Interview

SVS-Keeper Knaller: „Der Zusammenhalt ist einfach top!“

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Marco Knaller spielt seit 2013 für den SV Sandhausen.

Sandhausen – Im HEIDELBERG24-Interview spricht SVS-Keeper Marco Knaller (29) unter anderem über den Saisonstart, den ‚Knaller-Clan‘ und die Mannschaftsfahrt nach Las Vegas.

Marco Knaller ist der Rückhalt im SVS-Tor! Seit der Saison 2015/16 ist der Österreicher die Nummer eins und hat den Sandhäusern seitdem zahlreiche Punkte gerettet. Zuletzt beim 2:0-Heimsieg gegen Dynamo Dresden (WIR BERICHTETEN).

Während der Länderspielpause hat HEIDELBERG24 den Torwart zum Interview getroffen.

Frage: Neun Punkte nach acht Spielen, Platz zehn: Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Marco Knaller: „Von den Punkten sind wir schon im Soll. So wie die Spiele gelaufen sind, hätten es aber zwei oder drei mehr Punkte sein können.“

Die erste Halbzeit gegen Dresden gilt als bisher beste Saisonleistung. Würden Sie dem zustimmen?

„Ja, die ganzen Automatismen brauchen natürlich ihre Zeit, das wird mit jedem Spiel besser. Wenn jetzt auch noch die Resultate stimmen, ist es natürlich umso besser.“

Die Fans haben Sie nach dem Spiel gefeiert.

„Das ist natürlich schön und auch eine tolle Bestätigung für meine gezeigten Leistungen.“

Kommt die Länderspielpause jetzt vielleicht auch ein bisschen ungelegen?

„Nein, wir haben jetzt ein bisschen Zeit, uns zu erholen und können gleichzeitig auch weiter an uns arbeiten.“

Die Vorbereitung lief am Anfang ziemlich turbulent. Alois Schwartz hat den Verein einen Tag vor dem Trainingsauftakt verlassen. Wie hat die Mannschaft diese Entscheidung aufgenommen?

„Das war schon sehr überraschend! Man hat natürlich vorher viel gelesen, aber wir Spieler sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr davon ausgegangen, dass er geht.“

Unter dem neuen Trainer Kenan Kocak hat sich auch die Spielphilosophie etwas verändert. Inwiefern betrifft Sie das als Torhüter?

„Wir versuchen mehr hinten rauszuspielen. In der letzten Saison haben wir mehr auf den zweiten Ball gespielt. Dadurch ändert sich natürlich auch etwas für mich. Man muss aber immer abwägen bzw. die richtige Mischung finden. Manchmal muss man den Ball auch mal raushauen oder eben den kurzen Pass spielen. Das Risiko sollte relativ gering gehalten werden.“

Haben Sie Vorbilder?

„Als erstes natürlich meinen Vater Wolfgang, der ebenfalls Torwart war und über 500 Spiele in der österreichischen Bundesliga gemacht hat. Da war man als Kind natürlich bei jedem Spiel dabei. Gianluigi Buffon habe ich immer wegen seiner Spielweise bewundert.“

Auch Ihr Onkel ist im Fußball-Bereich aktiv.

„Das ist richtig, er arbeitet aktuell bei Rapid Wien und war auch bei meinem Heimatverein Admira Wacker Mödling tätig. Mit meinem Vater sind es insgesamt sechs Brüder, die alle mindestens in der zweiten österreichischen Bundesliga gespielt haben.“

Sie haben die berühmte Torwartschule von Gerry Ehrmann (Torwarttrainer des 1. FC Kaiserslautern) durchlaufen. Wie wichtig war er für Ihre Entwicklung?

„Man versucht natürlich von jedem Trainer etwas mitzunehmen. Bei Gerry habe ich enorm viel im Bereich Kraft und Sprungkraft zugelegt, da hat er sehr viel Wert draufgelegt. Um die Sprungkraft zu verbessern, mussten wir über Fahrräder und Hürden springen (lacht). Man lernt, keine Angst zu haben.“

Sie sind seit 2013 in Sandhausen, waren am Anfang aber nur die Nummer zwei. Hat Sie diese Zeit stärker gemacht?

„Es war auf jeden Fall nicht einfach, hinten dran zu sein. Auch weil ich, wenn ich gespielt habe, gute Leistungen gezeigt habe und trotzdem wieder auf die Bank musste. Das war dann auch für den Kopf schwer, vielleicht macht das einen stärker. Ich habe auch damals immer so gearbeitet, wie jetzt als Nummer eins.“

Haben Sie einen zusätzlich Druck gespürt, als Sie dann endlich die Nummer eins waren? 

„Es war am Anfang vielleicht schwierig. Ich wusste, dass die ersten Spiele entscheidend sein werden. Wir sind sehr gut gestartet und durch die Spiele habe ich dann auch an Sicherheit gewonnen.“

Gab es denn auch schon Kontakt zur österreichischen Nationalmannschaft?

„Es gab bislang noch keinen persönlichen Kontakt, aber ich hoffe, dass sich das bald ändert. Die Nationalmannschaft ist auf jeden Fall ein Ziel von mir.“

Mit Rick Wulle haben Sie einen ehrgeizigen jungen Keeper hinter sich. Wie ist das Verhältnis untereinander?

„Da gibt es überhaupt keine Probleme! Ich habe sowohl zu Rick Wulle als auch zu Michael Hiegl ein gutes Verhältnis. Ich versuche auch, den beiden Tipps weiterzugeben.“ 

Sie haben Ihren Vertrag vorzeitig bis 2018 verlängert. Fühlen Sie sich hier inzwischen schon heimisch bzw. welche Rolle hat die private Situation bei der Verlängerung gespielt?

„Das Privatleben spielt natürlich immer eine Rolle. Der Verein entwickelt sich auch ständig weiter, sowohl sportlich als auch infrastrukturell. Als ich hier hin gewechselt bin, hatten wir zum Beispiel nur einen Trainingsplatz. Man kann hier auf jeden Fall in Ruhe arbeiten.“

Welche Rolle spielt der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft?

„Bei uns herrscht eine gute Atmosphäre. In der Kabine wird nie ein negatives Wort verloren. Natürlich kracht es im Training mal, aber das ist ganz normal. Der Zusammenhalt ist einfach top, das gibt es nicht in allen Mannschaften.“

Sie sind nach der letzten Saison fast mit der kompletten Mannschaft nach Las Vegas geflogen. Ein Paradebeispiel für den Zusammenhalt?

„Ja, absolut! Da ich der Kassenwart bin, habe ich mich dafür eingesetzt und habe die Reise gebucht (lacht). So eine Reise mit 25 Leuten zu machen, ist sicherlich nicht selbstverständlich.“

Gibt es denn eine lustige Anekdote von dieser Reise und gibt es schon ein Ziel für das kommende Jahr?

„Das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, aber so viel sei verraten: Wir hatten viel Spaß (lacht). Las Vegas wird schwer zu toppen sein, aber uns wird schon noch etwas einfallen...“

Zurück zum Sportlichen: Sie haben in den letzten Jahren relativ souverän die Klasse gehalten. Setzt man sich dadurch auch höhere Ziele?

„Nach außen hin muss für den SV Sandhausen immer der Klassenerhalt das Ziel sein, aber natürlich haben wir uns intern eigene Ziele gesetzt.

Nach der Länderspielpause geht es zum VfL Bochum. Was erwarten Sie dort für ein Spiel?

„Bochum hat vorne eine enorme Qualität, aber ich denke, dass sie in der Defensive ihre Probleme haben. Da müssen wir dann auch ansetzen.“

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Quelle: Mannheim24

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