Plakat-Aktion bei Heimspiel gegen Stuttgart

Nach Urteil im Prozess gegen den DFB: So reagieren die Waldhof-Fans!

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Die Waldhof-Fans beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II.

Der SV Waldhof Mannheim hat wegen dem Punktabzug nach den Ausschreitungen in der Relegation Klage gegen den DFB eingereicht – und gewonnen! Die Reaktionen:

  • Nach dem Spielabbruch und den Ausschreitungen im Relegationsrückspiel gegen den KFC Uerdingen sind dem SV Waldhof Mannheim für die Regionalliga-Saison 2018/19 drei Punkte abgezogen worden.
  • Der Klub hat gegen das DFB-Urteil Einspruch eingelegt. Letztlich ist allerdings nur die Geldstrafe von 40.000 auf 25.000 Euro reduziert worden.
  • Der SV Waldhof Mannheim hat im Anschluss eine Klage gegen den DFB beim Frankfurter Landgericht eingereicht. Bei der ersten Verhandlung am 20. Februar ist entschieden worden, dass am 20. März um 16 Uhr ein Urteil gesprochen wird.
  • Das Urteil am Landgericht Frankfurt ist gefallen:Der SV Waldhof darf die 3 Punkte behalten, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Zur Urteilsverkündung am Landgericht ist kein Rechtsvertreter des DFB anwesend.
  • DFB-Sprecher Michael Morsch kündigt nach der Verkündung des Urteils an, dass der DFB in Berufung gehen will. 
  • Am 18. Juli hat der SV Waldhof mitgeteilt, dass der DFB die Otto-Siffling-Tribüne wieder als offiziellen Fanbereich anerkennt.

Update vom 10. April: Der DFB hat inzwischen Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das hat Waldhof-Anwalt Johannes Zindel am Mittwoch (10. April) gegenüber MANNHEIM24 bestätigt. „Der Richterspruch des Landgerichts Frankfurt deckt sich nicht mit unserer Rechtsauffassung. Deshalb haben wir Berufung eingelegt“, sagt DFB-Vize-Präsident Dr. Rainer Koch

Waldhof-Fans kritisieren DFB

Update vom 23. März: Beim 3:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II haben die Waldhof-Fans während dem Spiel mit mehreren Transparenten auf das Urteil, das am Mittwoch in Frankfurt gesprochen worden ist, reagiert. Im Fokus der Kritik steht wieder einmal DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Waldhof 3 - DFB 0! Da wurde dem Koch wohl in die Suppe gespuckt“, ist auf einem Plakat zu lesen. „Deutsche Rechtsprechung kritisieren, aber mit China und Katar kooperieren“, steht auf einem anderen Transparent.

Bei Heimsieg gegen VfB Stuttgart II: Plakat-Aktion der Waldhof-Fans

Bernhard Trares und Marcel Seegert äußern sich zu Urteil

Update vom 21. März: Auch einen Tag später ist das Urteil vom Frankfurter Landgericht ein Thema beim SV Waldhof Mannheim. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II (Samstag, 23. März/14 Uhr, live im MANNHEIM24-Ticker) gibt SVW-Verteidiger Marcel Seegert einen Einblick, wie die Mannschaft die Entscheidung verfolgt hat.

Ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte das nicht ein bisschen verfolgt. Natürlich hört man so ein Urteil lieber“, betont Seegert. Der 24-Jährige macht aber auch deutlich, dass das Thema nun abgehakt ist: „Es sollte uns nicht beschäftigen. Wir haben noch genug Spiele und müssen unsere Arbeit auf dem Trainingsplatz machen. Wir haben am Samstag wieder ein schweres Spiel vor der Brust.

Auch Waldhof-Trainer Bernhard Trares hat sich am Donnerstag geäußert. „Mir wurde es zwar gesagt, aber ich habe es irgendwie verdrängt und überhaupt nicht verfolgt - so wie ich es schon das ganze Jahr mache. Ich kümmere mich darum 0,0.

Der Fußball-Lehrer lenkt den Blick auf das Sportliche. „Klar freuen wir uns, wenn es so ist. Für meine tägliche Arbeit hat das aber keinen Einfluss. Wir müssen jeden Tag vernünftig arbeiten. Auch wenn mir das manchmal keiner glaubt, ich schaue nicht auf die Tabelle. Ich weiß, dass der Abstand gut ist, aber wir müssen unsere Spiele gewinnen. Wir sind am Hebel und haben alles in der Hand“, so Trares weiter.

Klage vom SV Waldhof gegen den DFB: Kein Punktabzug!

Update 20. März - 19:10 Uhr: Dem SV Waldhof werden keine 3 Punkte abgezogen! Das Urteil im Wortlaut: „Das Landgericht Frankfurt am Main hat heute entschieden, dass der Deutsche Fußballbund e.V. (DFB) nicht berechtigt ist, dem Fußballclub Waldhof Mannheim wegen Vorkommnissen in zwei Relegationsspielen zum Aufstieg in die 3. Liga 2018/2019 drei Punkte abzuziehen.“

Ein Kommentar: Causa Waldhof – Dem DFB geht es schon lange nicht mehr um Gerechtigkeit!

Weiterhin fügt der Vorsitzende der Kammer hinzu: „Der Punktabzug verfälscht den sportlichen Wettbewerb. Ein Punktabzug ist nur gerechtfertigt, wenn er dazu dient, einen unberechtigten oder in sonstiger Weise unfair erlangten Vorteil wieder rückgängig zu machen.“ 

Da jedoch der SV Waldhof beide Relegationsspiele verloren habe, stellt das Gericht fest: „Der vom Sportgericht verhängte Punkteabzug korrigiere nicht die Punkteverteilung in diesen Spielen, sondern entfalte seine Wirkung auf die gesamte nächste Spielsaison, die mit den Vorfällen in den Relegationsspielen in keinem Zusammenhang steht.“  

Abschließend wirft das Gericht dem DFB vor die I nteressen der Spieler nicht zu berücksichtigen. Denn der Gedanke des Fair Play gelte vor allem auch gegenüber den Spielern, „die nach hartem Training in einem fairen Spiel alles daran setzen, einen Sieg (...) zu erringen, die um den Aufstieg in eine höhere Liga kämpfen, und die unmittelbar für die Vorfälle nicht verantwortlich sind.“

Die Entscheidung des Landgerichts ist nicht rechtskräftig. Gegen sie kann binnen eines Monats bei dem Oberlandesgericht Frankfurt Berufung eingelegt werden. 

SVW Geschäftsführer Markus Kompp feiert das Urteil

Geschäftsführer Markus Kompp nach der Urteilsverkündung: „Es geht nicht nur um den SVW, sondern es ist auch ein Urteil für den deutschen Fußball.“ Er hofft, dass sich „der DFB jetzt darauf konzentriert einen sportlichen Wettkampf zu organisieren – in allen Ligen und dass wir dieses Thema ‚Punktabzug aufgrund von Fanausschreitungen ad acta legen können“.


Neun Monate Prozess gingen zu Ende und jetzt bekämen sie diese „wohltuenden Worte“ des Richters zu hören. Er fühle sich in seiner Position bestärkt. „Verzeihen Sie, dass ich heute ein bisschen feiern werde“, so Kompp. Es gehe nicht um die drei Punkte, „sondern dass die Mannschaft nicht bestraft werden darf für ein Relegationsspiel vor neuen Monaten.“, sagt er abschließend.    

Kein Rechtsvertreter des DFB zur Urteilsverkündung anwesend – DFB-Sprecher kündigt Berufung an 

Trotz des brisanten Verfahrens ist zur Urteilsverkündung kein Rechtsvertreter des DFB im Gerichtssaal anwesend. DFB- Sprecher Michael Morsch zeigt sich nach der Verkündung unzufrieden: „Das Urteil gibt nicht unsere Rechtsauffassung wieder“

Er wolle jetzt die schriftliche Urteilsbegründung abwarten: „Wenn diese geprüft ist, kann man davon ausgehen, dass der DFB Berufung einlegen wird.“

Nach Urteil zum Punktabzug: Waldhof-Anwalt Johannes Zindel zeigt sich kämpferisch 

Laut Waldhof Anwalt Zindel könne der DFB Berufung einlegen, aber für diese Saison müsse der Punktabzug korrigiert werden – „völlig unabhängig davon wie das Berufungsverfahren ausgeht!“

Er sieht den SV Waldhof bis dahin schon in der zweiten Liga: „Es kann sein, dass in zwei, drei Jahren vom Oberlandesgericht festgestellt wird, dass das Urteil falsch ist – bis dahin ist man vielleicht schon zwei Ligen obendrein. Es ist nicht mehr korrigierbar – auch nicht durch einen Rechtseingriff!“ 

Mannheimer Stadtrat Dr. Boris Weirauch hofft auf Entspannung der Verhältnisse zwischen SVW und DFB 

Mannheimer Stadtrat Dr. Boris Weirauch zeigt sich erfreut über das heutige Urteil für den SV Waldhof: „Die Justiz schafft Klarheit! Der Punktabzug war als Strafe definitiv unverhältnismäßig, insofern halte ich dieses Urteil für folgerichtig. Der DFB sollte jetzt das Urteil akzeptieren und auf eine Berufung verzichten. Ich hoffe, dass sich das Verhältnis zwischen dem DFB und dem Waldhof dann auch wieder etwas entspannt.“

Update vom 20. März: Am heutigen Mittwoch (20. März) wird am Frankfurter Landgericht um 16 Uhr das Urteil gesprochen. MANNHEIM24 berichtet live vor Ort. 

SV Waldhof nach erster Verhandlung optimistisch

Update vom 21. Februar: Auch wenn der von Waldhof-Seite vorgebrachte Vorwurf eines Verfahrensfehler offenbar keine große Relevanz mehr besitzt, macht sich der Spitzenreiter der Regionalliga Südwest mit Blick auf die Urteilsverkündung im März Hoffnungen. 

Schließlich hat Richter Richard Kästner inhaltlich die Argumentation der Waldhöfer unterstützt, dass bei einem Punktabzug die falschen Akteure bestraft werden: nämlich die Spieler! „Was bei der DFB-Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt hat, ist, dass die Spieler keine Schuld trifft. Es heißt beim DFB ‚Fußball durch Wettbewerb fördern‘. Da ist der Zusammenhang schwer erkennbar“, moniert Kästner.

Auch aufgrund dieser Aussage sind die Mannheimer laut Geschäftsführer Markus Kompp mit einem „sehr guten Gefühl“ zurück in die Quadratestadt gefahren. „Die Kammer hat deutlich gesagt, wie sie die Sachlage sieht. Ich gehe davon aus, dass wir siegen werden“, sagt Waldhof-Anwalt Johannes Zindel.

Den Vorwurf von Kompp, dass der DFB am SV Waldhof einen Präzedenzfall statuiert, entgegnet der ebenfalls anwesende DFB-Vize-Präsident Dr. Rainer Koch: „Ich habe doch nichts gegen den SV Waldhof. Ich hoffe, dass sie alle Spiele gewinnen.

Zuvor hat der 60-Jährige aber ausgeführt, dass ein Punktabzug unausweichlich ist. „Ein Eingriff in den Wettbewerb ist nur möglich, wenn der Wettbewerb nicht mehr möglich ist“, sagt Koch mit Blick auf die Ausschreitungen im Mai 2018 und fügt hinzu: „Das war Terror im Stadion und das Ende des Fußballs. Unter diesen Umständen ist Fußball in Deutschland nicht möglich.“ Der Punktabzug sei „sehr wohl zulässig“, auch weil es nicht das erste Vergehen von Fans des SV Waldhof Mannheim gewesen ist.

Das Urteil am Frankfurter Landgericht wird nun am 20. März um 16 Uhr gesprochen. 

DFB-Vize Rainer Koch über Ausschreitungen: „Das war Terror im Stadion!“

Update vom 20. Februar, 14:15 Uhr: Nach der Verhandlung am Frankfurter Landgericht steht fest, dass ein Urteil erst am 20. März um 16 Uhr gefällt wird. „Ich freue mich, dass wir so einen frühen Verkündungstermin bekommen haben“, sagt Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp nach der Verhandlung. „Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl zurück“, betont Kompp, für den das Eingangsstatement von Richter Richard Kästner Balsam für die Seele“ gewesen ist. 

Kästner hat zuvor erklärt: „Die Spieler waren nicht beteiligt. Es heißt Fußball durch Wettbewerb fördern. Da ist der Zusammenhang schwer erkennbar.“ Waldhof-Anwalt Johannes Zindel ist weiter optimistisch: „Die Kammer hat deutlich gesagt, wie sie die Sachlage sieht. Ich gehe davon aus, dass wir siegen werden.

Auch DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch ist am Mittwoch bei der Verhandlung im Gerichtssaal. „Ein Eingriff in den Wettbewerb ist nur möglich, wenn der Wettbewerb nicht mehr möglich ist“, sagt Koch mit Blick auf die Ausschreitungen im Mai 2018 und fügt hinzu: „Das war Terror im Stadion und das Ende des Fußballs. Unter diesen Umständen ist Fußball in Deutschland nicht möglich.“ Laut DFB sei der Punktabzug „sehr wohl zulässig“, auch weil es nicht das erste Vergehen von Fans des SV Waldhof Mannheim gewesen ist.

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SV Waldhof Mannheim mit Klage gegen DFB wegen Punktabzug: Entscheidung vertagt

Update vom 20. Februar: Die Entscheidung im Kampf des SV Waldhof Mannheim gegen den Abzug von drei Punkten ist vertagt! Bei dem Verhandlungstermin am Mittwochvormittag am Landgericht Frankfurt wurde nach rund 60 Minuten entschieden, dass das Urteil erst am Mittwoch, 20. März, um 16 Uhr gefällt wird.

SV Waldhof Mannheim vor Verhandlung in Frankfurt siegessicher

Update vom 13. Februar 2019: Eine Woche vor der Verhandlung am Frankfurter Landgericht hat sich Waldhof-Anwalt Johannes Zindel geäußert. „Der DFB hängt bei uns ziemlich am Haken, weil er nach derzeitigem Stand eine krachende Niederlage erleiden wird“, sagt Zindel dem Mannheimer Morgen. Demnach seien die Verfahrensfehler, die dem DFB unterlaufen sind, zu „gravierend“.

Klage gegen DFB: Waldhof-Anwalt bestätigt Verhandlungstermin

Der SV Waldhof Mannheim kämpft weiter gegen den Abzug von drei Punkten, der wegen der Ausschreitungen im Aufstiegsrückspiel gegen den KFC Uerdingen durch den DFB verhängt worden ist.

Wie Johannes Zindel, Anwalt des SV Waldhof Mannheim, gegenüber MANNHEIM24 bestätigt, ist die Klage des SVW zugelassen worden. Die mündliche Verhandlung findet am 20. Februar 2019 um 11:45 Uhr am Frankfurt Landgericht statt.

Wir sind glücklich über die frühe Terminierung“, sagt Zindel. Im Idealfall wird ein Urteil zwei bis drei Wochen nach der Verhandlung gesprochen. 

Pyro-Irrsinn bei SVW-Aufstiegsspiel gegen Uerdingen

Die Satzungen müssen eindeutig geregelt sein. Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet. Es war nicht klar geregelt, was bei einem Spielabbruch passiert und wie viele Punkte Abzug es in so einem Fall gibt. Es geht einfach ums Prinzip. Die Bestrafungsart trifft nicht die Täter, sondern den kompletten Verein“, hat SVW-Geschäftsführer Markus Kompp die Klage vor einigen Wochen begründet.

Hintergrund

Der SV Waldhof Mannheim ist für die Fan-Ausschreitungen auf der Otto-Siffling-Tribüne, die beim Rückspiel am 27. Mai zum Spielabbruch geführt haben, mit einem Abzug von drei Punkten, einer Geldstrafe von 40.000 Euro und weiteren Auflagen belangt worden. Nach dem Einspruch des Regionalligisten ist die Strafe am 25. September auf 25.000 Euro reduziert worden. Der Punktabzug bleibt allerdings bestehen, bezüglich der Auflagen und einer möglichen Rückkehr der ‚klassischen‘ Otto-Siffling-Tribüne hat sich der DFB zumindest gesprächsbereit gezeigt.

nwo

Quelle: Mannheim24

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