Interview nach Buhrufen für Russland

Elaiza: Eurovision Song Contest ist unpolitisch

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Elaiza stehen ihren russischen Kolleginen bei, nachdem sie ausgebuht wurden: "Es geht ja um die Musik, das sollte man wirklich nicht vergessen."

Kopenhagen - Von Null auf Hundert ist das deutsche Damen-Trio Elaiza durchgestartet.

Der Eurovision Song Contest ist für die bis vor kurzem völlig unbekannte Frauenband Elaiza Adrenalin pur. Seit ihrer Ankunft in Kopenhagen singen Ela (21), Yvonne (29) und Natalie (28) ihren Polka-Song „Is It Right“ bei Empfängen und Partys, laufen über rote Teppiche, beantworten Hunderte Journalistenfragen und wirken immer aufgedrehter. Jetzt wünschen sie sich nur noch eines: dass das Finale endlich da ist - und die Weltpolitik dabei außen vor bleibt.

Das Quiz zum Eurovision Song Contest 2014

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Wie sieht es so kurz vor der Finalshow am Samstag in Ihnen aus?

Yvonne: Gut. Jetzt nähert es sich endlich dem Ziel - dass wir spielen.

Ela, Sie sind in der Ukraine geboren. Wie sehr fiebern Sie für das Land mit, nachdem die Ukraine es ins Finale geschafft hat?

Ela: Ich freu mich voll! Hallo? Semi-Finale war auch so: Hoh!

Yvonne: Wir waren in der Arena dabei. Diese Stimmung ist der absolute Wahnsinn. Wir waren ein bisschen geplättet, weil das so krass ist, wenn man sich vorstellt, dass man selber auf der Bühne steht und diese ganzen Leute da sind.

Als beim Halbfinale verkündet wurde, dass Russland weiter ist, hat das Publikum die beiden russischen Zwillinge ausgebuht. Wie haben Sie das erlebt?

Yvonne: Das finden wir alle doof. Das ist so schade, und das tut uns so leid, weil die Mädchen nichts dafürkönnen. Das wird auf ihrem Rücken ausgetragen.

Ela: Das geht gar nicht. Die geben wirklich Gas und versuchen alles.

Yvonne: Die Show war toll, sie haben toll gesungen und dann werden sie ausgebuht. Das fanden wir richtig ätzend. Die Menschen denken nicht mit! Da fasst man sich an den Kopf und fragt sich: Was geht in den Köpfen vor? Das können die nicht machen.

Ela: Das tut den Mädels auch megaweh. Der ESC sollte wirklich unpolitisch sein. Es geht ja um die Musik, das sollte man wirklich nicht vergessen. Die Musik sollte im Vordergrund stehen.

Das Los hat entschieden, dass Sie selbst in der ersten Hälfte der Finalshow am Samstag auftreten. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Omen?

Natalie: Für mich ist es eigentlich gar kein Omen. Ich finde es immer gut, früher dran zu sein, weil...

Yvonne: ...man die Show dann selber genießen kann.

Ela: Wir finden das alle nicht so dramatisch. Dieses Jahr ist eh alles anders, denn es sind so viele krass unterschiedliche Künstler, dass es nicht so wichtig ist, wer vorne oder halt später dran ist.

Laut Umfragen glaubt gerade knapp die Hälfte der Deutschen an einen Platz für Elaiza in den Top Ten. Wie seht ihr eure Chancen?

(Alle drei stöhnen.)

Yvonne: Erwartungen sind immer so schlecht. Wir werden auch ständig mit den Buchmachern konfrontiert, da sind wir immer ganz weit hinten. Da haben wir ja gar keinen Einfluss drauf.

Ela: Wir hoffen, dass die Leute mit dem Herzen entscheiden und nicht mit der Vernunft. Und wir geben natürlich alles. Für uns bedeutet das so viel. Vor ein paar Wochen hatte ja noch überhaupt niemand eine Idee: Wer ist überhaupt Elaiza?

Natalie: Dabeisein ist alles. Dass wir überhaupt hier sind, ist ja schon völlig abstrus.

dpa

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