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„Schreit nach Anschlusslösung“: Grüne wollen Nachfolger für 9-Euro-Ticket

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Von: Daniel Hagen

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Ende August endet die Zeit des 9-Euro-Tickets. Wie es danach weitergehen soll, ist noch unklar. Die Grünen schlagen allerdings zwei Konzepte vor.

Um die Bundesbürger in der aktuellen Krisenzeit mit Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg finanziell zu entlasten, hat der Bundestag ein Entlastungspaket freigegeben. Aus diesem geht auch das 9-Euro-Ticket hervor, das im ganzen Land schnell beliebt wird. Immerhin ist es selten, dass man für nur neun Euro mit einem Ticket durch ganz Deutschland fahren kann – wenn auch nur mit der Regionalbahn.

„Schreit nach Anschlusslösung“: Grüne legen Konzept für 9-Euro-Nachfolger vor

Doch das 9-Euro-Ticket ist von Anfang an nur dafür konzipiert worden, um in den Sommermonaten Juni, Juli und August genutzt zu werden. Danach steigen die Preise im ganzen Land wieder massiv an, was zahlreiche Bahnfahrer möglicherweise wieder zurück zu ihrem Auto treiben wird – was sehr schade wäre. Denn nach aktuellem Stand ist das Ticket alleine im Juni rund 21 Millionen Mal verkauft worden und hat nachweislich zu weniger Verkehr geführt.

„Dutzende Millionen Tickets wurden verkauft, rund 80 Prozent der Befragten sind für eine Fortsetzung: Das 9-Euro-Ticket ist ein fulminanter Erfolg und schreit geradezu nach einer Anschlusslösung. Dafür legen wir heute ein schlüssiges Konzept vor“, erklärt Ricarda Lang.

Zwei-Ticket-System soll laut Grünen das 9-Euro-Ticket beerben

Trotzdem des Erfolgs hält Bundesfinanzminister Christian Lindner nichts von der Verlängerung des 9-Euro-Tickets, da es den Staat zu viel koste. Seitdem wird an mehreren Stellen überlegt, wie man den ÖPNV in Deutschland weiterhin günstig und damit attraktiv gestalten könnte. Ein Vorschlag kommt vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der ein 69-Euro-Ticket für realistisch hält.

Eine weitere Idee haben am Freitag (5. August) die Grünen vorgebracht. Aus einem Konzeptpapier von Parteichefin Ricarda Lang, Fraktionschefin Katharina Dröge und dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Krischer geht hervor, dass es gleich zwei Arten von Tickets geben soll.

Vorschlag der Grünen: Tickets für 29 und 49 Euro

Dabei handelt es sich zum einen um ein Regionalticket für 29 Euro, das „mindestens landesweit“ gelten soll. Dieses sei vor allem für Pendler gedacht, die damit zur Arbeit fahren können. Zum Vergleich: bei der rnv kostet ein Jobticket derzeit 46,60 Euro für den Arbeitnehmer und ein MAXX-Ticket für Schüler liegt bei 46,70 Euro pro Monat.

Zusätzlich schlagen die Grünen noch ein 49-Euro-Ticket für ganz Deutschland vor, das wie das 9-Euro-Ticket für fast alle Regionalbahnen und Busse gelten würde. „Es ist an der Zeit, jetzt ernsthaft über eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket zu verhandeln“, mahnt Katharina Dröge bei der Deutschen Presse Agentur.

Finanzierung für Zwei-Ticket-Konzept aus Dienstwagenprivileg

Um das Zwei-Karten-Modell zu finanzieren, wollen die Grünen das Dienstwagenprivileg beschneiden, mit dem Unternehmen Kosten für Firmenwagen steuerlich absetzen können. „Die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Bund und Länder könnten nahtlos in die Finanzierung der günstigen Tickets fließen“, heißt es in dem Papier. Man sei aber auch bereit, über andere Finanzierungsmöglichkeiten zu verhandeln. (dh mit dpa)

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