Hertha BSC zieht Reißleine

TSG Hoffenheim: Ex-Torwarttrainer nach Skandal-Interview entlassen

Zsolt Petry (re.) mit den damaligen TSG-Torhütern Tim Wiese (li.) und Koen Casteels (M.).
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Zsolt Petry (re.) mit den damaligen TSG-Torhütern Tim Wiese (li.) und Koen Casteels (M.).

Wirbel um Zsolt Petry: Der ehemalige Torwarttrainer der TSG Hoffenheim stand nach irritierenden Aussagen massiv in der Kritik. Nun zieht sein Klub Hertha BSC die Reißleine.

Update vom 6. April, 15 Uhr: Hertha BSC hat Torwarttrainer Zsolt Petry nach dessen homophoben und migrationsfeindlichen Aussagen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Wie die Berliner am Dienstag mitteilen, hat sich die Geschäftsführung des Klubs dazu entschlossen, nachdem Petry der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ ein Interview gegeben hat, das den Verantwortlichen zuvor nicht bekannt gewesen ist. Dort tätigte Petry fragwürdige Aussagen zu den Themen Zuwanderung und Homosexualität.

Hoffenheims Ex-Torwarttrainer Zsolt Petry nach irritierenden Aussagen bei Hertha BSC entlassen

Die getätigten Äußerungen würden „insgesamt nicht den Werten von Hertha BSC entsprechen“, sagt Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hertha. Petry verteidigt sich in einem Statement noch: „Ich möchte betonen, dass ich weder homophob noch fremdenfeindlich bin. Meine Aussage zur Einwanderungspolitik bedaure ich sehr und möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten“, so der 54-Jährige, der zwischen 2009 und 2015 bei der TSG Hoffenheim gearbeitet hat.

TSG Hoffenheim: Ex-Torwarttrainer Zsolt Petry irritiert mit kontroversen Aussagen

Erstmeldung: Torwarttrainer Zsolt Petry hat mit fragwürdigen Aussagen zu den Themen Homosexualität und Zuwanderung für Irritationen gesorgt. Der 54-Jährige trainiert aktuell die Torhüter von Hertha BSC, davor hat er sechs Jahre (2009 bis 2015) bei der TSG Hoffenheim gearbeitet.

In einem Interview mit der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ kritisiert Petry den Einsatz des ungarischen Torhüters Peter Gulacsi von RB Leipzig für einen Verein, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt. Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, „sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen.“

Zsolt Petry arbeitet seit 2015 bei Hertha BSC.

Torwarttrainer Zsolt Petry nach Skandal-Interview in der Kritik – Reaktion von Hertha BSC steht noch aus

Petry vertrete selbst eine konservative Linie. Auch beim Thema Migration. „Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. (...) Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt“, so der Ungar: „Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen - dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist.“

In den sozialen Medien hat es am Ostermontag viel Kritik für die Aussagen Petrys gegeben. Fans forderten auch Hertha und Sportdirektor Arne Friedrich zu einer Reaktion auf das Interview auf. Diese hat es zunächst noch nicht gegeben. Hertha werde das Thema „zunächst einmal intern zeitnah mit Zsolt Petry besprechen“, heißt es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. (mab)

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