Vor Saison 2018/19

SVS-Coach Kocak exklusiv: „Darauf können sich die Fans in der neuen Saison freuen!“

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Kenan Kocak geht in seine dritte Saison als Trainer des SV Sandhausen.

Bad Wörishofen – Im HEIDELBERG24-Interview spricht SVS-Coach Kenan Kocak über die Saisonvorbereitung, den Hype um Rúrik Gíslason und Bundestrainer Joachim Löw.

Der SV Sandhausen bereitet sich aktuell auf seine siebte Zweitliga-Saison in Folge vor. Zum Abschluss des zehntägigen Trainingslagers in Bad Wörishofen hat HEIDELBERG24 exklusiv mit Trainer Kenan Kocak über die anstehende Spielzeit gesprochen.

HEIDELBERG24: Herr Kocak, wie fällt ihr Fazit nach dem Trainingslager in Bad Wörishofen aus?

Kenan Kocak: „Die Jungs haben sehr gut mitgezogen und gut gearbeitet - deshalb bin ich sehr zufrieden. Wir hatten in Bad Wörishofen super Bedingungen und haben uns wohlgefühlt.“

HD24: In der vergangenen Saison hatte der SVS zwar die beste Defensive der Liga, das Offensivspiel galt allerdings als Schwachstelle. Haben Sie darauf einen speziellen Fokus in der Vorbereitung gelegt?

Kocak: „Das Offensivspiel war nicht unser Problem, da wir uns immer viele Chancen herausgespielt haben.“

HD24: Mit den Abschlüssen bzw. der letztendlichen Torausbeute können Sie aber dennoch nicht zufrieden sein.

Kocak: „Da gebe ich Ihnen recht. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir letztes Jahr in der Hinrunde 24 und in der Rückrunde 19 Punkte geholt haben - und das, obwohl wir viele Verletzte hatten, mit Lucas Höler in der Winterpause unseren gefährlichsten Stürmer abgegeben haben – und Andrew Wooten große Teile der Saison verletzungsbedingt gefehlt hat. Wir haben letztlich eine sorgenfreie Runde gespielt.

Umbruch beim SV Sandhausen - mit zwölf Neuzugängen in die Saison 2018/19

HD24: Es sind in der Sommerpause insgesamt zwölf neue Spieler gekommen. Wie läuft die Integration der Neuzugänge?

Kocak: „Dazu gehören ja immer zwei Seiten, aber die Jungs haben sich auf Anhieb gut verstanden.“

HD24: Welche Rolle spielen dabei auch Denis Linsmayer und Stefan Kulovits, die schon lange im Verein sind?

Kocak: „Das sind zwei fantastische Charaktere, die eine hohe Sozialkompetenz haben und die den neuen Spielern das Leben vereinfachen. Das macht mich als Trainer natürlich froh.“

HD24: Sind die Personalplanungen bereits abgeschlossen?

Kocak: „Fußball ist so schnelllebig, da kann immer etwas passieren. Man sollte nichts ausschließen, aber ich bin mit der Mannschaft aktuell sehr zufrieden. Die Jungs arbeiten gut und ich sehe momentan keinen Bedarf.“

HD24: Letztes Jahr haben Sie einige Spieler aus der Regionalliga verpflichtet, in diesem Jahr sind mehr Spieler mit Drittliga-Erfahrung gekommen. Ist der Sprung von der 4. in die 2. Liga zu groß?

Kocak: „Der Sprung ist schon groß, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir der SV Sandhausen sind. Wir haben eben nicht die finanziellen Möglichkeiten, alle unsere Wunschspieler zu verpflichten. Der Verein arbeitet bescheiden und demütig, was ich auch gut finde. Natürlich hat man als Trainer vielleicht auch mal andere Wünsche. Ich gehe den Weg des Vereins aber komplett mit, weil die Verantwortlichen gesund wirtschaften. Wir sind eben dazu gezwungen, Talente aus unteren Ligen zu verpflichten und sie weiterzuentwickeln.

HD24: Mit Fabian Schleusener ist ein Neuzugang in den Mannschaftsrat berufen worden. Was hat Sie dazu bewogen?

Kocak: „Ich habe ihn 2013 schon zu Waldhof Mannheim geholt. Leider hatte er damals Heimweh und ist nach einem halben Jahr zurück nach Bahlingen gewechselt. Jetzt haben wir wieder zusammengefunden. Er hat eine hohe Sozialkompetenz und ich bin überzeugt, dass er der Mannschaft gut tun wird.“

HD24: Sie gehen in ihre dritte Saison beim SVS und haben das Team zusammengestellt. Würden Sie sagen, dass ist der bisher beste Kader, den Sie hier hatten?

Kocak: „Das ist nicht mein Kader, sondern unser Kader, den alle Verantwortlichen zusammengestellt haben. Otmar Schork und Jürgen Machmeier haben uns sehr gut unterstützt, damit wir den Kader bereits frühzeitig zusammen hatten. Wir haben uns darauf fokussiert, mit unseren Mitteln nicht die besten, sondern die hoffentlich richtigen Spieler zu holen - das ist ein Unterschied.

HD24: Wie haben sie den Hype um Rurik Gislason erlebt, der seit der WM weltweit bekannt ist?

Kocak: „Ich sehe es positiv, da auf der ganzen Welt gesehen wurde, dass in Sandhausen schöner Fußball gespielt wird. Ich bin froh, dass er bereits in der Vorrunde ausgeschieden ist, weil er sonst nah an meine Follower-Zahl gekommen wäre. (lacht) Spaß beiseite: Ich habe mich für den Jungen sehr gefreut, aber der SV Sandhausen besteht nicht nur aus Rurik Gislason, sondern aus einer ganzen Mannschaft. Rurik soll und darf das jetzt auch genießen. Er ist ein absoluter Profi. Wir können letztlich aber nur als Mannschaft funktionieren, das ist unser Credo.

HD24: Sie sind selbst mit einem offiziellen Account auf Instagram aktiv. Wie wichtig ist es heutzutage, mit den Fans über diese Kanäle zu kommunizieren?

Kocak: „Ich denke schon, dass eine gewisse Nähe zu den Fans vorhanden sein sollte, aber man muss auch selektieren. Ich bin jetzt auch nicht so aktiv in den sozialen Medien.“

Trotz WM-Aus: Kocak verteidigt Bundestrainer Joachim Löw

HD24: Julian Nagelsmann, mit dem Sie 2016 ihren Trainerschein gemacht haben, hat das Niveau bei der WM in Russland kritisiert. Stimmen Sie ihm zu?

Kocak: „Standardsituationen waren ein wichtiger Faktor. Viele Mannschaften haben sich auf das Reagieren und nicht auf das Agieren konzentriert. Insofern hat Julian nicht unrecht. Ohne, dass ich das werten will.“

HD24: Sie kennen Joachim Löw persönlich. Wie haben Sie auf seine Entscheidung reagiert, trotz des frühen Ausscheidens bei der WM als Bundestrainer weiterzumachen?

Kocak: „Wenn der Erfolg ausbleibt, gibt es auf einmal ganz viele Bundestrainer, die meinen, es besser zu wissen. Jogi leistet seit Jahren fantastische Arbeit und man darf auch nicht vergessen, dass er vor vier Jahren der Weltmeister-Trainer war und ihm alle zu Füße gelegen sind. Er wird jetzt seine Schlüsse gezogen haben und mich freut es für den deutschen Fußball, dass er als Bundestrainer weitermacht.

HD24: Der SV Sandhausen hat im Sommer eine neue Imagekampagne gestartet. Wie nehmen Sie das als sportlich Verantwortlicher wahr?

Kocak: „Wir als Mannschaft müssen uns auf das Sportliche konzentrieren. Die Dinge, die außerhalb passieren, liegen nicht in unserer Hand. Wir müssen unsere Leistung auf dem Platz bringen und versuchen, den Verein bundesweit in ein positives Licht zu rücken. Die beiden Geschäftsführer Volker Piegsa und Dag Heydecker liefern meiner Meinung nach sehr gute Arbeit ab. Man merkt, dass sich im Verein etwas tut.

SV Sandhausen spielt gegen Hamburger SV und 1. FC Köln

HD24: Der Verein will auch neue Zuschauer an den Hardtwald locken. Auf was können sich die Fußball-Fans freuen, wenn sie ein Heimspiel des SV Sandhausen besuchen?

Kocak: „Sie können sich auf einen leidenschaftlichen und ehrlichen Fußball freuen. Wir haben hier in Sandhausen eine kleine, authentische und familiäre Gemeinschaft, die sich seit Jahren in der 2. Bundesliga hält. Hier ziehen alle an einem Strang.

HD24: Mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln kommen zwei große Traditionsvereine in die 2. Bundesliga. Wie schätzen Sie die Stärke der Liga ein?

Kocak: „Als ich vor zwei Jahren hier angefangen habe, haben mit Hannover 96 und dem VfB Stuttgart auch zwei große Teams in der Liga gespielt - das war ähnlich. Ich glaube, am Ende werden sich auch diese Mannschaften durchsetzen, weil sie so viel Qualität haben. Da kann man eigentlich gar nichts falsch machen. Wir werden trotzdem nicht mit zittrigen Knien in die Partien gehen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit unserer Spielweise in der Liga bestehen können, auch wenn es natürlich wieder sehr schwer wird.

HD24: Könnte es ein Vorteil sein, dass sowohl der HSV als auch der 1. FC Köln relativ früh in der Saison nach Sandhausen kommen?

Kocak: „Das ist für mich alles hypothetisch. Wir treffen auf zwei qualitativ sehr gute Mannschaften.

HD24: Mit welchen Zielen gehen Sie in die neue Saison?

Kocak: „Ich bin kein Freund von langfristigen und großen Zielen. Wir müssen versuchen einfach jeden Tag, das Beste aus uns herauszuholen.

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Transparenzhinweis: HEIDELBERG24 ist Medienpartner des SV Sandhausen 1916 e.V.

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Quelle: Mannheim24

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