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„Elektroschrott“ – ADAC warnt vor dieser kuriosen Methode zum Spritsparen

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Von: Madlen Trefzer

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In Zeiten explodierender Kraftstoffpreise will wohl jeder seinen Verbrauch reduzieren. Zum Beispiel mit Spritspar-Dongles. HEIDELBERG24 erklärt, warum Du davon besser die Finger lassen solltest.

Wer Auto fährt, wird zur Zeit mit den schockierenden Spritpreisen konfrontiert. Mit einigen Tricks kann man an der Tankstelle dennoch Geld sparen – etwa durch einen Preisvergleich mittels Apps oder indem man nach Möglichkeit zur richtigen Uhrzeit an die Tanke fährt. 24Auto.de berichtet über eine weitere vermeintliche Spritspar-Möglichkeit – spezielle OBD-Dongles. ADAC nimmt diese Geräte genauer unter die Lupe. Das Ergebnis ist furchteinflößend. 

15 Prozent Benzin oder Diesel sparen bei unveränderter Fahrweise – das Versprechen Hersteller von Dongles

Klingt ziemlich vielversprechend: Bei unveränderter Fahrweise soll man laut Herstellern bis zu 15 Prozent Benzin oder Diesel einsparen. Das garantieren Verkäufer der kleinen Elektronikmodule namens „ecoOBD2“, „Nitro OBD2“ oder „EcoVex“ bei Amazon Marketplace, eBay und anderswo. Die vermeintlichen Sparstecker sind laut heise.de jedoch „fabrikfrischer Elektroschrott“ und „Abzocke“. Dahinter stecke lediglich farbige LED-Beleuchtung – sonst nichts.

Online und auch in manchen Stores werden Spritspar-Dongles bereits ab 6 Euro angeboten. Dabei handelt es sich um kleine elektronische Stecker, die sich an die OBD-Buchse (On Board Diagnose) des Autos anschließen lassen. In Kooperation mit der Computerzeitschrift c‘t testet ADAC einen Spritspar-Dongle für Diesel-Fahrzeuge. Der Dongle namens „ecoOBD2“ fällt dabei komplett durch.

Das passiert wirklich, wenn du ein Spritspar-Dongle einsetzt – Spoiler-Alarm: Sprit sparen kannst Du nicht damit

Experten können keinerlei Kommunikation über die Diagnosebuchse feststellen. Es lassen sich laut 24Auto.de auch keine Signale messen, die in irgendeiner Form den Kraftstoffverbrauch beeinflussen könnten. Die Tester kommen zum Entschluss: „Der ecoOBD2 blinkt und tut so, als ob er arbeitet. Mehr passiert aber nicht.“ Eine weitaus sinnvollere Methode, um Spritkosten zu sparen ist es, sein Auto richtig auszuräumen.

Übrigens: Mehr nützliche Spartipps für Zuhause findest Du auf unserer Themenseite.

Und was Spritspar-Dongles anbelangt: „Wäre die versprochene Wirkung tatsächlich erreichbar, würden solche Produkte längst von Autoherstellern serienmäßig verbaut, weil sie damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hätten“, sagt Markus Sippl, Leiter ADAC Fahrzeugtechnik. Schließlich sei wohl jeder Fahrzeughersteller daran interessiert, sein Fahrzeug so sprintsparend wie nur möglich auszustatten. Auch interessant: Ab wann sich der Umweg zur Billig-Tankstelle lohnt. (mad)

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