SVS-Aufschwung

Der unermüdliche ‚Ligazwerg‘ lässt nicht locker

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Ein gewohntes Bild in dieser Saison: Der SVS bejubelt wie hier in Paderborn einen Sieg.

Sandhausen – Wer hätte das vor der Saison gedacht? Der SV Sandhausen steht nach 14 Spielen auf einem sensationellen fünften Platz. Am Hardtwald bleibt man aber dennoch bescheiden.

Es ist ein Bild mit Symbolkraft gewesen!

Nachdem Denis Linsmayer beim Auswärtsspiel in Frankfurt das goldene Tor zum 1:0 für den SV Sandhausen erzielt hat, rennt der Mittelfeldspieler vor die Kurve der SVS-Fans, wo ein Plakat mit der Aufschrift „Ligazwerg und stolz darauf“ zu sehen ist.

„Ligazwerg und stolz darauf“

Dieser Slogan umschreibt den Verein, den vor der Saison wohl kaum ein Fußball-Experte auf dem Zettel gehabt hat, relativ treffend. In Sandhausen macht sich keiner etwas vor. Der Ort ist die kleinste Gemeinde im Profi-Fußball, man hat den geringsten Etat sowie den geringsten Gesamtmarktwert aller Zweitligisten. Eben ein echter ‚Ligazwerg‘

Anstatt diese Fakten negativ auszulegen spielen jedoch vor allem die Fans mit diesem Image. Ähnlich hat sich zum Beispiel auch Mainz 05 mit der Bezeichnung „Karnevalsverein“ schon vor Jahren erfolgreich arrangiert.

In der Fremde eine Macht

Auf dem Platz spielt der vermeintliche Außenseiter in dieser Saison groß auf. Die Hypothek von drei Minuspunkten ist schon kurz nach dem erfolgreichen Saisonstart kein Thema mehr am Hardtwald gewesen. Auswärts die beste Mannschaft der Liga und zu Hause erst eine Niederlage kassiert. Die Elf von Trainer Alois Schwartz hat definitiv auf sich aufmerksam gemacht.

Der 48-jährige Erfolgscoach, der seinen Vertrag erst kürzlich bis 2018 verlängert hat, ruht sich aber keinesfalls auf den guten Leistungen seiner Mannschaft aus, sondern richtet den Fokus ausschließlich nach vorne. So auch nach dem Sieg beim FSV Frankfurt, auf den die Länderspielpause folgte.

Intensive Arbeit

„Wir haben nach dem Frankfurt-Spiel sehr intensiv gearbeitet und haben zweimal am Tag trainiert. Wir wollen jetzt in den letzten fünf Spielen des Jahres noch einmal alles raushauen“, sagt Schwartz, der immer wieder betont, dass das Ziel nach wie vor der Klassenerhalt ist.

Auch die Spieler sind sich bewusst, dass der Verbleib in Liga zwei über allem steht. „Der Nichtabstieg bleibt nach wie vor das Hauptziel. Jeder Platz in der oberen Tabellenhälfte wäre natürlich ein Traum für uns“, sagt beispielsweise Andrew Wooten, der inzwischen sogar sein Debüt für die Nationalmannschaft der USA gefeiert hat.

Wohin geht die Reise?

Wenn man nach 14 Spielen trotz Punktabzug mit 22 Zählern auf Platz fünf liegt, darf man sich in der Regel berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg ins Oberhaus machen. 

Doch trotz der Siege gegen Kaiserslautern, St. Pauli oder Braunschweig träumt im ruhigen Umfeld der Sandhäuser keiner von einem „zweiten Darmstadt“. Die Hessen sind in der vergangenen Saison in einer ähnlichen Situation gewesen und sind letztlich sensationell in die Bundesliga aufgestiegen. Wenn man die Minuspunkte hinzurechnet, hat der SVS aktuell sogar mehr Punkte gesammelt als die Darmstädter zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Am Hardtwald lässt man sich auf solche Rechenspiele natürlich nicht ein, ein gewisser Stolz ist den Verantwortlichen über das bisher Erreichte jedoch durchaus anzumerken. 

Folgt gegen Karlsruhe der nächste Streich?

„Ich muss meiner Mannschaft einen großen Dank aussprechen, wie akribisch sie in den Trainingseinheiten arbeitet und dies auch auf dem Feld umsetzt. Es freut mich einfach, wie die Mannschaft auftritt, auch wenn es fußballerisch mal nicht so läuft“, zeigt sich Alois Schwartz sehr zufrieden.

Unterm Strich bleibt, dass bei den Schwarz-Weißen in dieser Saison einfach sehr viel zusammenpasst. Die Neuzugänge haben sich ohne Probleme integriert, die Defensive ist weiterhin das Prunkstück und vorne ist man deutlich effizienter geworden. Die Ausgangslage vor den letzten fünf Spielen des Jahres könnte also kaum besser sein.

Ob der ‚Ligazwerg‘ auch gegen die zuletzt so starken Karlsruher für Furore sorgen kann, wird sich am Freitag, 20. November, um 18:30 Uhr im Hardtwaldstadion zeigen.

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nwo

Quelle: Mannheim24

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