„100 Jahre SVS“ – Teil 2

Der SVS und die legendäre Pokalsaison 1985/86

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Gerd Dais macht das 1:0 gegen den BVB.

Sandhausen – Der SV Sandhausen hat viele legendäre Pokalspiele hingelegt, doch in der Saison 1985/86 feierte der damalige Oberligist seinen bislang größten Erfolg im DFB-Pokal.

In den 80er Jahren entwickelte sich der SV Sandhausen zu einer wahren Talentschmiede. Auch wenn die Badener 1985 den Abgang von Hansi Flick, der zum Rekordmeister FC Bayern gewechselt ist, verkraften mussten, hatten sie beispielsweise mit Stefan Emmerling, Rüdiger Menges oder auch dem späteren Cheftrainer Gerd Dais einige namhafte Spieler in ihren Reihen.

In der damals drittklassigen Oberliga Baden-Württemberg hat sich Sandhausen zu einer festen Größe entwickelt und ist zudem ein echter Publikumsmagnet gewesen. „Das war eine schöne Zeit, in der wir auch immer viele Zuschauer hatten“, erinnert sich Gerd Dais zurück. Schließlich war der SVS zu dieser Zeit nach dem SV Waldhof die erfolgreichste Mannschaft in der Rhein-Neckar-Region.

Überraschung gegen Berlin

In der Saison 1985/86 belegten die Sandhäuser nicht nur einen starken vierten Tabellenplatz in der Liga, sondern spielten die erfolgreichste DFB-Pokal-Saison der Vereinsgeschichte.

Nach Siegen gegen den damaligen Zweitligisten Solingen (1:0) und den FC Wangen (4:1) ging es im Achtelfinale gegen Blau-Weiß 90 Berlin. Die Hauptstädter zählten in dieser Zeit zu den Spitzenteams der 2. Liga und stiegen in jener Saison sogar in die Bundesliga auf.

Gegen die ambitionierten Berliner zeigte das Team von Coach Slobodan Jovanić vor heimischer Kulisse aber eine richtig starke Leistung und führte durch zwei Tore von Gerd Dais (26., 60.) und einen Treffer von Markus Löw (61.) nach einer Stunde überraschend deutlich mit 3:0. Die Gäste konnten in der Schlussphase nur noch auf 3:2 verkürzen.

Das Viertelfinale bescherte den Badenern dann mit Borussia Dortmund ein echtes Hammerlos. Die Mannschaft der Westfalen war gespickt mit bekannten Spielern wie Frank Pagelsdorf, ‚Kopfballungeheuer‘ Horst Hrubesch, Nationalkeeper Eike Immel oder dem heutigen BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Frühe Führung reicht gegen BVB nicht

Vor rund 8.000 Zuschauern im Hardtwaldstadion erlebten die Hausherren einen wahren Traumstart. Bereits nach zwei Minuten brachte Gerd Dais den SVS mit 1:0 in Führung. Der Weg für eine Pokalsensation schien geebnet, doch schon in der neunten Minute konnte Zorc für die Dortmunder ausgleichen. Jürgen Wegmann (57.) und Ulrich Bittcher (60.) besorgten schließlich den 3:1-Endstand für den Bundesligisten

Auch wenn der SV Sandhausen in den Folgejahren noch die eine oder andere Pokalschlacht für sich entschieden hat, bleibt die Pokalsaison 1985/86 unter Kult-Coach Slobodan Jovanić die bislang erfolgreichste der Vereinsgeschichte.

Übrigens sollte dies nicht das letzte Pokalspiel der Borussia in Sandhausen bleiben. In der ersten Pokalrunde der Saison 2011/12 setze sich der BVB, der damals als amtierender Meister an den Hardtwald kam, nach Toren von Lewandowski (10.,90.) und Kagawa (56.) mit 3:0 durch.

Im dritten Teil unserer Serie „100 Jahre SVS“ stellen wir den wohl größten und leidenschaftlichsten SVS-Fan vor, der den Verein seit über 40 Jahren begleitet.

>>> „100 Jahre SVS“ – Teil 1: Wie Gerd Dais den SVS geprägt hat!

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nwo

Quelle: Mannheim24

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