„Fußballprofessor“

Ralf Rangnick: Karriere, Erfolge, Vereine – alle Infos zum ehemaligen Hoffenheim-Trainer

Ralf Rangnick hat die TSG Hoffenheim einst in die Bundesliga geführt. In seiner Karriere hat er bei vielen Vereinen erfolgreich als Trainer und Sportdirektor gearbeitet.

  • Ralf Rangnick zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten im deutschen Profifußball. 
  • Rangnick, einst Trainer der TSG Hoffenheim, ist seit Juli 2019 Fußballchef bei Red Bull
  • Karriere, Vereine, Erfolge - alle Infos zu Rangnick

Der Name Ralf Rangnick dürfte jedem Fußballfan in Deutschland ein Begriff sein. Der gebürtige Schwabe hat in seiner Laufbahn bereits mehrere Bundesliga-Klubs trainiert und im Profifußball zahlreiche Erfolge gefeiert. Unter anderem hat er die TSG Hoffenheim von der Regionalliga bis in die Bundesliga geführt. Insgesamt ist Rangnick mit vier verschiedenen Vereinen fünfmal aufgestiegen. Derzeit arbeitet er als Fußballchef bei Red BullKarriere, Vereine, Erfolge - wir haben für Dich alle Infos zu Ralf Rangnick zusammengefasst. 

Ralf Rangnick: Steckbrief und Wiki

Name

Ralf Rangnick

Geburtstag

29.06.1958

Geburtsort

Backnang, Deutschland

Größe

1,81 m

Vereine als Spieler

VfB Stuttgart Amateure, FC Southwick, VfR Heilbronn, SSV Ulm 1846, FC Viktoria Backnang, TSV Lippoldsweiler

Stationen als Trainer

FC Viktoria Backnang, VfB Stuttgart Amateure, TSV Lippoldsweiler, SC Korb, VfB Stuttgart U19, SSV Reutlingen 05, SSV Ulm 1846, VfB Stuttgart, Hannover 96, FC Schalke 04, TSG 1899 Hoffenheim, RB Leipzig

Stationen als Funktionär

Sportdirektor beim FC Red Bull Salzburg, Sportdirektor bei RB Leipzig, Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH

Ralf Rangnick: Karriere als Spieler bei Heilbronn und Ulm - Anfänge als Trainer

Ralf Rangnick ist am 29. Juni 1958 in Backnang geboren. In seiner Heimatstadt beginnt er 1977 nach seinem Abitur ein Lehramtsstudium für Sport und Englisch an der Universität Stuttgart. Parallel spielt Rangnick für die Amateurmannschaft des VfB Stuttgart. Im Rahmen eines Studienauslandsaufenthaltes an der University of Sussex ist er in der Saison 1979/80 im englischen Amateurfußball für den in West Sussex beheimateten Klub FC Southwick aktiv. 

Nach einem Jahr kehrt Rangnick nach Deutschland zurück und schließt sich dem VfR Heilbronn an, für den er in der Oberliga Baden-Württemberg insgesamt 66 Einsätze absolviert. 1982 folgt der Wechsel zum SSV Ulm, den der Mittelfeldspieler nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga allerdings wieder verlässt, um bei seinem Heimatverein Viktoria Backnang als Spielertrainer tätig zu sein. Zwischen 1983 und 1985 gelingt ihm mit dem Verein der Durchmarsch von der Bezirks- bis in die Verbandsliga.

Ralf Rangnick: Trainer der Jugendmannschaft des VfB Stuttgart - Wechsel zum SSV Ulm 

Kurz darauf erwirbt Rangnick an der Sporthochschule Köln als Jahrgangsbester die Fußballlehrer-Lizenz. Ab 1985 arbeitet der damals 27-Jährige zwei Jahre als Trainer der Amateurmannschaft des VfB Stuttgart. Parallel legt er 1986 sein Erstes Staatsexamen an der Stuttgarter Universität ab. In der Folge arbeitet Rangnick bis 1992 hauptberuflich für eine Sprachreisefirma in Stuttgart und engagiert sich nebenher als Trainer im baden-württembergischen Amateurfußball beim SC Korb und wenig später in der Jugend des VfB Stuttgart.

Nachdem Rangnick den Job als Trainerassistent von Jürgen Röber bei der Profimannschaft des VfB nicht bekommt, verlässt er die Schwaben im Sommer 1994 und unterschreibt einen Vertrag als Cheftrainer beim damaligen Regionalligisten SSV Ulm 1846, kann das Amt jedoch krankheitsbedingt nicht antreten.

Ralf Rangnick: Aufstieg in die 2. Bundesliga als Trainer des SSV Ulm 

Im Sommer 1995 trainiert Rangnick den Regionalligisten SSV Reutlingen und verpasst mit dem Klub nur knapp die Teilnahme an der Amateurmeisterschaft. In der Folgesaison überwirft er sich mit der sportlichen Leitung und beendet sein Engagement am Ende der Hinrunde 1996. Er wechselt daraufhin im Winter innerhalb der Liga erneut zum SSV Ulm, der in den Vorjahren jeweils um die Rückkehr in die 2. Bundesliga spielt. 

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der ersten Saison liefert sich die Mannschaft in der folgenden Spielzeit mit den Kickers Offenbach ein Duell um die Regionalligameisterschaft und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Mit einem Punkt Vorsprung beendet der SSV Ulm die Spielzeit auf dem ersten Rang. Zudem gewinnt Rangnick mit dem Verein seinen ersten Titel, als im Endspiel um den WFV-Pokal der VfL Kirchheim/Teck besiegt wird.

Ralf Rangnick: Rücktritt in Ulm - Cheftrainer beim VfB Stuttgart 

Die zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelten Ulmer etablieren sich auf Anhieb an der Ligaspitze der 2. Bundesliga. Durch die Erfolge mit Rangnicks innovativem Spielsystem sind Diskussionen um moderne Fußballtaktiken aufgekommen. In der Folge avanciert der ehemalige Profi zu einem gefragten Interviewpartner und begehrten Trainerkandidaten. Aufgrund eines Auftritts im ZDF-Sportstudio 1998, bei dem er die Taktiken eines Spiels ausführlich an einer Tafel erklärt hat, wird Rangnick bis heute als „Fußballprofessor“ bezeichnet. 

Ralf Rangnick (l.) als Trainer beim VfB Stuttgart. 

Nachdem beim VfB Stuttgart unter Trainer Winfried Schäfer der Erfolg ausbleibt, hat sich die Vereinsführung des Bundesligisten in der Winterpause mit Rangnick auf einen Vertrag zum Beginn der Spielzeit 1999/2000 geeinigt. Nach Bekanntgabe des Wechsels rutscht die Ulmer Mannschaft als Herbstmeister der zweiten Liga innerhalb von drei Monaten auf den fünften Platz ab, sodass der Fußballlehrer seinen Rücktritt bekanntgibt. 

Um einen drohenden Abstieg zu vermeiden, wird Rangnick bereits im Mai 1999 als VfB-Trainer verpflichtet und erreicht mit Stuttgart am Saisonende den Klassenerhalt. Im Folgejahr schlagen die Schwaben einen wirtschaftlichen Konsolidierungsprozess ein, der die Abgänge von Leistungsträgern wie Frank Verlaat oder Fredi Bobic zur Folge hat.

Ralf Rangnick: UEFA-Cup-Qualifikation mit dem VfB Stuttgart – Entlassung 2001 

Zudem kommt es im Umfeld des Klubs immer wieder zu Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen den wirtschaftlichen und sportlichen Verantwortlichen des Vereins. Rangnick wird vorgeworfen, seine Ideen und Vorstellungen dem Klub übereifrig vermitteln zu wollen. Insbesondere die Suspendierung des Spielers Krassimir Balakow im Herbst 2000 bringt ihm Kritik ein.

Sportlich läuft es allerdings gut: Die Mannschaft qualifiziert sich in der Spielzeit 1999/2000 für den UEFA-Cup, rutscht im folgenden Jahr allerdings auf die Abstiegsränge ab. Nach dem Ausscheiden im UEFA-Pokal entscheidet sich die Stuttgarter Vereinsführung im Februar 2001 Rangnick von seinen Aufgaben freizustellen und durch Felix Magath zu ersetzen. 

Ralf Rangnick wird Trainer von Hannover 96 - Aufstieg in die Bundesliga

Im Sommer des gleichen Jahres übernimmt Rangnick den damaligen Zweitligisten Hannover 96 - mit großem Erfolg: Durch die Umstellung des Spielsystems dominiert die Mannschaft die Saison und steigt letztlich mit deutlichem Vorsprung in die Bundesliga auf. Dort steht 96 allerdings lange Zeit auf einem Abstiegsplatz. Dennoch setzt der Verein auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Rangnick und verlängert seinen Vertrag im September 2002 vorzeitig um drei Jahre.

Ralf Rangnick (r., mit Co-Trainer Mirko Slomka) feiert den Bundesliga-Aufstieg mit Hannover 96. 

 

Nach der Winterpause verlässt der Klub die Abstiegsränge und wird am Saisonende letztlich Tabellenelfter. In der Folgezeit gerät Rangnick allerdings immer wieder mit dem Präsidenten Martin Kind sowie dem Sportdirektor Ricardo Moar aneinander. Ende 2003 wird zudem eine Ausstiegsklausel zugunsten Rangnicks aus seinem Trainervertrag publik. Nach schwachem Rückrundenstart mit vier Punkten aus den ersten sechs Spielen folgt seine Beurlaubung. 

Ralf Rangnick: Trainerjob bei Schalke 04 - Ärger mit dem Vorstand 

Im September 2004 übernimmt der Fußballlehrer als Nachfolger von Jupp Heynckes das Traineramt beim FC Schalke 04 und führt die Mannschaft in der Hinrunde an die Tabellenspitze. Am Saisonende werden die Königsblauen hinter dem FC Bayern München Vizemeister. 

Ralf Rangnick wird als Trainer beim FC Schalke 04 vorgestellt. 

Nach einer unbefriedigenden Hinrunde 2005/06, sowie dem frühzeitigen Pokal- und Champions-League-Aus gibt es Medienberichte, wonach der Vereinsvorstand plane, sich in der Winterpause von Rangnick zu trennen. Dieser hat seinerseits eine Trennung zum Saisonende angekündigt. 

Als Reaktion darauf gibt es vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 10. Dezember lautstarke Unmutsbekundungen des Publikums gegen Vorstand und Mannschaft sowie Solidaritätsbekundungen gegenüber Rangnick, der daraufhin eine spontane Ehrenrunde durch das Stadion läuft. Rangnick selbst hat dies im Nachhinein als Fehler bezeichnet, zwei Tage später wird er beurlaubt.

Ralf Rangnick wird Trainer der TSG Hoffenheim - Durchmarsch in die Bundesliga 

Im Sommer 2006 ist die Verpflichtung Rangnicks als Cheftrainer beim Regionalligisten TSG Hoffenheim zur neuen Saison bekanntgegeben worden. Innerhalb von zwei Jahren gelingt dem „Fußballprofessor" mit den Kraichgauern der Durchmarsch bis in die Bundesliga. Diese rasante Entwicklung ist in den folgenden Jahren neben den erheblichen Investitionen in Spielertransfers, begünstigt durch die finanzielle Unterstützung von Mäzen Dietmar Hopp, auch auf die sportliche Leitung von Rangnick zurückgeführt worden.

Ralf Rangnick (l.) und Dietar Hopp feiren den Bundesliga-Aufstieg der TSG Hoffenheim. 

In der ersten Bundesligasaison sorgt Hoffenheim direkt für Furore und beendet die Hinrunde als Tabellenführer. Nach einer etwas schwächeren Rückserie werden die Kraichgauer letztlich siebter. Eineinhalb Jahre später, im Januar 2011, tritt Rangnick als TSG-Trainer zurück. Grund dafür sind Medienberichten zufolge vor allem Meinungsverschiedenheiten mit Hopp gewesen. 

Ralf Rangnick: Rückkehr zu Schalke 04 - Vertragsauflösung wegen Burnout-Syndrom

Drei Monate nach seiner Vertragsauflösung mit Hoffenheim wird Rangnick im März 2011 erneut als Cheftrainer bei Schalke 04 vorgestellt. Nachdem die Königsblauen unter der Leitung von Vorgänger Magath das Viertelfinale der Champions League erreicht haben, führt Rangnick Schalke nach zwei Siegen über Inter Mailand bis ins Halbfinale, was der bis dato größte Erfolg des Vereins in diesem Wettbewerb gewesen ist. 

Das noch unter Magath erreichte Endspiel um den DFB-Pokal gewinnt der Fußballlehrer mit seiner Mannschaft gegen den MSV Duisburg mit 5:0 - es ist der erste Titel Rangnicks auf nationaler Ebene. Im September 2011 löst Rangnick seinen Vertrag wegen eines Burnout-Syndroms mit sofortiger Wirkung auf. 

Ralf Rangnick: Erst Sportdirektor in Salzburg, dann Trainer bei RB Leipzig 

Nach zehnmonatiger Auszeit wird er im Juni 2012 als neuer Sportdirektor bei Red Bull Salzburg vorgestellt. Darüber hinaus ist er auch für die Entwicklung von Regionalligist RB Leipzig zuständig. Während den Leipzigern ein unerwartet schneller Aufstieg in den Profifußball gelingt, sind die Salzburger aufgrund von Misserfolgen in der Champions-League-Qualifikation weniger erfolgreich. 

Ralf Rangnick als Trainer von RB Leipzig.

In der Folge fokussiert sich Rangnick stärker auf den Standort in Leipzig. Nach dem Aufstieg 2014 in die 2. Bundesliga gibt Rangnick bekannt, dass er nach dem Saisonende das Traineramt bei RB übernimmt und seine Aufgaben in Salzburg niederlegt.

Raf Rangnick: Champions-League-Qualifikation mit RB Leipzig 

Unter ihm steigt Leipzig in die Bundesliga auf. Zur Saison 2016/17 verpflichtet der Verein Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer, sodass sich Rangnick vollständig auf seinen Posten als Sportdirektor konzentrieren kann. Die Zusammenarbeit mit Hasenhüttl hält zwei Jahre, danach übernimmt Ra ngnick zur Saison 2018/19 erneut das Traineramt bei RB und qualifiziert sich mit dem Klub für die Champions League.

Ralf Rangnick: Eigene Stiftung für Kinder 

Ehrenamtlich engagiert sich Rangnick vor allem in seiner gleichnamigen Stiftung. Die ,Ralf Rangnick Stiftung' bietet Kindern verschiedene Kurse und Unterstützung in den Bereichen Bewegung, Ernährung oder Kreativität an. Ziel der Stiftung ist, dass sich jedes Kind - unabhängig vom sozialen Status - frei entfalten kann. 

Ralf Rangnick Freundin: Trennung von Ex-Frau Gabriela nach über 28 Jahren Ehe 

Ralf Rangnick hat seine heutige Ex-Frau Gabriela bereits als Jugendlicher kennengelernt – über 28 Jahre sind beide verheiratet gewesen. Nach monatelanger Geheimhaltung hat Rangnick im März 2018 die Trennung bestätigt. Das Ex-Paar hat zwei erwachsene Söhne – Kevin und David.

Ralf Rangnick wird Fußballchef bei Red Bull - Gerüchte um Engagement beim AC Mailand 

Im Juli 2019 verlässt Rangnick RB Leipzig, um Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull in Fuschl am See (Österreich) zu werden. In dieser Position ist er in beratender Funktion für die Fußballstandorte in New York City, Bragança Paulista und Leipzig tätig. 

Ralf Rangnick hat in seiner Karriere bereits mehrere Bundesliga-Klubs trainiert. 

Der Vertrag mit der Red Bull GmbH ist bis zum 30. Juni 2021 befristet. Zwischenzeitlich gibt es immer wieder Gerüchte um ein Engagement Rangnicks beim italienischen Traditionsklub AC Mailand

Ralf Rangnick: Gehalt 

In seiner Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig soll Ralf Rangnick 2019 laut einem Bericht der ,Sport Bild' der bestbezahlteste Manager in der Bundesliga gewesen sein. Demnach soll er ein Jahresgehalt zwischen drei und vier Millionen Euro erhalten haben. 

Ralf Rangnick: Erfolge als Trainer

mit dem SSV Ulm:

  • WFV-Pokalsieger 1997
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 1998

mit Hannover 96

  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2002

mit dem FC Schalke 04

  • DFL-Ligapokalsieger 2005
  • Halbfinaleinzug in der UEFA Champions League 2011
  • DFB-Pokalsieger 2011
  • DFL-Supercupsieger 2011

mit der TSG Hoffenheim

  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2007
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2008
  • Herbstmeisterschaft 2008

mit RB Leipzig

  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2016

Ralf Rangnick: Erfolge als Sportdirektor 

mit RB Leipzig

  • Aufstieg in die 3. Liga 2013 
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2014
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2016

mit Red Bull Salzburg

  • Österreichischer Meister 2014, 2015
  • Österreichischer Pokalsieger 2014, 2015

mab

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