„100 Jahre SVS“ – Teil 1 

Wie Gerd Dais den SVS geprägt hat!

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Gerd Dais war sowohl als Spieler als auch als Trainer beim SV Sandhausen.

Sandhausen – Nur wenige Persönlichkeiten haben den SV Sandhausen so geprägt wie Gerd Dais (52). Zum Auftakt unserer Serie ‚100 Jahre SVS‘ stellen wir den Heidelberger näher vor:

Spieler, Co-Trainer und zweimal Cheftrainer! Gerd Dais und der SV Sandhausen – das hat einfach immer gepasst.

Als wir den Fußball-Lehrer vor einigen Wochen zum Interview treffen, wird schnell deutlich, dass ihm der SVS auch noch heute am Herzen liegt. „Ich hatte dort schon als Spieler eine tolle Zeit und habe dann dort als Trainer meine größten Erfolge gefeiert“, schwärmt der Ex-SVS-Coach, der noch heute bei fast jedem Heimspiel im Stadion ist. 

Schon als Spieler am Hardtwald

Neben Präsident Jürgen Machmeier und Geschäftsführer Otmar Schork ist Gerd Dais im vergangenen Jahrzehnt eines der prägenden Gesichter beim SVS gewesen und steht für den steilen Aufstieg, den der Verein von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga hingelegt hat.

Bereits als Spieler spielte der gebürtige Heidelberger von 1985 bis 1987 zwei Jahre für die Sandhäuser. „Das war eine schöne Zeit, in der wir auch immer viele Zuschauer hatten“, erinnert sich der spätere Bundesliga-Profi von Waldhof Mannheim.

In der Saison 1996/97 sammelte Dais als Co-Trainer unter Rüdiger Menges, mit dem er zehn Jahre zuvor noch zusammen gespielt hatte, erste Erfahrungen als Trainer bei der Profi-Mannschaft. Auch wenn er im Anschluss an diese Spielzeit den Verein wieder verlassen hat, der Kontakt nach Sandhausen ist auch während seiner Stationen Nöttingen und Lauda nie abgebrochen.

Rückkehr 2005

Und so kam es, dass Dais 2005 erstmals Cheftrainer des SVS wurde. Der Verein spielte damals in der viertklassigen Oberliga Baden-Württemberg und hat auch dank der tatkräftigen Unterstützung von Präsident Jürgen Machmeier bereits professionelle Strukturen geschaffen.

Schon in seiner zweiten Saison ist Dais mit dem SVS der Aufstieg in die Regionalliga-Süd gelungen. Nach einer starken Aufstiegssaison, in der die Badener lange Zeit sogar um den Aufstieg in die 2. Bundesliga gespielt haben, ist den Sandhäusern im Jahr darauf die wichtige Qualifikation für die neu geschaffene und bundesweit ausgelegte 3. Liga gelungen. „Das war für den Verein schon Neuland“, betont Dais.

Mit Dais kam der Erfolg zurück

Auch in dieser Liga hat sich der SVS auf Anhieb etablieren können. Dennoch folgte im Februar 2010 die Trennung von Gerd Dais. Nachdem aber seine Nachfolger Frank Leicht und Pavel Dotchev keinen Erfolg hatten und der SVS 2010/11 in Abstiegsnot geraten ist, folgte knapp ein Jahr nach der Entlassung die Rückkehr auf die Trainerbank ‚seines‘ SVS

Die Schwarz-Weißen standen zum damaligen Zeitpunkt auf dem drittletzten Tabellenplatz und befanden sich in akuter Abstiegsnot. In den verbliebenen 14 Spielen startete die Dais-Elf eine furiose Serie, hat nur noch eine Niederlage kassiert und letztlich relativ souverän die Klasse gehalten.

Wir haben die Euphorie mit in die neue Runde genommen, haben uns punktuell verstärkt und nach einem guten Start oben festgespielt“, beschreibt Dais die Saison nach dem Klassenerhalt. 

Drei Spieltage vor Schluss war die Sensation dann perfekt! Durch einen 2:1-Auswärtssieg bei Preußen Münster, bei denen ausgerechnet Ex-Coach Dotchev auf der Bank gesessen ist, haben die Sandhäuser den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht

„Als wir gegen Mitternacht nach Sandhausen zurückgekehrt sind, herrschte eine unglaubliche Stimmung. Wir wurden von 500 bis 600 Fans empfangen und hatten eine tolle Feier“, schwärmt Dais noch heute von der Aufstiegsfeier, die in einem Autokorso durch Sandhausen ihren Höhepunkt fand.

„Enorme Entwicklung“

Die Premieren-Saison in der 2. Bundesliga ist dann natürlich auch etwas „ganz Besonderes“ gewesen, als der ‚kleine‘ SV Sandhausen plötzlich in den WM-Stadien von Köln und Kaiserslautern ran durfte. Sportlich lief es hingegen nicht ganz so gut. Nach einer 2:5-Niederlage in Bochum ist Dais im November 2012 entlassen worden. Dennoch hat der Fußball-Lehrer das Geschehen am Hardtwald nie aus den Augen verloren.

Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie schnell sich hier in den letzten zehn Jahren alles verändert hat. Sowohl sportlich als auch infrastrukturell hat sich der Verein enorm weiterentwickelt“, so Dais, der dabei auf die neu geschaffenen Trainingsplätze und den Umbau des Hardtwaldstadions verweist. 

Der Erfolg des SVS ist letztlich sehr eng mit Gerd Dais verknüpft, der mit den Badenern seine größten Erfolge als Trainer gefeiert hat. Mit seiner ruhigen, zielstrebigen Art hat Dais, der inzwischen den FC Nöttingen trainiert, dem SVS nachhaltig seinen Stempel aufgedrückt.

Im zweiten Teil unserer Serie „100 Jahre SVS“ gehen wir auf eine legendäre Pokalsaison ein, in der auch Gerd Dais involviert war.

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nwo

Quelle: Mannheim24

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