Pires, Nazario und Co.

Die (fast vergessenen) Leihspieler der TSG Hoffenheim

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Felipe Pires spielt aktuell für Austria Wien.

Zuzenhausen – Bereits seit einigen Jahren hat die TSG Hoffenheim Spieler unter Vertrag, die noch nie im Bundesliga-Kader standen. Was es mit diesem Transfermodell auf sich hat:

Neun Spieler hat die TSG 1899 Hoffenheim aktuell an andere Vereine verliehen – darunter Talente wie Benedikt Gimber (21) und Philipp Ochs (20), die in der 2. Bundesliga Spielpraxis sammeln sollen. Eine im Profifußball eigentlich übliche und auch in der Regel sinnvolle Maßnahme.

Auffällig ist allerdings, dass einige der Leihspieler, die bereits seit Jahren einen Vertrag bei den Hoffenheimern haben, bislang noch nie das Trikot der TSG getragen haben und wohl auch in Zukunft keine Rolle spielen werden.

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Hintergrund ist eine Transferstrategie, die der Bundesligist vor allem vor der Saison 2015/16 verfolgte. Das Ziel war es, junge Talente aus dem Ausland zu verpflichten, die dann bei anderen Vereinen zum Einsatz kommen sollen, um sich weiterzuentwickeln und im Idealfall als Verstärkung zurückzukehren.

„Diese Transfers sind Teil eines Förderprogramms internationaler Talente. Dieses Modell stellt eine Ergänzung zur Ausbildung der klubeigenen Akademie dar“, begründet die TSG den Schritt damals.

Ernüchternde Bilanz

Schaut man sich nun zwei Jahre später die Situation an, kann man konstatieren, dass dieses Modell bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Da wäre zum Beispiel der Brasilianer Bruno Nazario, der inzwischen zum brasilianischen Zweitligisten Guarani verliehen worden ist. Eine ernsthafte Alternative für den Bundesliga-Kader wird der 23-Jährige auch nach seiner Rückkehr im Sommer nicht sein. Nazario hat bereits im August 2013 einen Vertrag bei der TSG unterschrieben.

In-Hyeok Park (22) spielt mittlerweile für Vojvodina in der ersten serbischen Liga, Antonio Colak (24) nach den Stationen Kaiserslautern, Darmstadt und Ingolstadt für HNK Rijeka in Kroatien, Joelinton (21, Rapid Wien) und Felipe Pires (22, Austria Wien) versuchen ihr Glück in der österreichischen Bundesliga. 

ROGON spielt zentrale Rolle

Auch Linksverteidiger Christoph Martschinko (24) hat im Sommer 2015 einen Kontrakt bei der TSG unterschrieben. Kurios: Der Österreicher wurde sofort an Austria Wien ausgeliehen und nach Ablauf der Leihe direkt an die Austria verkauft – ohne jemals im Kader der TSG gestanden zu haben.

Einen faden Beigeschmack erhält das Transfermodell dadurch, dass die genannten Spieler allesamt bei der Spieleragentur ROGON unter Vertrag stehen. 

Die Agentur mit Sitz in Ludwigshafen hat in den zehn Jahren, in denen die TSG in der Bundesliga spielt, zahlreiche Spieler in Hoffenheim untergebracht. Zu den bekanntesten Profis zählen Roberto Firmino und Tim Wiese, dessen Mega-Vertrag im Sommer 2016 auslief. Aus dem Bundesliga-Kader stehen aktuell Lukas Rupp, Nico Schulz, Robert Zulj, Stefan Posch und Meris Skenderovic bei ROGON unter Vertrag.

Ob die TSG das Transfermodell mit vielen internationalen Leihspielern auch künftig propagiert, darf bezweifelt werden. Fakt ist, dass die Verstrickungen mit ROGON kein gutes Licht auf den Verein werfen!

Alle Leihspieler der TSG 1899 Hoffenheim in der Übersicht

nwo

Quelle: Mannheim24

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