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Nach Hopp-Schmähungen: ‚Schickeria‘ schießt gegen DFB - und lacht über Rummenigge!

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Von: Nils Wollenschläger

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Nachdem Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern von Bayern-Fans beleidigt worden ist, sollen nun die Urheber der Plakate feststehen.

Update vom 3. März - 19 Uhr: Die Bayern-Fangruppe ‚Schickeria‘, die sich zu den Schmäh-Plakaten gegen Dietmar Hopp bekannt hat, hat sich nun ausführlich zu den Reaktionen auf die Vorfälle in Sinsheim geäußert. Die am Dienstag veröffentlichte Kritik der Ultras richtet sich vor allem gegen den DFB, aber auch gegen die Verantwortlichen des FC Bayern. Die Reaktionen seien zum Großteil „übertrieben“ und „ließen jegliche inhaltliche Einordnung vermissen“, heißt es in der Erklärung. „Lauthals lachen mussten wir, als Karl-Heinz Rummenigge sich auch noch dazu genötigt sah zu äußern, dass er sich notfalls mit Leibwächtern vor uns schützen würde“, wird auch Bayern-Boss Karl-Heinz-Rummenigge kritisiert.

Nach Hopp-Plakaten: „Schickeria“ München veröffentlicht Erklärung

Wenn der DFB sich nun zum Ziel setzt, dass Kurven sauber sein müssen und vom DFB reguliert werden können, dann wird das Widerstand hervorrufen“, warnte die ‚Schickeria‘. Fans aus der Vereinigung haben am Samstag in Sinsheim mit beleidigenden Bannern gegen Dietmar Hopp beinah einen Abbruch der Bundesliga-Partie zwischen der TSG Hoffenheim und den Bayern herbeigeführt. Dies sei aber „nie unsere Intention“ gewesen, versichern die Münchner Ultras. 

Eine derartige Reaktion von Seiten der Schiedsrichter und des Klubs sei nicht zu erwarten gewesen. „Beleidigungen sind im Fußball gang und gäbe und Fankurven sind keine Gerichtssäle, in denen jedes Wort wohlüberlegt verwendet wird“, so die ‚Schickeria‘. Der Protest hätte sich vor allem gegen Kollektivstrafen im Fall von Fan-Vergehen gerichtet. Diese hat der DFB eigentlich 2017 ausgesetzt. Zuletzt verhängt der Verband aber einen Bann gegen Fans von Borussia Dortmund für Spiele in Sinsheim, nachdem BVB-Anhänger immer wieder Hopp attackiert haben. 

Bayern-Fans üben deutliche Kritik an DFB

Der DFB versucht offensichtlich durch das Setzen neuer Maßstäbe jegliche Kritik in eine verbotene Ecke zu stellen“, schreibt die Münchner Fangruppe. Zudem zeigt sich die ‚Schickeria‘ erbost darüber, dass ihre Schmähungen in Zusammenhang mit dem rassistischen Anschlag von Hanau gestellt wurden. Dies mache „sprachlos“. Wenige Wochen später macht Dietmar Hopp im Sportstudio den Ultras ein Friedensangebot, was jedoch prompt für Kritik sorgt. Auch die Vorgehensweise des ZDF wird vielfach diskutiert.

Diese Bayern-Fans bekennen sich zu den Hopp-Plakaten

Update vom 3. März - 9:50 Uhr: Die Fangruppierungen ‚Schickeria‘ und ‚Red Fanatic‘ sind die Urheber der beleidigenden Plakate in der Kurve des FC Bayern München beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim. Zunächst hat die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet. Der gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp gerichtete Wortlaut ihrer Spruchbänder sei nur deshalb gewählt worden, weil BVB-Ultras für eben diesen bestraft worden seien, sagt ein Schickeria-Mitglied der SZ. Führe man mit dem DFB sachliche Diskussionen, dann „verhungert man am ausgestreckten Arm“.

Plakate der Bayern-Fans gegen Dietmar Hopp: Urheber stehen fest

Ähnlich äußert sich ‚Red Fanatic‘. Man müsse die Wortwahl, die eindeutig auf ein ähnliches, sanktioniertes Dortmunder Spruchband Bezug nimmt, „nicht teilen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Gruppierung sei aber „vor allem von den undifferenzierten und völlig überzogenen Reaktionen auf allen Ebenen entsetzt“. Es sei „schlichtweg schwachsinnig“, eine bloße Beleidigung „mit rassistisch motivierten Taten zu vergleichen“. 

Der ‚Club Nummer 12‘, der sich als Dachorganisation der aktiven Münchner Fanszene versteht, hat sich von den Spruchbändern distanziert. Die drei Bänder, die zur ersten Spiel-Unterbrechung geführte hatten, stammen laut SZ von der ‚Schickeria‘, die zweite Aktion ging von ‚Red Fanatic‘ aus. Die Bayern kündigten für beteiligte Fans harte Konsequenzen an. Am Montag hat der Rekordmeister dafür extra eine Kommission gegründet.

FC Bayern: Nach Hopp-Plakaten - So reagieren die Bayern-Fans

Erstmeldung vom 29. Februar: Inzwischen haben sich die für die Plakate gegen Dietmar Hopp verantwortlichen Bayern-Fans über die Homepage „suedkurve-muenchen.org“, zu den Vorkommnissen geäußert. 

Herr Hopp hat unter anderem durch das verwenden Störgeräuschen, die bei einigen BVB-Anhängern Schmerzen hervorrufen, allerdings die Spirale selbst erheblich weitergedreht und einen Privatkrieg mit verschiedenen Fanszenen angezettelt“, heißt es darin.

FC Bayern: Fans beleidigen Dietmar Hopp

Kritik wird vor allem auch am Vorgehen des DFB geübt. „Dies führte über mehrere Eskalationsstufen dazu, dass das DFB-Sportgericht den Fans des BVB für zwei Spiele den Besuch der Auswärtsbegegnung bei Hoffenheim verbat. Damit hat der DFB sein Wort, zukünftig von Kollektivstrafen abzusehen gebrochen. Auch wenn uns die Strafe nicht betrifft und das Thema Hopp für uns nicht so eine starke Relevanz hat, sehen wir hierin einen Angriff auf Fanrechte im allgemeinen. Es für uns ein Affront, den wir nicht unbeantwortet lassen können.

FC Bayern: Fans veröffentlichen Statement

Die Fans begründen ihre Wortwahl folgendermaßen: „Man muss den Wortlaut nicht gut heißen, aber es gab für uns hierzu keine Alternative, da nur so das Thema die nötige Aufmerksamkeit erhält. Will man zukünftig immer wenn solche Beleidigungen auf der Zuschauertribüne geäußert werden, Fußballspiele ab- oder unterbrechen, wird man keine Partie mehr über 90 Minuten spielen können. Die Unterbrechung heute war einfach nur überzogen und absurd. Fußball bleibt dreckig – Fans bleiben rebellisch – Gegen Kollektivstrafen – F***k dich DFB!“, heißt es abschließend.

FC Bayern: Spiel gegen TSG Hoffenheim stand vor dem Abbruch

Das Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München ist aufgrund von Hass-Plakaten der Bayern-Fans gegen Dietmar Hopp gleich zweimal unterbrochen worden. 

In der Schlussphase haben die Spieler ein Zeichen gesetzt und haben den Ball symbolisch hin und her gespielt. Alle Reaktionen auf das Skandal-Spiel in Sinsheim kannst Du hier nachlesen. Auch in Dortmund und Köln ist Hopp, der am 26. April 80 Jahre alt wird, am Samstag beleidigt worden.

nwo

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