Skandal im Dortmund-Block 

Wegen Beleidigungen gegen Hopp: DFB bestraft BVB!

+
Die BVB-Fans beleidigen Dietmar Hopp beim Spiel in Sinsheim.

Frankfurt/Main – Das DFB-Sportgericht hat nach den Beleidigungen gegen Dietmar Hopp am 2. November mündlich das Sportstrafverfahren gegen Borussia Dortmund verhandelt. Alle Infos:

  • Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp (78) ist beim Bundesliga-Spiel der TSG gegen Borussia Dortmund von BVB-Fans zum wiederholten Male aufs Übelste beleidigt worden. Auf einem großen Banner ist das Gesicht des 78-Jährigen in einem roten Fadenkreuz zu sehen. Zudem haben die Gäste-Fans Sanitäranlagen erheblich beschädigt.
  • Am 2. November 2018 hat das DFB-Sportgericht den Fall verhandelt. Nach rund fünf Stunden ist das Urteil gefallen. Borussia Dortmund erhält eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro Strafe. Zudem gibt es eine Auswärtssperre auf Bewährung: Sollte sich das Fehlverhalten der BVB-Fans wiederholen, muss Dortmund bis 2022 bei Bundesligaspielen in Hoffenheim auf die eigenen Fans verzichten. 

>>> Aktualisieren <<<

DFB-Urteil gefallen - so reagiert die TSG Hoffenheim

+++ Auch von der TSG gibt es eine erste Reaktion. „Wir respektieren die Entscheidung des DFB-Sportgerichts und verweisen auf unseren bereits unmittelbar nach der Partie veröffentlichten offenen Brief, in dem wir unmissverständlich dokumentiert haben, dass die TSG 1899 Hoffenheim für Toleranz, Respekt und Fairness steht“, sagt TSG-Geschäftsführer Frank Briel. Die Frage bleibe, so der TSG-Geschäftsführer, „ob die ausgesprochenen Sanktionen von den betroffenen Gruppen tatsächlich als Zeichen angesehen werden, diese wiederholten Schmähungen in Wort und Bild zu unterlassen. Wir begrüßen ausdrücklich die klaren Worte des Vorsitzenden Richters, der sich dafür aussprach, in Extrem- oder Wiederholungsfall Spiele abzubrechen.

+++ „Ob es zum Teilausschluss kommt, ist fraglich. Wir haben ihn nicht verhängt, weil es wirkungsvoller ist, eine solche Strafe anzudrohen. Die Dortmunder Fans können sich jetzt nur selbst ausschließen. Wenn sie sich bewähren, kommt es nicht dazu“, sagt Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, in seiner Urteilsbegründung. Zugleich empfiehlt er für die Zukunft in ähnlichen Fällen einen Spielabbruch. „Das wird die Fans eher disziplinieren als unsere Urteile“, so der 67-Jährige.

Lorenz verabschiedet sich zur Urteilsberatung mit einem Hinweis. „Ich habe irgendwo gelesen, die DFB-Sportgerichtsbarkeit sei ein zahnloser Tiger“, betont er: „Wir haben Zähne, wir beißen halt nur nicht immer zu.

+++ Update - 16:40 Uhr +++

Das Urteil ist da: Borussia Dortmund muss wegen der Anfeindungen gegen Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro zahlen. Zudem verhängt das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine Auswärtssperre auf Bewährung: Sollte sich das Fehlverhalten der BVB-Fans wiederholen, muss Dortmund bis 2022 bei Bundesligaspielen in Hoffenheim auf die eigenen Fans verzichten. 

++++++++

Hintergrund:

Beim Bundesliga-Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund haben BVB-Fans Dietmar Hopp aufs Übelste beleidigt. Die Dortmund-Anhänger zeigen im Gäste-Block ein großes „Hasta la vista, Hopp“-Plakat. Ein ähnliches Plakat hat vor zehn Jahren schon einmal für Aufsehen gesorgt. Darauf ist ein Konterfei von Hopp hinter einer Zielscheibe.

TSG spricht von „Mordaufruf“

Im Vorfeld der Partie ist bekannt geworden, dass Hopp 32 BVB-Fans nach den Schmähgesängen beim letzten Aufeinandertreffen im Mai 2018 angezeigt hat. „Sollte Hopp tatsächlich glauben, er könne uns mit seinen Verboten mundtot machen, zeigen wir ihm am Samstag, wie falsch er damit liegt“, hat das Dortmunder Fanbündnis Südtribüne vor dem Spiel mitgeteilt.

Nachdem sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc für die Vorkommnisse entschuldigt haben, hat sich die TSG Hoffenheim mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewendet.

Mit tiefer Erschütterung haben wir die Anfeindungen gegen Dietmar Hopp im Rahmen unseres Heimspiels am Samstag gegen Borussia Dortmund erlebt. Wir verurteilen diese auf das Schärfste“, schreiben die beiden Geschäftsführer Dr. Peter Görlich und Frank Briel.

Die TSG-Verantwortlichen senden einen klaren Appell raus. „Denjenigen, die gestern mit unverhohlenem Hass und Hetze bis hin zu einem Mordaufruf nicht nur die Werte des Fußballs verraten, sondern eindeutig gegen Recht und Gesetz verstoßen, müssen wir entschieden entgegentreten: Vereine, Verbände, Verantwortliche, Spieler und Fans.

Welche Strafe erhält der BVB?

Am 2. November (11:30 Uhr) verhandelt nun das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mündlich das Sportstrafverfahren gegen die Borussia. Ermittelt wird auch gegen die TSG. Bei den Kraichgauern geht es „um nicht ausreichenden Ordnungsdienst“, wie der DFB mitgeteilt hat. Es geht dabei um die Frage: Wie konnte das riesige Banner überhaupt ins Stadion gelangen?

Ich würde mir wünschen, dass es solche Verhandlungen nicht geben muss“, sagt TSG-Trainer Julian Nagelsmann im Vorfeld: „Ich habe schon oft gesagt, dass so etwas nicht tolerierbar ist, unabhängig von der Person Dietmar Hopp - egal, ob im Stadion oder außerhalb. Ich kann auch nicht mit dem Bild eines Passanten im Fadenkreuz durch die Stadt laufen - und dann geht es im Stadion eben auch nicht.

Die BVB-Fans, für die der Klub haftet, sind Wiederholungstäter. Die Dortmunder Südtribüne ist im Februar 2017 in einem recht ähnlichen Fall schon einmal gesperrt worden. Kollektivstrafen sind vom Kontrollausschuss des DFB zwar momentan nicht mehr beantragt. Das DFB-Präsidium, das sich am 7. Dezember erneut mit der Thematik befasst, will das auch als Zeichen an die aufgebrachten Fans verstanden wissen. 

Die Frage ist aber, ob das (unabhängige) Sportgericht angesichts der massiven Verfehlungen in den vergangenen Wochen noch um Blocksperren und Geisterspiele herumkommt. „Was sollen sie machen?“, fragt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im ZDF-Sportstudio: „Jetzt, wo es ein bisschen spannend ist in der Bundesliga, sollen sie uns Punkte abziehen? Das ist ja unfassbar. Das ist keine Lösung.“ Die Einzeltäter hingegen „müssen wir mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen“. 

Als Konsequenz aus den Vorfällen hat Hopp-Anwalt Christoph Schickhardt gefordert: „Bei solchen Vorkommnissen sollte ein Spiel in Zukunft gar nicht angepfiffen werden oder erst dann, wenn die Plakate entfernt wurden.

nwo/SID/dpa

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare