Torhüter im Interview

SVS-Talent Wulle: „Werde jetzt weiter Gas geben!"

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Rick Wulle spielt seit dieser Saison beim SV Sandhausen.

Sandhausen – Trotz seines starken Debüts bleibt SVS-Keeper Rick Wulle auf dem Boden. Im Interview spricht er über sein erstes Halbjahr beim SVS, seine Ziele und sein großes Vorbild.

Hinter Rick Wulle liegt eine aufregende Woche. Schließlich hat der junge Keeper gegen Paderborn sein erstes Zweitliga-Spiel absolviert. „Das war ein Wahnsinnsgefühl“, hat der 21-Jährige nach dem Spiel resümiert und hat für seine Leistung viel Lob bekommen.

Vor der Partie in Heidenheim hat HEIDELBERG24 den Torhüter zum Interview am Hardtwald getroffen.

Frage: Herr Wulle, wie viele Nachrichten haben sie nach ihrem Debüt gegen Paderborn erhalten? 

Rick Wulle: „Oh, das waren schon sehr viele Glückwünsche (lacht).“

Haben Sie überhaupt schon die Zeit gehabt, alle zu beantworten?

„Ich habe schon eine Weile gebraucht, habe aber mittlerweile alle Nachrichten beantworten können (lacht).“

Mit ein paar Tagen Abstand: Wie ordnen Sie das Spiel gegen Paderborn ein?

„Es war natürlich ein Wahnsinns-Erlebnis und hat großen Spaß gemacht. Man muss aber auch den Ball flach halten. Denn Ich habe jetzt nichts Unmögliches geleistet. Ich bleibe auf dem Boden und werde jetzt weiter Gas geben.“

War es gut, dass Sie von ihrem Einsatz erst so kurzfristig erfahren haben?

„Ich denke schon, dass es vielleicht ein Vorteil war, dass ich mir vorher nicht so viele Gedanken machen konnte.“

War das die bislang größte Drucksituation ihrer Karriere?

„Auf jeden Fall! Das war schließlich mein erstes Spiel im Profibereich und somit eine ganz neue Situation für mich. Der Druck hat mich aber noch einmal zusätzlich gepusht. Einen gewissen Druck brauche ich auch, um meine Leistung zu bringen.“

Sie sind jetzt seit knapp über einem halben Jahr beim SVS. Wie fällt ihr bisheriges Fazit aus?

„Es war am Anfang eine große Umstellung für mich und auch nicht ganz einfach, weil das Niveau um einiges höher ist als in der Regionalliga. Aber ich habe mich auch durch das Training hier schon gut weiterentwickeln können. Ich bin überzeugt davon, dass der Wechsel der richtige Schritt war.“

Hätten Sie im Sommer gedacht, dass Sie so schnell ihr Pflichtspieldebüt feiern?

„Nein, so schnell nicht! Ich hatte eher im nächsten Jahr mit einem Startelf-Einsatz gerechnet. Es kam jetzt natürlich auch etwas Glück dazu, aber ich habe versucht mich zu zeigen und ich denke, das ist mir ganz gut gelungen.“

Sie haben in Sandhause einen langfristigen Vertrag unterschrieben. Haben Sie eine klaren Karriereplan vor Augen?

„Ich setze mir immer kleine Ziele. Das erste Ziel war es, im Kader dabei zu sein. Früher oder später will ich aber natürlich die Nummer eins sein.“

Für einen jungen Spieler ist es nicht immer einfach, in ein neues Team zu kommen. Wie war es bei Ihnen, als sie hierher gewechselt sind?

„Ich wurde sehr gut aufgenommen und wurde jetzt auch vor dem Paderborn-Spiel super unterstützt von der Mannschaft. Hier herrscht auf jeden Fall ein super Teamgeist!“

Was für ein Verhältnis haben Sie zu den anderen Torhüterkollegen?

„Auf dem Platz herrscht natürlich immer ein gesunder Konkurrenzkampf, der bei uns aber sehr fair geführt wird.“

Was schauen Sie sich von einem Torwart wie Marco Knaller ab?

„Er ist auf der Linie ein überragender Torwart, da kann ich mir als junger Torwart viel abschauen. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Er lobt viel, gibt mir aber auch gute Tipps, was ich besser machen kann.“

Wie schwer ist Ihnen der Schritt gefallen, vom sicheren Stammplatz in Walldorf ins „Haifischbecken“ 2. Bundesliga zu wechseln?

„Es war zunächst nicht einfach! In Walldorf war ich Stammspieler und Leistungsträger. Vom Kopf her war es dann am Anfang ein kleiner Rückschlag beim SVS nur die Nummer drei zu sein und in der Oberliga zu spielen. Aber da muss man im Fußball durch. Die Spielpraxis in der zweiten Mannschaft hat mir sehr gut getan. Im Trainingslager habe ich mich gezeigt und wurde dafür jetzt auch belohnt.“

Sie haben vor ihrem Wechsel sieben Jahre bei Astoria Walldorf gespielt. Verfolgen Sie den Verein noch regelmäßig?

„Ja, ich war auch in der Hinrunde bei einigen Heimspielen und freue mich immer, die alten Mannschaftskollegen zu sehen. Mein ehemaliger Torwarttrainer und einige meiner alten Mitspieler haben mir nach dem Paderborn-Spiel auch Glückwünsche geschickt. Ich war viele Jahre in Walldorf, hatte dort eine tolle Zeit und habe dem Verein sehr viel zu verdanken.“

War es für Sie als gebürtiger Heidelberger besonders wichtig, hier in der Region zu bleiben?

„Es gab auch Angebote von außerhalb, aber in Sandhausen habe ich die beste Perspektive gesehen. Dass ich hier in der Region bleiben konnte, war dann umso besser.“

Wie verbringen Sie ihre Zeit abseits des Fußballplatzes?

„Ich gehe oft mit Freunden ins Fitnessstudio und habe früher auch viel Tennis gespielt, wofür jetzt natürlich nicht mehr so viel Zeit ist. Während meiner Zeit in Walldorf habe ich vier Semester auf Lehramt studiert. Nach meinem Wechsel habe ich das Studium aber unterbrochen.“

Haben Sie ein fußballerisches Vorbild? 

„Ganz klar Oliver Kahn! Sein Ehrgeiz und seine Einstellung haben mich schon immer fasziniert.“

Der Klassenerhalt ist nach 29 Punkten aus 20 Spielen in greifbarer Nähe. Sind mannschaftsintern schon neue Ziele gesetzt worden?

„Fakt ist, dass wir so schnell wie möglich die 40 Punkte holen wollen. Alles andere muss man sehen. Über jeden weiteren Erfolg würden wir uns natürlich freuen.“

Am Samstag geht es zum FC Heidenheim. Was erwarten Sie für ein Spiel und wie geht’s aus?

„Ich glaube, dass das Spiel gegen Heidenheim sehr schwierig wird, aber wir werden mit 1:0 gewinnen.“

>>> SVS-Profis im HEIDELBERG24-Interview:

Denis Linsmayer

Aziz Bouhaddouz

Andrew Wooten

Philipp Klingmann

Stefan Kulovits

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nwo

Quelle: Mannheim24

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