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Nach Hopp-Plakaten: Hansi Flick kritisiert Bayern-Fans!

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Von: Nils Wollenschläger

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Nachdem Bayern-Fans Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp übel beleidigt haben, ist die Aufregung groß. FCB-Trainer Hansi Flick findet deutliche Worte:

Update vom 3. März: Hansi Flick hofft, dass nach den Beleidigungen der Bayern-Fans gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp der Sport wieder in den Fokus rückt. „Ich hoffe einfach, dass sich das wirklich auf den Fußball konzentriert“, sagt der Bayern-Trainer vor dem DFB-Pokalspiel am Dienstag (3. März/20:45 Uhr) beim FC Schalke 04

Dass Fan-Aktionen wie am Wochenende beim Heimspiel der TSG Hoffenheim, allerdings sofort aufhören, kann sich Flickschwer vorstellen, aber das sind immer Spekulationen“. Wie Bayern bei Vorfällen oder Reaktionen darauf reagiere, müsse man schauen, sagt der 55-Jährige am Montag. Flick kritisiert die Anhänger, die beim Sieg gegen Hoffenheim durch Schmähungen gegen Hopp für zwei Unterbrechungen gesorgt haben. 

Dietmar Hopp: Bayern-Trainer Flick findet klare Worte

Die sportliche Leistung meiner Mannschaft ist letztendlich durch eigene Fans, durch Menschen, die normalerweise zum Verein stehen sollten, verdorben wurden mit einer Aktion, die ich nicht gutheißen darf“, betont der Bayern-Trainer.

Er fordert ein Vorgehen gegen solche Vorkommnisse. „Der Anstoß ist gemacht, jetzt müssen die verantwortlichen Leute schauen, dass sie die richtigen Schlüsse ziehen und an einem Strang ziehen." Dass die Vorkommnisse vom Samstag sein Team in der Vorbereitung auf Schalke beeinflussen würden, befürchtet Flick nicht. „Da habe ich meine Mannschaft sehr, sehr fokussiert erlebt“, sagte der Bayern-Coach. Während der Corona-Krise im April 2020 startet Hansi Flick eine Spendenaktion für seinen Heimatort Bammental.

Dietmar Hopp: Herbert Hainer verurteilt Hass-Plakate

Update vom 1. März: Am Sonntag hat sich auch Bayern-Präsident Herber Hainer zu den Hass-Plakaten gegen Dietmar Hopp geäußert. „Wir schämen uns für das Verhalten einiger weniger sogenannter „Fans“ in der Kurve des FC Bayern während des Spiels. Dietmar Hopp wurde von ein paar Chaoten per Spruchband aufs Übelste beleidigt. Er wurde diffamiert, aus der Distanz, anonym, namenlos, feige. Die Geschehnisse gestern waren ein absoluter Tiefpunkt“, betont Hainer in einem Statement, das auf der Homepage des FC Bayern veröffentlicht worden ist.

Eklat wegen Dietmar Hopp: Das sagt Bayern-Präsident Herbert Hainer

Es ist höchste Zeit, jetzt entschlossen zu handeln. Rassismus, Ausgrenzung, Beleidigungen und Diskriminierungen jeglicher Art und egal gegen wen, damit muss nun Schluss sein. Dieser Meinung ist auch die überragende Mehrheit der Fans des FC Bayern“, so Hainer weiter. 

Der Bayern-Präsident kündigt an, dass der Rekordmeister alles daransetzen wird, dass sich ein solcher Vorfalle nicht mehr wiederholt. „So darf es nicht weitergehen!“, schließt Hainer sein Statement ab.

Dietmar Hopp: Reaktionen auf Skandal-Spiel in Sinsheim

Erstmeldung vom 29. Februar: Der sportliche Aspekt gerät am Samstag beim Bundesliga-Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München in den Hintergrund. Beim Stand von 0:6 entrollen Bayern-Fans in der zweiten Halbzeit ein beleidigendes Plakat gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Auch wenn die Partie aufgrund dessen von Schiedsrichter Christian Dingert unterbrochen wird, ist nur wenige Minuten später erneut ein Transparent gegen Hopp im Bayern-Block zu sehen.

Nachdem dies eine weitere Unterbrechung zur Folge hat, setzen die Spieler demonstrativ ein Zeichen und spielen den Ball in den letzten Minuten nur noch symbolisch hin und her. Der Kontrollausschuss des DFB wird laut Sport-Informationsdienst Anfang der kommenden Woche ein Ermittlungsverfahren einleiten.

FC Bayern: Plakat gegen Dietmar Hopp - so reagiert Hansi Flick

Ich wusste, dass eventuell was geplant ist. Man hat versucht, mit unserem Fanbeauftragten dagegenzuwirken“, sagt Bayern-Trainer Hansi Flick, der nach den Vorfällen aufgebracht Richtung Bayern-Block gestürmt ist. „Es sind Dinge passiert, die im Fußball nichts zu suchen haben. Die Mannschaften haben ein großes Zeichen gesetzt. So geht es nicht weiter. Wir müssen aufstehen gegen solche Chaoten und Idioten.

Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder findet ähnliche Worte: „Wir sind alle sehr enttäuscht. Was passiert ist, ist so traurig und auch so schade. Es tut mir sehr leid für Dietmar Hopp. Das Zeichen der beiden Mannschaften war sehr gut.“ 

Hopp wird übel beleidigt - Rummennigge schämt sich für Bayern-Fans

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge verurteilt die Plakate „aufs Schärfste“ und spricht von einer „Schande“. „So wie die Spieler das gemacht haben, ist das ein absolutes Zeichen. Ich schäme mich zutiefst für diese Chaoten“, findet Rummenigge deutliche Worte. Zugleich nimmt der 64-Jährige die DFL und den DFB in die Pflicht. „Wir haben viel zu lange die Augen davor zugemacht, was in den Kurven passiert. Das ist das hässliche Gesicht des Fußballs. Mit dem heutigen Tag muss ein Umdenken stattfinden.“ 

Wir haben sie (die Fans) gewarnt. Wir haben ja eine Fanclub-Abteilung, die in gewissem Austausch mit den Gruppierungen ist. Es war eine offensichtlich abgestimmte Kampagne innerhalb der Bundesliga. Es gibt Clubs, die sich leider wie unsere Fans daran beteiligt haben. Das ist eine Kampagne gegen die Kollektivstrafe, wie es geheißen hat“, führt Rummennigge aus.

Skandal bei Hoffenheim gegen FC Bayern: TSG-Geschäftsführer lobt Reaktion von Spielern

Uns als Spieler ist auch etwas kaputtgemacht worden“, ärgert sich Bayern-Kapitän Manuel Neuer. TSG-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich bezeichnet die Reaktion der Spieler als „hervorragendes Zeichen“. 

Kompliment an die Schiedsrichter, die das mit einer Ruhe und Souveränität durchgezogen haben. Kompliment aber auch an das Publikum und natürlich an den FC Bayern, die dafür Verständnis hatten. Hier wurde eine Grenze überschritten, wo wir uns als Fußball-Deutschland solidarisch zeigen müssen“, so Görlich gegenüber Sky.

Nach Beleidigungen gegen Dietmar Hopp: Das sagt Liga-Boss Seifert

DFL-Chef Christian Seifert hat die Anfeindungen gegen Dietmar Hopp ebenfalls verurteilt. Diese seien „schon lange nicht mehr hinnehmbar“, sagt der 50-Jährige „Wir haben diesbezüglich heute einen traurigen Höhepunkt erlebt. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“ 

Seifert lobt die Reaktion des Publikums und der Spieler. „Alle Beteiligten - Spieler, Schiedsrichterteam und die Verantwortlichen von Bayern München und der TSG Hoffenheim sowie sehr, sehr viele Stadion-Besucher - haben in dieser Situation vorbildlich gehandelt und damit ein klares Signal an einige selbsternannte Herrscher über die Fußball-Kultur gesetzt, derartige Entgleisungen nicht mehr zu dulden.

Wegen Hopp-Beleidgungen: Auch BVB-Spiel wird unterbrochen

Auch bei der Partie Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg ist Hopp mit Sprechchören beleidigt worden. Das Spiel ist daraufhin kurzzeitig unterbrochen worden. „Was passiert ist, ist in inakzeptabel. Wir sind auf einem ganz schlimmen Weg“, sagt Freiburg-Coach Christian Streich. Zudem haben am Samstagabend Fans des 1. FC Köln beim Spiel gegen den FC Schalke 04 ein Anti-Hopp-Plakat entrollt.

Bereits am vergangenen Spieltag ist die Situation rund um Dietmar Hopp im Fokus gestanden, da Gladbach-Fans ein Plakat mit einem Fadenkreuz, auf dem Hopps Gesicht zu sehen ist, hochgehalten haben. Auslöser ist ein Urteil des DFB, der die Fans von Borussia Dortmund für zwei Jahre für Heimspiele der TSG Hoffenheim gesperrt hat, nachdem diese Hopp mehrmals aufs Übelste beleidigt haben.

nwo

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