Transfer-Hammer

Mögliche Gründe für Nagelsmann-Wechsel zu RB

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Julian Nagelsmann wechselt zur Saison 2019/20 zu RB Leipzig (Archivbild).

Zuzenhausen/Leipzig - Es ist ein echter Schlag ins Kontor: Erfolgs-Coach Julian Nagelsmann geht 2019 zu RB Leipzig. Was dem Startrainer den Wechsel schmackhaft gemacht haben könnte:

Der Transfer-Hammer am Mittwoch!

Erfolgscoach Julian Nagelsmann informiert die TSG-Bosse am Mittwoch (21. Juni) über seine Entscheidung: Der 30-Jährige wird nach der Saison 2018/19 seine Zelte im Kraichgau abbrechen und ausgerechnet den Ligakonkurrenten RB Leipzig übernehmen.

Wieso gerade Leipzig?“, fragen sich zahlreiche Fußballfans. Was aus unserer Sicht den Jung-Trainer zu einem Wechsel nach Sachsen bewogen haben könnte:

Größerer finanzieller Spielraum

Im Vergleich zur TSG Hoffenheim, die sich seit mehreren Jahren als Ausbildungsverein versteht, der darauf ausgerichtet ist, Transfererlöse zu erzielen, schöpft man bei „RasenBallsport Leipzig“ finanziell aus dem Vollen.

Betrachtet man die drei Jahre, in denen Nagelsmann die TSG von einem Abstiegskandidaten zum Europa-League- und Champions-League-Teilnehmer getrimmt hat, wird der eklatante Unterschied deutlich, der zwischen dem ‚Dorfverein‘ aus dem Kraichgau und dem Club aus der sächsischen Metropole inzwischen herrscht. 

Unterstützt durch die ‚Brausemillionen‘ von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz haben die Leipziger seit der Spielzeit 2015/16 fast 170 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) in neue Spieler gesteckt. Lediglich die Bayern und Dortmund haben im gleichen Zeitraum in der Bundesliga mehr in neue Spieler investiert. Dem gegenüber stehen bei RB ‚gerade mal‘ 26,5 Millionen Euro aus Transfererlösen.

Anders sieht es indes bei ‚Hoffe‘ aus: Die Kraichgauer erzielten in den Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 einen Transferüberschuss von 77 Millionen Euro. Während die TSG knapp 63 Millionen Euro in ‚neue Beine‘ investierte, nahm der Verein in dem Zeitraum fast 140 Millionen Euro aus Spielerverkäufen ein.     

Sollten die Leipziger ihr Ausgabeverhalten in naher Zukunft nicht drastisch ändern, könnte Nagelsmann bei RB ‚richtig‘ Geld in die Hand nehmen und genau die Spieler holen, die in sein Konzept des offensiven Vollgasfußballs passen. Das war dem Erfolgs-Coach bei der TSG nur bedingt vergönnt. Nicht auszuschließen, dass sich Nagelsmann dann auch bei der Ex bedient. An Nadiem Amiri beispielsweise sind die Leipziger schon seit Anfang 2017 interessiert.

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Neues Übungsfeld für den Schritt zum Spitzenclub

Dass er dereinst mal einen absoluten Topklub übernehmen will, daraus hat Nagelsmann genauso wenig einen Hehl gemacht wie aus seiner Affinität zum FC Bayern. Überraschend ist, dass der 30-Jährige nicht zu einem nationalen oder europäischen Spitzenclub wechselt, sondern zum aus Fansicht eher farblosen RB Leipzig. Dabei hatte Nagelsmann dem Vernehmen nach erst kürzlich ein Angebot von Real Madrid ausgeschlagen

Bei der Entscheidung für RB könnte für Nagelsmann die Überlegung fungiert haben, dass Leipzig als neues Übungsfeld gedient hat, bei dem er sein Handwerk ohne den absoluten Erfolgsdruck verfeinern kann. 

Auch wenn Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick mit der Verpflichtung des gefragten Trainer-Talents zur Attacke auf die Bayern bläst, wird Nagelsmann wohl nicht unter Druck geraten, wenn der Verein mal statt der Champions League ‚nur‘ die Europa League erreicht.

Ähnlich wie in Hoffenheim heuert Nagelsmann in Leipzig bei einem Verein mit professionellen Strukturen – auch im Jugendbereich - an. Die A-Jugend der Leipziger belegte in der abgelaufenen Regionalliga-Saison den vierten Platz, die B-Jugend wurde sogar Meister. 

Nagelsmann wird in Leipzig also auch das eine oder andere junge Talent aus der eigenen Jugend in den Bundesliga-Kader einbauen können. Das ist dem Coach in Hoffenheim mit Stefan Posch oder Dennis Geiger auch gelungen.  

rmx

Quelle: Mannheim24

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