Serie: 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 10. Teil

Was wurde aus den ehemaligen Hoffenheim-Trainern...Rangnick, Pezzaiuoli und Stanislawski? 

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Ralf Rangnick (l) und Dietmar Hopp gehen nach dem 5:0-Zweitligasieg über Greuhter Fürth und der danach stattfindenen Aufstiegsfeier über den Platz (Archivfoto vom 18.05.2008)

Zuzenhausen – In unserer Serie „Was wurde aus...?“ blicken wir auf zehn Jahre Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga zurück und klären die Frage, was die ehemaligen Hoffenheimer heute machen.

Zum Hinrundenbeginn 2018 feiert die TSG 1899 Hoffenheim ihr zehnjähriges Bundesliga-Jubiläum!

In dieser Zeit haben einige Strategen auf der Trainerbank Platz genommen. In unserer zwölfteiligen Serie „Was wurde aus...?“ schauen wir, was aus den Tops und Flops der TSG-Geschichte geworden ist. 

Im zehnten Teil rollen wir das Feld von hinten auf und beschäftigen uns mit den Trainern Ralf Rangnick, Marco Pezzaiuoli und Holger Stanislawski. 

Ralf Ragnick (60)

Für Furore sorgt der junge Ralf Rangnick erstmals 1998 als Aufstiegstrainer des SSV Ulm. Mit dem Verein gelingt ihm der Durchmarsch aus der Regionalliga Süd in die Bundesliga. Bis heute legendär: Sein Auftritt als Lehrmeister an der Taktiktafel im ZDF-Sportstudio (Dezember 1998). Das damals revolutionäre System des ballorientierten Fussballs hat sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt.

Nach weiteren Trainerstationen in Stuttgart, Hannover und auf Schalke schließt sich der Taktikfuchs zur Spielzeit 2006/07 der TSG an. Auch hier wiederholt er den triumphalen Durchmarsch aus der Regionalliga Süd ins deutsche Fussballoberhaus. Vor Beginn der Rückrunde 2011 sorgt der Transfer seines Mittelfeldstrategen Luiz Gustavo zu den Bayern für Unmut beim Cheftrainer. Darauffolgende interne Streitigkeiten münden in der Trennung.

Im September 2011 dann der Schock: Erschöpfungssyndrom! Zuvor hat sich Rangnick mit den Schalker Knappen im Viertelfinale gegen den amtierenden Championsleague-Sieger Inter Mailand spektakulär mit 5:2 und 2:1 durchgesetzt und das DFB-Pokalfinale gegen den MSV Duisburg mit 5:0 gewonnen.   

Nach einer zehnmonatigen Auszeit heuert Rangnick beim umstrittenen Konzernclub FC Red Bull Salzburg als Sportdirektor an, wo er zugleich die Entwicklung des Leipziger Ablegers beaufsichtigt. 

Zur Saison 2015/16 folgt das Comeback auf der Trainerbank! Mit RB Leipzig schafft Rangnick auf Anhieb den Aufstieg in die Bundesliga. Anschließend zieht er sich auf seine ursprüngliche Position als Sportdirektor zurück und übergibt die Trainingsleitung an Ralph Hasenhüttl. 

So ganz kann es der kauzige Fußballlehrer aber doch nicht lassen! Bevor der bereits verpflichtete Hoffenheimer Erfolgstrainer Julian Nagelmanns zur kommenden Spielzeit 2019/20 die Geschicke auf der Trainerbank übernimmt, hält ihm Rangnick für ein Jahr den Platz warm.  

Die ersten beiden Aufeinandertreffen entscheidet der 60-jährige ‚Fußballprofessor‘ für sich: RB Leipzig gewinnt gegen die TSG sowohl in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal.

Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick nach der Pokalniederlage bei RB Leipzig. 

Marco Pezzaiuoli (49)

Auf Rangnicks Entlassung folgt ihm im Januar 2011 sein Co-Trainer Marco Pezzaiuoli auf den Chefposten, aber nach einer dürftigen Rückrunde ist für den gebürtigen Mannheimer wieder Schluss. Die magere Ausbeute von nur einem Sieg aus den letzten acht Saisonspielen, veranlasst die Verantwortlichen den erfolglosen Trainer zu beurlauben. 

Marco Pezzaiuoli ist inzwischen für Eintracht Frankfurt tätig.

Anschließend zieht es Pezzaiuoli in den Fernen Osten. Zunächst machte er im Juni 2014 beim japanischen Erstligisten Cerezo Osaka halt. Auch hier mit mäßigen Erfolg, worauf die Trennung bereits drei Monate nach Amtsantritt vollzogen wird. Auf Japan folgt China: Beim chinesischen Serienmeister Guangzhou Evergrande heuert er als Nachwuchskoordinator an und erfüllt seinen Dreijahresvertrag. Ebenfalls in China verweilt er hinterher für ein kurzes Intermezzo beim chinesischen Viertligisten Zhuhai Suoka. 

Seit dem 28. Dezember 2017 ist Pezzaiuoli als Technischer Sportdirektor von Eintracht Frankfurt wieder im Bundesligageschäft aktiv. Dort dient er als Bindeglied zwischen dem Bundesligakader und dem Nachwuchsleistungszentrum der Eintracht. 

Holger Stanislawski (49) 

Im Anschluss an die Ära Rangnick-Pezaioulli will sich die TSG Hoffenheim ein neues Image verpassen und holt Holger Stanislawski ins Boot. Auf der einen Seite der raubeinige Junge von der Reeperbahn, auf der anderen Seite der vielfach als Retortenklub bezeichnete Verein aus dem Kraichgau.

Auf St. Pauli gilt der gelernte Masseur und Sportfachwirt Stanislawski als Kult. Ohne Trainerschein gelingt ihm 2007 der Aufstieg in die 2. Bundesliga und mit der A-Lizenz eines DFB-Trainers (Jahrgangsbester 2009) gar die Wiederkehr in das deutsche Fussballoberhaus zur Saison 2010/11. 

Die Liebe zwischen Stani, wie er liebevoll von den St. Pauli-Fans genannt wird, und der Hoffenheimer Vereinsführung hält nur knapp sieben Monate. Trotz zahlreicher prominenter Abgänge zu Saisonbeginn überwintert die stark verjüngte Mannschaft immerhin auf dem achten Tabellenrang. Aber die Heimniederlage im Pokalviertelfinale (9. Februar 2012) gegen die zweitklassige Spielvereinigung aus Fürth, lässt den Trainer bei den Verantwortlichen in Ungunst fallen. 

In der darauffolgenden Spielzeit (2012/2013) verpflichtet der zuvor abgestiegene 1. FC Köln den zweitligaerfahrenen Aufstiegstrainer und beauftragt ihn mit der Mission: direkter Wiederaufstieg. Am Ende der Saison steht lediglich der fünfte Platz zu Buche und so folgt zwangsläufig die Vertragsauflösung im beiderseitigem Einvernehmen. Damit ist der Schlusspunkt für Stanislawskis aktive Laufbahn als Vereinstrainer vorerst gesetzt.  

Seit Juni 2014 betreibt der ehemalige Vereinstrainer einen Rewe-Markt im Hamburger Stadtteil Winterhude. 

Ex-Bundesliga-Trainer Stanislawski (re) wird 2014 Supermarkt Chef in Hamburg 

Dem Fußball ist das Hamburger Unikat dennoch erhalten geblieben. Wer nicht auf messerscharfe Taktikanalysen, gepaart mit derben Sprüchen, verzichten will, darf Stanis Schlagfertigkeit in der ZDF-Sportreportage bei Länderspielturnieren nicht verpassen.

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 1. Teil: Was aus Obasi, Carlos Eduardo und Ba wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 2. Teil: Was aus Vorsah, Ibertsberger und Herdling wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 3. Teil: Was aus Copado, Sigurdsson und Hildebrand wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 4. Teil: Was aus Babel, Haas und Braafheid wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 5. Teil: Was aus Usami, Mlapa und Joselu wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 6. Teil: Was aus Gustavo, Zuculini und Janker wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 7. Teil: Was aus Kaiser, Groß und Thomalla wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 8. Teil: Was aus Weis, Salihovic und Beck wurde

>>> 10 Jahre Hoffenheim in der Bundesliga - 9. Teil: Was wurde aus...Heurelho Gomes, Ramazan Özcan und Tim Wiese?

esk

Quelle: Mannheim24

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