Kinokritik zum Algerien-Western "Den Menschen so fern"

Der Algerien-Western „Den Menschen so fern“ basiert auf einer Geschichte von Albert Camus

Algerien 1954: Der französische Ex-Major Daru (Viggo Mortensen) bringt an einer Schule nahe des Atlas-Gebirges Kindern Lesen und Schreiben bei. Er hat, von Schicksalsschlägen und Krieg traumatisiert, seine Einsamkeit bewusst gewählt. Doch die wird empfindlich gestört: Die Polizei nötigt Daru, einen Gefangenen bei sich übernachten zu lassen und ihn am Morgen in die Stadt zu bringen. Der kaum volljährige Bauer Mohamed (Reda Kateb) wird beschuldigt, seinen Cousin ermordet zu haben. Die Hintergründe der Tat erzählt der schüchterne Mann während der langen gemeinsamen Wanderung. In dieser Fassung des Mordes geht es um hungrige kleine Brüder, um ein Dasein am Rande des Existenzminimums und um überkommene Blutrache-Gesetze. In Daru reift ein Plan...

Der Western ist das amerikanischste Filmgenre überhaupt. In den USA seit Jahrzehnten kaum wahrnehmbar, finden sich in Produktionen anderer Länder immer öfter Bezugspunkte, etwa in der österreichischen Alpentragödie „Das finstere Tal“. Nun haucht der französische Regisseur David Oelhoffen mit seinem großartigen Algerien-Western dem Genre neues Leben ein. Die betörenden Bilder fangen die Weite der kargen Gebirgslandschaft ein, die staubige Wildnis erinnert nicht zufällig an Sergio Leones lebensfeindliche Männerwelten. Die einer Novelle von Albert Camus entlehnte Handlung spielt zwar unter imponierend weitem Himmel, erscheint aber dennoch als Kammerspiel. Denn die engen Grenzen, an denen sich die zwei Männer aufreiben, die sind allgegenwärtig und von Menschenhand gesteckt. Während des Marsches durch die Wüste keimt eine zarte Freundschaft zwischen beiden auf, die durch die unaufdringliche, subtil subversive Musik von Nick Cave und Warren Ellis immer wieder gebrochen wird. 

von Ulrike Frick

„Den Menschen so fern“

mit Viggo Mortensen 

Regie: David Oelhoffen 

Laufzeit: 101 Minuten

Rubriklistenbild: © Arsenal Film/dpa

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