Vor Spiel in Sandhausen

Rekord-Trainer Frank Schmidt erklärt das Erfolgsmodell FC Heidenheim

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Frank Schmidt ist seit 2007 Trainer des 1. FC Heidenheim.

Heidenheim/Sandhausen – Vor dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen spricht Heidenheim-Coach Frank Schmidt im HEIDELBERG24-Interview über den Erfolg des FCH:

Frank Schmidt ist der FC Heidenheim und der FC Heidenheim ist Frank Schmidt! 

Bereits seit dem 17. September 2007 (!) leitet der gebürtige Heidenheimer die Geschicke ‚seines‘ FCH. Der 44-Jährige ist damit nicht nur der dienstälteste Trainer im so schnelllebigen deutschen Profifußball, sondern hat in dieser Zeit auch bemerkenswerte Erfolge gefeiert.

Ob der Aufstieg in die 3. Liga oder 2014 der Sprung in die 2. Bundesliga - Schmidt hat den FC Heidenheim auf die Landkarte Fußball-Deutschlands geführt und dort etabliert. Nachdem er mit seinem Team um Kapitän Marc Schnatterer dreimal souverän die Klasse gehalten hat, müssen die Heidenheimer in der vergangenen Saison lange Zeit zittern, ehe sie sich schließlich Rang 13 sichern.

Nach einem ordentlichen Saisonstart steht der FCH aktuell auf Platz elf. Vor dem Auswärtsspiel bei ‚Lieblingsgegner‘ SV Sandhausen (Sonntag, 2. Dezember/13:30 Uhr, live im HEIDELBERG24-Ticker), gegen den Heidenheim seit 2009 nicht mehr verloren hat, spricht Schmidt im HEIDELBERG24-Interview über den bisherigen Saisonverlauf, die Philosophie der Heidenheimer und seine langfristigen Ziele.

HEIDELBERG24: Herr Schmidt, 20 Punkte nach 14 Spielen - wie fällt ihr bisheriges Fazit aus?

Frank Schmidt: „Nachdem wir im Sommer einen Umbruch vollzogen und uns viele erfahrene Spieler verlassen haben, können wir mit der Punktausbeute absolut zufrieden sein. Letztes Jahr hatten wir zum gleichen Zeitpunkt einen Punkt Vorsprung auf Relegationsplatz 16, jetzt sind es aktuell zehn. Wir wollten nach dem schwierigen und komplizierten letzten Jahr wieder Stabilität in unser Spiel bekommen und das ist uns bisher ganz gut gelungen - auch wenn wir zuletzt gegen Paderborn eine deftige Niederlage kassiert haben.“ 

HD24: Mit einem Sieg in Sandhausen kann sich Heidenheim weiter absetzen. Welchen Stellenwert hat die Partie?

Schmidt: „Wenn wir gewinnen, wäre das ein gewaltiger Schritt für uns. Unser Ziel ist es, komfortabel die Klasse zu halten. Es ist jetzt wichtig, wie wir nach der Niederlage gegen Paderborn reagieren. Sandhausen wird aufgrund der Pokal-Niederlage und der sportlichen Situation angefixt sein. Deswegen stellen wir uns auf eine hohe Intensität und einen Abnutzungskampf ein. Das wird 2. Liga pur!“ 

HD24: Inwiefern kann man den FC Heidenheim mit dem SV Sandhausen vergleichen? 

Schmidt: „Ich kann da nur für uns sprechen. Wir sind sehr breit aufgestellt, was die Partner und Sponsoren betrifft. Wir gehen unseren eigenen Weg und vergleichen uns nicht mit anderen Vereinen, sondern überlegen jeden Tag, wie wir die Menschen hier mit unserer Philosophie begeistern können.“ 

HD24: Sie haben seit 2009 nicht mehr gegen Sandhausen verloren. An welches Duell denken sie besonders gern zurück?

Schmidt: „Jedes Spiel war extrem eng und sehr umkämpft, das Niveau war immer ähnlich. Oft haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Auch das Pokalspiel hätte kippen können. Deshalb wird es auch am Sonntag ein enges Spiel.“ 

HD24: Gibt es Berührungspunkte mit dem neuen SVS-Trainer Uwe Koschinat?

Schmidt: „Wir haben 2010/11 zusammen den Fußball-Lehrer gemacht und uns dort kennen und schätzen gelernt. Auch als er bei Fortuna Köln war, waren wir immer wieder in Kontakt.“ 

HD24: Sie haben ihren Vertrag vor einigen Wochen bis 2023 verlängert. Was sind die langfristigen Ziele? Ist der Aufstieg in die Bundesliga realistisch?

Schmidt: „Das wäre definitiv zu vermessen. Die Existenz des Vereins wird durch den Verbleib in der 2. Bundesliga gesichert. Unsere Philosophie ist es, viel in Arbeitsbedingungen zu investieren. In Heidenheim verliert man auch immer wieder Spieler, die den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen wollen. Man muss die Mannschaft immer wieder neu aufbauen, um sich in der 2. Bundesliga zu etablieren. Damit kann ich leben und damit identifiziere ich mich auch. Das schließt aber nicht aus, dass man mal eine richtig gute Saison spielen kann. Man sieht ja, wie eng es in der Liga zugeht. Eine Zielsetzung ist der Aufstieg aber nicht.“ 

HD24: Hat sich die Erwartungshaltung in Heidenheim verändert? 

Schmidt: „Wir hatten letztes Jahr das erste Mal eine schwierige Saison, da war die Enttäuschung natürlich groß. Heidenheim ist eine Industriestadt. Die Menschen sind gewohnt, hart zu arbeiten - so wollen wir auch Fußball spielen. Wir wollen, dass die Menschen gerne ins Stadion kommen. Wenn es mal ein paar weniger sind, ist das aber auch nicht schlimm. Dann müssen wir sie eben aufs Neue begeistern.“ 

HD24: Wie hat sich der Verein seit ihrem Amtsantritt 2007 weiterentwickelt? 

Schmidt: „Der Verein hat eine unglaubliche Entwicklung genommen. Die Infrastruktur hat sich mit jedem Aufstieg weiterentwickelt. Was die meisten auch nicht sehen, ist, dass die Trainingsbedingungen eine hohe Qualität haben. Wir verzichten gerne mal auf einen Spieler und investieren in die Bedingungen. Dass der Verein so viel investiert, ist ein Grund, warum ich mich hier so wohlfühle und auch nochmal verlängert habe. Unter diesen Bedingungen kann man hervorragend arbeiten. Das treibt mich jeden Tag an. Der Verein ist nie zufrieden und man überlegt immer, was man besser machen kann. Sowohl sportlich als auch in der Infrastruktur.“ 

HD24: Haben Sie als Trainer ein Vorbild?

Schmidt: „Ich habe kein Trainer-Vorbild und habe aus zeitlichen Gründen auch noch nie bei einem anderen Trainer hospitiert. Ich habe eigentlich von Anfang klare Vorstellung gehabt, wie ich als Trainer arbeiten will. Ich tausche mich aber zum Beispiel bei Trainertagungen auch gerne mit Kollegen aus.

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Transparenzhinweis: HEIDELBERG24 ist Medienpartner des SV Sandhausen 1916 e.V.

nwo

Quelle: Mannheim24

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