Krise am Hardtwald

Warum es beim SV Sandhausen nicht mehr läuft

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Die Sandhausen-Profis laufen ihrer Hinrunden-Form hinterher.

Sandhausen – Die 1:4-Pleite gegen Arminia Bielefeld ist der Tiefpunkt einer bisher völlig verkorksten Rückrunde des SV Sandhausen gewesen. Die Ursachen für die Misere:

So schnell kann es im Fußball-Geschäft manchmal gehen! Noch im Dezember ist der SV Sandhausen trotz der drei Punkte Abzug auf einem sensationellen fünften Tabellenplatz gestanden - sogar mit Tuchfühlung auf die Aufstiegsplätze

Vier Monate später sieht die Situation am Hardtwald ganz anders aus. In den bisherigen zwölf Rückrundenspielen haben die Badener lediglich zweimal gewonnen und insgesamt nur sieben Punkte geholt. Doch was sind die Ursachen für die Krise?

Viele Gegentore 

Einer der Gründe liegt ganz klar in der Defensive. Das einstige Prunkstück des SVS ist in der Rückserie besonders anfällig. Marco Knaller hat bereits 22-mal hinter sich greifen müssen. Ungewohnt viele Gegentore sind dabei auch nach Standardsituationen gefallen.

Nach der furiosen Hinrunde, in der man unter anderem den 1. FC Kaiserslautern, den Karlsruher SC und den FC St. Pauli geschlagen hat, hat es den Anschein, dass sich bei einigen Profis auch eine gewisse Selbstzufriedenheit eingestellt hat und sich die Spieler, was den Klassenerhalt angeht, unterbewusst in Sicherheit wiegen.

Unterstützt wird dieser Eindruck dadurch, dass der Vorsprung auf den Relegationsplatz trotz der Misere komfortabel geblieben ist. „Vielleicht sind manche zu schnell zufrieden gewesen“, gibt Coach Alois Schwartz zu. 

Leistungsträger suchen Form

Die Mannschaft ist oftmals nicht wach“, moniert der Fußball-Lehrer und kann dabei auf zahlreiche Beispiele in der Rückrunde verweisen. In Bochum, Heidenheim, Kaiserslautern oder auch gegen Arminia Bielefeld haben die Sandhäuser zum Teil desolate Vorstellungen in der Anfangsphase gezeigt und dadurch früh drei mögliche Punkte hergeschenkt. 

Ein weiterer Faktor dürfte die Tatsache sein, dass bei einigen Spielern noch nicht feststeht, wo sie in der kommenden Saison spielen. So zum Beispiel Goalgetter Aziz Bouhaddouz, der mit einer Vertragsverlängerung zögert und zuletzt mit Union Berlin in Verbindung gebracht worden ist.

Einige Spieler finden hingegen einfach nicht zu ihrer Form. Andrew Wooten wartet seit September auf ein Tor, Jakub Kosecki kommt derzeit verletzungsbedingt nicht auf die Beine und auch Leart Paqarada läuft seiner starken Form aus der Hinserie hinterher.

Klassenerhalt nach wie vor Erfolg

Natürlich muss man bei der ganzen Thematik auch die Ausgangsposition beachten. Die Sandhäuser sind mit Minus drei Punkten in die Saison gestartet und galten als Abstiegskandidat Nummer eins. Dass man fünf Spieltage vor Saisonende acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat, hätte vor der Saison jeder am Hardtwald so angenommen. 

Sollte der Klassenerhalt erneut gelingen, kann man die vierte Zweitliga-Saison der Badener unabhängig von der Rückrunde durchaus als Erfolg werten. Denn die Angehörigkeit in der zweithöchsten Klasse ist für den kleinen Verein nach wie vor nicht selbstverständlich. Die zweite Saisonhälfte sollte dann aber auch als Warnschuss für die kommende Spielzeit gelten.

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nwo

Quelle: Mannheim24

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