Amtierender Meister 

Der SV Waldhof im Saisoncheck

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Mit zahlreichen Neuzugängen startet der SV Waldhof Mannheim in die neue Saison.

Mannheim-Waldhof – Am Freitag, 5. August, startet die Regionalliga-Südwest in die Saison 2016/17. Vor dem Auftakt nimmt MANNHEIM24 den SV Waldhof im Saisoncheck unter die Lupe.

Schafft der SV Waldhof in der kommenden Saison den Aufstieg in die 3. Liga? MANNHEIM24 hat den Saisoncheck gemacht:

Die Ausgangslage

Nachdem die Mannheimer in der abgelaufenen Saison Meister in der Regionalliga-Südwest geworden sind, ist die Euphorie rund um den SVW riesig gewesen. Bester Beleg dafür ist die Tatsache, dass beim Relegations-Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte 22.361 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion gewesen sind.

Die fast perfekte Saison ist letztlich durch die schmerzhafte aber verdiente 0:2-Pleite gegen Lotte doch getrübt worden. Schließlich ist durch die Niederlage die langersehnte Rückkehr in den Profifußball geplatzt. Klar, dass nach dem verpassten Aufstieg Tristesse geherrscht hat.

Fotos: Große Enttäuschung nach verpasstem Aufstieg

In der Sommerpause hat sich strukturell und personell vieles verändert beim SV Waldhof. Im Streit um den potenziellen Investor Bernd Beetz, der sich kurz nach den Relegationsspielen öffentlich vorgestellt hat, hat sich der Großteil des Aufsichtsrats und die Mannheimer Runde zurückgezogen. 

Auch Geschäftsstellenleiter Stephan Pfitzenmeier, der einer der prägenden Figuren des strukturellen Aufbruchs beim SVW gewesen ist, und Kapitän und Vereinsikone Hanno Balitsch sind zurückgetreten. Spätestens nachdem Trainer Kenan Kocak seinen Wechsel zum SV Sandhausen verkündet hat, ist klar gewesen, dass der Traditionsverein vor einem Total-Umbruch steht. 

Die Vorbereitung

Durch die zahlreichen personellen Veränderungen haben die Blau-Schwarzen alles andere als eine ruhige Vorbereitung gehabt. Erst mit der Präsentation des neuen Trainers Gerd Dais ist am Alsenweg zumindest im sportlichen Bereich etwas Ruhe eingekehrt. 

>>> Alle Vorbereitungsspiele in der Übersicht <<<

Bei den zahlreichen Testspielen gegen unterklassige Vereine hat sich der SVW keine Blöße gegeben. Der sportliche Wert der Testspiel-Highlights gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach und Zweitligist Eintracht Braunschweig ist schwer einzuschätzen. Sowohl gegen Gladbach als auch Braunschweig hat sich das Team um den neuen Kapitän Michael Fink zwar zwischenzeitlich gut in die Partie gekämpft, nach 90 Minuten ist dann aber vor allem gegen die Niedersachen doch ein deutlicher Klassenunterschied zu sehen gewesen. Im letzten Test der Vorbereitung hat der SVW gegen Zweitligist Aue 1:1 gespielt.

Die Neuzugänge

Lange Zeit haben sich hartnäckig Gerüchte gehalten, wonach der brasilianische Weltmeister Lucio an den Alsenweg wechseln könnte. Der Transfer ist letztlich aber an der Arbeitserlaubnis gescheitert (WIR BERICHTETEN).

Im Tor hat sich der SVW mit Christopher Gäng verstärkt. Der Rückkehrer, der von Drittligist Sonnenhof-Großaspach gekommen ist, wird mit der bisherigen Nummer eins Markus Scholz um den Platz im Tor kämpfen. Hinter den beiden etablierten Torhütern soll der junge Konstantin Weis langsam an den Profi-Kader herangeführt werden. Auch wenn sowohl Gäng als auch Scholz in der Vorbereitung mit Verletzungen zu kämpfen gehabt haben, haben sich die Mannheimer auf dieser Position im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Das Voting ist vorbei.
Wo steht der SV Waldhof am Ende der Saison 2016/17?
Platz 1-2 + Aufstieg
52.92%
Platz 3-9 (Oberes Mittelfeld)
34.86%
Platz 1-2 + SVW scheitert in der Relegation
3.53%
Platz 10-16 (Unteres Mittelfeld)
4.24%
Platz 17-19 (Abstieg)
4.42%

Die beiden neuen Linksverteidiger Alexander-Rodriguez Schwarz (TSV Steinbach) und Hassan Amin (1. FC Saarbrücken) kämpfen um den Platz von Christian Mühlbauer, der zum Berliner AK gewechselt ist. In der Vorbereitung ist deutlich geworden, dass beide Spieler noch Luft nach oben haben und sich noch an die Spielweise gewöhnen müssen. In der Innenverteidigung werden Michael Fink und Marcel Seegert gesetzt sein, Neuzugang Michael Schultz sollte ein zuverlässiger Back-Up sein. 

Flügelflitzer Dimitrios Popovits (PAOK Saloniki) könnte sich zu einem Schlüsselspieler entwickeln. Der 21-Jährige hat bereits in den Testspielen sein Potenzial angedeutet. Der pfeilschnelle Mittelfeldspieler überzeugt vor allem als Vorlagengeber. Ob der brasilianische Neuzugang Ederson Tormena den zurückgetretenen Hanno Balitsch ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Mit Lukas Kiefer (1. FC Saarbrücken), Angelos Oikonomou (FC Bayern München II) und Bastian Müller (Alemania Aachen) haben sich die Quadratestädter zudem in der Breite gut verstärkt.

>>> Alle Zu- und Abgänge des SV Waldhof <<<

Der Angriff ist im letzten Jahr trotz der treffsicheren Jannik Sommer (16 Tore) und Giuseppe Burgio (11 Tore) oftmals die Problemzone gewesen. Besonders in den entscheidenden Relegationsspielen hat die Offensivabteilung nicht überzeugt. 

Das sind die Waldhof-Buwe 2016/17

Deshalb haben die Blau-Schwarzen Benedikt Koep verpflichtet. Der 28-Jährige hat sich beim Waldhof bereits bestens eingefügt und ist von Trainer Gerd Dais sogar zum Vize-Kapitän ernannt worden. Zwar hatte der Stürmer in den vergangenen Jahren keine hohe Torquote, aber der Ex-Trierer ist ein ‚Arbeitstier‘ und könnte dadurch enorm wichtig werden. Kurz vor dem Saisonstart haben die Mannheimer zudem Nicolas Hebisch verpflichtet, der in der Relegation 2015 für den 1. FC Magdebrug die entscheidenden Tore gegen die Kickers Offenbach erzielt hat.

Der Trainer

Gerd Dais hat die Nachfolge von Kenan Kocak angetreten. Der gebürtige Heidelberger kennt den SV Waldhof noch aus seiner Zeit als Spieler und hat somit keine lange Eingewöhnungszeit gebraucht. Dais gilt als echter ‚Aufstiegsexperte‘. 

Schließlich ist er beispielsweise mit dem SV Sandhausen in die 3. und 2. Bundesliga aufgestiegen. Mit seiner ruhigen Art und seiner großen Erfahrung könnte der 52-Jährige genau der richtige Trainer für die ‚Mission Aufstieg‘ sein.

Die Konkurrenz

Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass die Regionalliga-Südwest noch nie so gut besetzt gewesen ist wie in diesem Jahr. Aus der 3. Liga sind die Stuttgarter Kickers und der VfB Stuttgart II abgestiegen. 

Mit dem 1. FC Saabrücken, der SV Elversberg, dem FC Homburg oder auch Eintracht Trier gibt es zudem sehr ambitionierte Vereine, die den Aufstieg anpeilen. Die Kickers Offenbach werden aufgrund des Punktabzugs wohl nicht ins Aufstiegsrennen eingreifen können. Aus der Oberliga sind mit Ulm und Koblenz außerdem zwei Traditionsvereine aufgestiegen.

Die Prognose

Wie üblich wird vieles vom Saisonstart abhängig sein. Gleich zu Beginn geht es gegen Spitzenteams wie die Stuttgarter Kickers, SV Elversberg und Homburg. Erst nach diesen Spielen kann man wohl den tatsächlichen Leistungstand des SV Waldhof beurteilen. Sollte die Dais-Elf gleich gute Ergebnisse erzielen, könnte sich durchaus eine Euphorie wie im letzten Jahr entwickeln. Aufgrund der großen Konkurrenz wird die Saison aber keinsfalls ein ‚Selbstläufer‘. 

Von großer Bedeutung wird auch sein, ob die Waldhöfer wieder Ruhe in den eigenen Verein kriegen. Je früher Klarheit über die Ausgliederung herrscht, desto besser. Ein wichtiges Zeichen ist, dass man mit Markus Kompp noch vor Saisonstart einen neuen Geschäftsstellenleiter präsentiert hat, der nach der Ausgliederung Geschäftsführer werden soll.

MANNHEIM24 meint: Trotz vieler Fragezeichen im Vorfeld sollte der SV Waldhof mit dieser Mannschaft einen Platz unter den ersten Fünf belegen.

nwo

Quelle: Mannheim24

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