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1G in Deutschland: Steigende Infektionszahlen ‒ Bald wieder Testpflicht für ALLE?

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Kommt jetzt nach 2G und 3G die 1G-Regel nach Deutschland? Virologen stehen den aktuellen Bestimmungen sehr kritisch entgegen und fordern deshalb knallharte Maßnahmen:

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich von Tag zu Tag mehr zu. Überall steigen die Zahlen der Neuinfektionen, Inzidenzen und Todesfälle wieder an. Mehrere Bundesländer rufen deshalb schon Warnstufen aus, wie beispielsweise Baden-Württemberg*. Hier liegt seit wenigen Tagen die Hospitalisierungsinzidenz höher als der Grenzwert, weshalb das Bundesland einige Verschärfungen ergreifen muss – meist auf Kosten der Ungeimpften. Auch in Bayern werden die Corona-Regeln angepasst. So gilt hier beispielsweise eine FFP2-Maskenpflicht in Supermärkten*. Doch reicht das aus? Virologen geben nun zu denken, denn sie kritisieren nicht nur das 2G-Modell, sondern fordern sogar die 1G-Regel für Deutschland. Was sie damit genau meinen, erklärt HEIDELBERG24*.

1G-Regel jetzt auch in Deutschland? Virologe fordert Knallhart-Maßnahme

Bislang wird nur zwischen 3G und 2G in Deutschland unterschieden. Bei der ersten Option wird Geimpften, Genesenen und Ungeimpften mit Corona-Test der Zugang zu Veranstaltungen, Restaurants und anderen Einrichtungen gestattet. Beim 2G-Modell sind ungeimpfte Besucher verboten und nur Geimpfte und Genesene erhalten Zutritt. In einigen Bereichen darf dann sogar auf die Maskenpflicht und Abstandsregelungen verzichtet werden.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bringt nun aber eine dritte und noch strengere Möglichkeit im Kampf gegen das Coronavirus* ins Spiel: Die 1G-Regelung. Zuvor kritisiert er jedoch die 2G-Maßnahme. Die Wirkung dieses Modells könne überschätzt werden. Der Experte bezeichnet die 2G-Regel als „Scheinsicherheit“. Am Samstag (6. November) erklärt er gegenüber dem Deutschlandfunk, dass auch Geimpfte sich infizieren und das Coronavirus übertragen könnten – auch wenn die Wahrscheinlichkeit geinger sei.

1G-Regel: Corona-Tests für alle – auch für Genesene und Geimpfte

Doch wie soll die 1G-Regel in Deutschland aussehen? Als erstes Land der Welt führt Costa Rica am 8. Januar bereits die strenge Maßnahme ein*. Nur noch Geimpfte können dann am öffentlichen Leben teilnehmen, Hotels und Restaurants besuchen und bei Gruppenaktivitäten mitmachen.

Jonas Schmidt-Chanasit definiert die 1G-Regel für Deutschland etwas anders. Wenn man wirklich Sicherheit wolle, helfe nur 1G weiter - also alle zu testen, egal ob geimpft, ungeimpft oder genesen. Das sollte vor allem für problematische Bereiche gelten, wo vulnerable Menschen gefährdet seien. Man sollte das wichtige Instrument des Testens nicht aus der Hand geben, mahnt der Virologe. Er wirbt außerdem für eine „Testoffensive“ und kritisiert, dass die kostenlosen Bürgertests im Oktober abgeschafft wurden.

Hintergrund: Seit Oktober muss jeder Bürger selbst für Corona-Tests aufkommen*. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie Schüler und Schwangere, die die Tests trotzdem bezahlt bekommen. Der Staat will nicht länger für die Kosten aufkommen, die größtenteils durch ungeimpfte Bürger entstehen. Diese brauchen für sämtliche Aktivitäten einen PCR- oder Schnelltest.

1G-Regel in Deutschland: Virologen kritisieren 2G-Modell

Schmidt-Chanasit ist aber nicht der einzige Experte, der die 2G-Regel kritisch betrachtet. Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck sieht einige Probleme, wie gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zugibt. „Die Geimpften haben das Gefühl, sie sind nicht mehr Teil der Pandemie und verhalten sich auch entsprechend risikoreich“, so Streeck und fügt hinzu: „Das zweite Problem sind die Ungeimpften, die ausgeschlossen werden und sich noch weniger testen lassen“. Das könne zu unkontrollierten Ausbrüchen führen. „Wenn Ungeimpfte am Sozialleben nicht teilnehmen dürfen, organisieren sie sich zum Beispiel Feiern zu Hause. Dort lässt sich das Infektionsgeschehen dann überhaupt nicht mehr kontrollieren“, warnt
der Virologe. Streeck fordert daher die rasche Wiedereinführung kostenloser Corona-Tests. (dpa/jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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