Hoffenheim-Mäzen im Fokus

Dietmar Hopp „der letzte richtige Fußball-Fan“: Brisante ZDF-Doku sorgt für Wirbel

Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp wird von seinem Anwalt als „letzter echter Fußball-Fan“ bezeichnet.
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Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp wird von seinem Anwalt als „letzter richtiger Fußball-Fan“ bezeichnet.

Hoffenheim - Am Samstag hat das ZDF die Dokumentation über den Konflikt zwischen Dietmar Hopp und der Ultra-Szene ausgestrahlt. Dabei sind einige brisante Details enthüllt worden.

Seit über einem Jahrzehnt herrscht zwischen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und den Ultras einiger Bundesliga-Vereine ein Konflikt, der immer wieder für viele Diskussionen geführt hat. Der negative Höhepunkt ereignet sich am 29. Februar 2020, als Hopp von Bayern-Fans beleidigt und die Partie in der Folge unterbrochen worden ist. Etwas mehr als ein Jahr später veröffentlicht das ZDF die Dokumentation „Der Prozess: Wie Dietmar Hopp zur Hassfigur der Ultras wurde“. Der Film von Jochen Breyer und Jürn Kruse, der am Samstagabend (27. März) im ZDF ausgestrahlt worden ist, skizziert ziemlich genau, wie es zu dem Konflikt zwischen Hopp und den Ultras gekommen ist und wieso diese Thematik von vielen Seiten betrachtet werden muss. Dabei werden auch neue brisante Details publik gemacht.

NameDietmar Hopp
Geburtsdatum26. April 1940 (Alter 80 Jahre)
GeburtsortHeidelberg
KinderDaniel Hopp, Oliver Hopp

Dietmar Hopp: ZDF-Dokumentation enthüllt brisante Details

So haben sowohl der DFB als auch der FC Bayern München und die TSG Hoffenheim vor dem Spiel am 29. Februar 2020 Infos darüber erhalten, dass eine solche Aktion von den Ultras geplant ist. Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der in der Dokumentation selbst zu Wort kommt, erklärt, dass er zwei Tage vor dem Spiel bei einer Fan-Feier darüber informiert worden ist. „Es war schon klar, dass was passieren kann“, sagt Hoeneß, der den Ultras deutlich gemacht, was er von der Aktion hält.

Dietmar Hopp ist beim Spiel gegen Bayern München übel beleidigt worden.

Sogar Kai Dittmann, der das Spiel für Sky kommentiert hat, ist im Vorfeld eingeweiht worden. Der Fakt, dass mit dieser Aktion zu rechnen gewesen ist, lässt die Reaktionen der Verantwortlichen in einem neuen Licht dastehen. BVB-Fan Jan-Henrick Gruszecki, der inzwischen bei Borussia Dortmund angestellt ist, spricht von einer „Inszenierung“ und einem „Schauspiel“.

Dietmar Hopp: ZDF-Dokumentation zeigt Hintergründe des Fan-Konflikts

Die Dokumentation geht auch explizit auf die Vorgeschichte ein. Der Auslöser für die Aktion der Bayern-Ultras ist der Fakt gewesen, dass der DFB kurz zuvor die BVB-Fans wegen Beleidigungen gegen Hopp zu einer Kollektivstrafe verurteilt hat. Drei Jahre lang dürfen keine Dortmund-Anhänger bei Auswärtsspielen in Sinsheim dabei sein. Hintergrund: 2017 spricht sich der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel gegen Kollektivstrafen aus.

Jenes Vorgehen hat innerhalb des Verbandes zu einem Konflikt geführt, da DFB-Vizepräsident Rainer Koch eine andere Strategie in der Fan-Thematik bevorzugt hat. „Das hat mein Verhältnis zu Rainer Koch ganz wesentlich belastet und fast zerstört“, sagt Grindel in der Dokumentation und fügt mit Blick auf die Ereignisse in Sinsheim hinzu: „Sowas kommt von sowas.

Dietmar Hopp: Kollektivstrafen verärgern Fans

Das Wiedereinführen der Kollektivstrafe hat im Februar 2020 schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Hopp-Anwalt Christoph Schickhardt schiebt die Schuld für die Ereignisse auf Grindel, der die Kollektivstrafen aussetzen wollte, um mit den Ultras in den Dialog zu treten. „Dietmar Hopp ist eigentlich der letzte richtige Fußball-Fan“, spitzt Schickhardt zu.

Hopp hat 2017 nach Beleidigungen von Köln- und in der Folge auch BVB-Anhängern Strafanzeige gegen einzelne Fans gestellt. Für Gruszecki ist dies ein „Dammbruch“ gewesen. Zudem wird in der Dokumentation bekannt, dass die Hoffenheimer Ende 2017 spezielle Mikrofone in der PreZero Arena montiert haben, um die entsprechenden Fangesänge der Gäste-Fans festzuhalten.

Dietmar Hopp und die Ultras: Anwalt Christoph Schickhardt sorgt in Doku für kuriose Szene

Zu einer kuriosen Situation kommt es gegen Ende der Dokumentation: Breyer hat mit zwei Mitgliedern der Bayern-Gruppierung „Schickeria“ gesprochen, die damals im Gäste-Block dabei gewesen sind. Einer der beiden ist zu 15 Tagessätzen wegen Hausfriedensbruch verurteilt worden, da er bei der Partie in Sinsheim auf den Zaun geklettert ist. Zudem ist auf Betreiben der TSG Hoffenheim ein Jahr bundesweites Stadionverbot erwirkt worden.

Dietmar Hopp (li.) wird von den Spielern und Karl-Heinz Rummenigge (r.) beklatscht.

Hopps Anwalt kann hierbei nicht einmal das „Delikt“ erkennen. „Wenn der von mir verteidigt worden wäre, kann ich mir nicht vorstellen, dass er verurteilt worden wäre“, erklärt Schickhardt. Dietmar Hopp hat die Interview-Anfrage für die Dokumentation übrigens nicht angenommen und hat damit die Chance verpasst, seine Sicht der Dinge zum Ausdruck zu bringen. (nwo)

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