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„Länge eines kleinen Babys“: Rentner findet Riesen-Ratte im Garten

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Von: Madlen Trefzer

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Ratten rufen bei Menschen recht zwiespältige Gefühle vor. Die einen haben sie zum Kuscheln gern, die anderen laufen mit panischem Geschrei davon, wenn sie sie sehen – nicht ganz zu Unrecht.

Tagelang hört ein Paar merkwürdiges Knistern im Garten. Dann macht sich der pensionierte Pub-Chef Derek Blamire (82) auf die Suche nach der Geräuschquelle. Was er dabei entdeckt, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren – von der Riesen-Ratte, die er auf seinem Grundstück entdeckt, ist mehr da, als ihm lieb wäre: „Von der Nase bis zum Schwanz war sie etwa 45 Zentimeter lang. Sie hatte die Länge eines kleinen Babys“, beschreibt Blamire gegenüber der britischen Nachrichtenplattform EXPRESS.

Fund einer Riesen-Ratte – ist das bei uns in Deutschland überhaupt möglich?

„Es hat mich zu Tode erschreckt“, äußert seine völlig entgeisterte Ehefrau (80). Seit Längerem habe ihr Mann bereits versucht, die Nager zu schnappen. „Die jungen Ratten sind ziemlich leicht zu fangen, aber die älteren sind wirklich schlau“, zitiert RTL den 82-jährigen Blamire. Auf einem Foto, das seine Frau von ihm macht, hält er mit einer Müllzange das nun wehrlose Tier, das von einer beeindruckenden Größe ist.

Ob die Ratte noch lebt, als das Foto gemacht wird, ist schwer zu sagen. Die eine Vorderpfote scheint sich jedenfalls in einer schmerzhaften Abwehrposition zu befinden – die Augen des Tiers sind dabei zugekniffen, der untere Teil des grauen Körpers hängt vermutlich regungslos in der Luft. Viele Großstädte haben erhebliche Rattenprobleme – da ist ein solcher Fund gar keine Rarität. Aber ist die Begegnung mit einer Riesen-Ratte auch bei uns in Deutschland vorstellbar?

In Deutschland leben vor allem Wanderratten – an diesen Orten könntest Du ihnen begegnen

In Deutschland sind vor allem Wanderratten und Hausratten weit verbreitet. Gartenjournal beschreibt die Wanderratten als größer und konkurrenzfähiger als andere Rattenarten. Die flächendeckend verbreiteteren Tiere werden darüber hinaus als schlau, lernfähig und sehr sozial charakterisiert. Sie können sich so gut wie an jeden Lebensraum anpassen und fressen neben weggeworfenen Lebensmitteln auch Vögel, Fische, Würmer und sogar Papier, Seife, Pelze und Leder.

Im Lebensraum der Menschen sind Wanderratten häufig in Kellern, Tierställen, Parkanlagen, Müllkippen und in der Kanalisation auffindbar – weshalb häufig auch „Kanalratten“ genannt werden. Das Umweltbundesamt merkt an, dass Wanderratten kaum in naturbelassenen Lebensräumen zu finden sind. Ausgewachsene Exemplare können eine Körpergröße von bis zu 30 Zentimetern erreichen – und das ohne Schwanzlänge. Diese kann dann noch zusätzliche 32 Zentimeter betragen.

Was tun, wenn man einer oder mehreren (Riesen-)Ratten begegnet?

Um also auf die Frage von oben zurückzukommen – ja, ein Riesen-Ratten-Fund ist bei uns in Deutschland gar nicht so abwegig. Denn seit dem 18. Jahrhundert ist das Land eine beliebte Ratten-Residenz. Und so schnell, wie sich diese Tiere vermehren, kann das nächste unerwünschte Zusammentreffen schon bald anstehen. Das Rattenweibchen kann nämlich bis zu sechsmal im Jahr jeweils 8 Junge zur Welt bringen, die nach 2 Monaten geschlechtsreif werden und sich selber fortpflanzen können.

Was also tun, wenn man im eigenen Garten merkwürdiges Knistern hört? Vorbeugen ist laut Umweltbundesamt das A und O. Finden Ratten in Deinem Heim weder Futter noch Nistplätze, verschonen sie Dich mit ihrem Aufenthalt. Dafür solltest Du niemals Speisereste durch die Kanalisation entsorgen und gegebenenfalls Fensteröffnungen durch Gitter und Türspalten durch Bürstenleisten oder ähnlichem sichern. Übrigens, auch Spinnen lassen sich ganz einfach aus der Wohnung vertreiben.

Vermeide Futterreste, Gerümpel und Abfälle – das finden Ratten unheimlich verlockend

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Achte bei der Haltung von Kleintieren darauf, dass keine Futterreste unnötig herumliegen, die Schädlinge anziehen können. Auch die Lagerung von Gerümpel und Abfällen begünstigt die Ansiedlung der Nager. Ist es aber passiert und Du hast bereits unerwünschte Mitbewohner auf vier Pfoten, kontaktiere das örtliche Gesundheitsamt oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Die Ratten dabei niemals in die Enge treiben – sie können nämlich bis zu 1,5 Meter in die Höhe springen. (mad)

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