Bei der WM war ich ein bisschen abgeschirmter.“

HD24: Wie blicken Sie auf den Hype von 2018 zurück? Hat das ihr Leben verändert?

Gíslason: „Ich würde nicht sagen, dass ich mich oder sich mein Leben verändert hat, aber es hat mir viele neue Möglichkeiten gebracht, für die ich wirklich sehr dankbar bin.“

Rúrik Gíslason vermisst den Fußball nicht

HD24: Sie haben Ende 2020 ihre Karriere als Fußballer beendet. Vermissen Sie den Fußball?

Gíslason: „Ich muss ehrlich sein: Ich vermisse den Fußball überhaupt nicht. Ich hatte im letzten Sommer ein paar Angebote, aber ich habe mich entschieden, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und andere Dinge machen will. Der Fußball war 17 Jahre lang mein Leben. Ich werde auch nicht mehr zurückkehren. Man weiß im Leben zwar nie, aber aktuell vermisse ich den Fußball nicht.“

HD24: Sie haben vor einigen Wochen ihre erste Single „Older“ veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Gíslason: „Das war eine lustige Geschichte. In Island wurde eine Dokumentation über mein Leben gedreht. Als das Kamerateam bei mir Zuhause war, haben sie mich gebeten, etwas auf der Gitarre zu spielen und zu singen. Nachdem die Sendung im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hat mich ein Musikproduzent kontaktiert. Ich habe den Song mitgeschrieben. Jetzt läuft er in Island und Deutschland im Radio. Es freut mich sehr, dass die Menschen ihn mögen.“

Rúrik Gíslason: Neues Leben als Musiker und Schauspieler

HD24: Werden Sie in Zukunft auch ein Album machen?

Gíslason: „Das weiß ich noch nicht, aber es werden auf jeden Fall noch mehr Songs kommen. Ich habe einen Vertrag bei Sony Records Scandinavia unterschrieben.“

HD24: Welche Message steckt hinter „Older“?

Gíslason: „Es ist ein Song, der auch an junge Leute gerichtet ist. Wenn Du jung bist, machen dich Dinge traurig, über die Du später mal lachen kannst. Die Message ist, dass man sich nicht zu viele Sorgen machen sollte.“

HD24: Sie haben während ihrer Karriere an vielen verschiedenen Orten gelebt: Wo hat es Ihnen am besten gefallen und wie sehr vermissen Sie Heidelberg?

Gíslason: „Das ist unmöglich zu sagen. Aber ich vermisse Heidelberg auf jeden Fall. Dort habe ich zwei Jahre gelebt und mich wohlgefühlt. Ich habe dort noch viele gute Freunde.“

HD24: Ihre Freundin Nathalia Soliani lebt aktuell in London. Wo sehen Sie in Zukunft ihren Lebensmittelpunkt?

Gíslason: „Ja, sie lebt in London, da dort viele Mode-Studios sind. Wegen Corona ist sie aber aktuell bei ihrer Familie in Brasilien. Mein Lebensmittelpunkt ist momentan in Island, weil ich nach dem Ende meiner Karriere bei meiner Familie sein will. Während meiner Karriere konnte ich kaum zu Hause sein. Vor allem, nachdem letztes Jahr meine Mutter gestorben, wollte ich wieder mehr bei meiner Familie sein. Wo ich aber in den nächsten Jahre wohne, ist auch abhängig davon, was ich beruflich mache.“

Rúrik Gislason: Zu diesen Sandhausen-Spielern hat er noch Kontakt

HD24: Ihr Abschied beim SV Sandhausen verlief unschön. Verfolgen Sie noch ihr ehemaliges Team?

Gíslason: „Ja, das stimmt. Ich verfolge die Jungs, mit denen ich gespielt habe. Ich fühle in der aktuellen Situation auch sehr mit den Fans, zu denen ich eine gute Verbindung hatte. Sie haben mich immer sehr nett behandelt und unterstützt - dafür bin ich sehr dankbar.“

HD24: Mit welchen ehemaligen Mitspielern haben Sie noch Kontakt?

Gíslason: „Ich schreibe manchmal mit Tim (Kister, Anmerkung der Redaktion) und Dennis (Diekmeier, Anmerkung der Redaktion). Sie sind fantastische Jungs. Wir sind weiter in Kontakt, auch wenn es momentan schwierig ist, sich zu sehen. Die erste Person, die mich damals in Sandhausen empfangen hat, war Jesper Verlaat - er ist ein unglaublicher Typ (lacht). Ich werde definitiv mit den Jungs in Kontakt bleiben, nicht nur mit Tim und Dennis. In Sandhausen war es ähnlich wie mit der isländischen Nationalmannschaft. Wir wollten füreinander spielen und hatten einen großen Zusammenhalt.“

Rurik Gislason (li.) im Trikot des SV Sandhausen.

HD24: Welche Pläne haben Sie für die Zeit nach „Let‘s Dance“?

Gíslason: „Im April feiert in Island mein erster Film Premiere. Ich weiß noch nicht, in welche Richtung es geht, aber ich werde weiter an meinen Projekten arbeiten.“

HD24: Um was geht es in dem Film?

Gíslason: „Es ist ein Action- und Comedy-Film. Ich spiele einen Bösewicht. Für die Rolle musste ich einen Monat lang Kung Fu lernen. Das ist das, was ich an meinem Leben nach dem Fußball so liebe. Ich lerne tolle neue Leute aus anderen Bereichen kennen und entwickle mich weiter.“

HD24: Könnten Sie sich auch weitere TV-Projekte in Deutschland vorstellen?

Gíslason: „Definitiv! Let‘s Dance macht mir viel Spaß. Ich genieße es hier sehr. Wer weiß, was die Zukunft bringt, aber ich bin sehr offen gegenüber weiteren TV-Shows. Mein Deutsch hat sich durch Let‘s Dance auch nochmal sehr verbessert. Eine andere Sprache und Kultur näher kennenzulernen, ist eine Sache, für die ich sehr dankbar bin.“

HD24: Sind auch Formate wie das Dschungelcamp oder Big Brother ein Thema für Sie?

Gíslason: „Das ist momentan schwer zu beantworten, da ich diese Sendungen noch nicht gesehen habe und die Konzepte nicht kenne.“

HD24: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Gíslason: „Mein Leben verändert sich momentan fast täglich. Ich bin sehr froh über die ganzen Möglichkeiten, die ich nach dem Fußball bekomme. Deshalb ist es unmöglich zu sagen, was ich in fünf Jahren mache. Ich werde auf jeden Fall weiter hart arbeiten.“ (nwo)

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