Merkur-Film der Woche

Tribute von Panem: "Mockingjay" II - ein furioses Finale

Regisseur Francis Lawrence lässt in „Mockingjay Teil 2“ alles auf das Ende der „Tribute von Panem“-Reihe zurasen - ein furioses Finale.

Egal ob „Harry Potter“, „Twilight“ oder nun „Die Tribute von Panem“ – sobald die Kinoadaptionen von Jugendbuchreihen sich dem letzten Band des Geschehens nähern, verfallen alle Produzenten auf dieselbe Idee und teilen den Roman in zwei Spielfilme auf. Angeblich, da dieses abschließende Werk derart vor Fakten und Figuren strotzt, dass niemals alles angemessen in einem einzigen Film unterzubringen sei. Tatsächlich konnte man aber sowohl „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ als auch „Breaking Dawn: Bis(s) zum Ende der Nacht“ die fatale Inhaltsleere schon von Weitem ansehen.

Das ist bei „Mockingjay Teil 2“, dem Abschluss der „Tribute von Panem“-Filme, überraschenderweise anders. Hier wurden die Figuren mit all ihrem Konfliktpotenzial kontinuierlich und logisch weiterentwickelt. Im Vergleich mit anderen Dystopie-Verfilmungen der vergangenen Jahre fallen die „Tribute von Panem“-Adaptionen zuerst einmal durch ihre enorme Düsternis auf. Der in Wien geborene Regisseur Francis Lawrence („I am Legend“), der seit „Catching Fire“ alle Folgen inszenierte, formte die noch gar nicht so finsteren Jugendromane virtuos zu dunkel umflorten Endzeitdramen um, die nicht nur für Heranwachsende interessant anzuschauen sind.

Inhaltlich bereitete Lawrence in „Mockingjay Teil 1“ alle Handlungsstränge geschickt so weit vor, dass er es im Finale jetzt noch einmal richtig krachen lassen kann und sich nicht mehr mit Nebenhandlungssträngen aufhalten muss. Alles rast konsequent auf einen Zielpunkt zu – der dann wiederum mit seiner sinnlichen Ruhe überrascht. Nachteil dieser Inszenierung ist allerdings, dass diesen Film wirklich niemand versteht, der nicht zumindest einen der Vorgänger gesehen oder gar die Bücher gelesen hat. Denn Personen werden nicht mehr eingeführt, Charakter-Eigenschaften nicht erläutert.

So landet man schon dank der geradezu atemberaubenden Kameraarbeit von Jo Willems schnell wieder an der Seite von Superamazone Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), die nicht nur mit schweren Angriffen des Kapitols zu kämpfen hat. Die Gegner scheinen mittlerweile überall zu sein, und der aus den Fängen von Präsident Snow (Donald Sutherland) befreite Peeta (Josh Hutcherson) ist aufgrund der Gehirnwäsche, die man ihm in der Gefangenschaft verpasste, zu einer tickenden Zeitbombe geworden. Aber die wackere Katniss, die wird’s auch diesmal richten.

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