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Änderung bei der Krankmeldung: Ab Januar gibt‘s keinen rosa Zettel mehr

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Von: Teresa Knoll

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Die elektrische Krankmeldung soll den Prozess der Krankmeldung vereinfachen. Allerdings gibt es bei der Durchführung noch ein paar Schwierigkeiten.

Kopf schmerzt, Nase ist dicht, Hals kratzt: Es ist eh schon anstrengend, sich zum Arzt schleppen zu müssen, wenn man krank ist. Und dann bekommt man auch noch drei Zettel ausgehändigt, die alle irgendwo hingeschickt oder verstaut werden müssen. Aber wenn man sich bei seinem Arbeitgeber rechtzeitig krankschreiben will, führt daran kein Weg vorbei. Das neue Verfahren für die Krankmeldung soll das Verfahren jetzt vereinfachen – ein paar Startschwierigkeiten gibt es aber noch.

Änderung für gesetzlich Krankenversicherte: Wie funktioniert die elektronische Krankmeldung?

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer verpflichtet, ihrem Arbeitgeber ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Der Chef darf aber schon ab dem ersten Tag eine fordern. Bisher funktioniert das so, dass Arbeitnehmer drei Zettel vom Arzt ausgehändigt bekommen: Einen für die eigenen Unterlagen, einen, der an den Arbeitgeber und einen, der an die Krankenkasse geschickt werden muss.

Die Digitalisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll diesen Vorgang jetzt aber vereinfachen. Statt Zettelwirtschaft soll in Zukunft alles online laufen: Der Arzt schickt die Krankmeldung elektronisch an die Krankenkasse und die informiert den Arbeitgeber. Der kann die Krankmeldung dann ganz einfach online abrufen und der Arbeitnehmer muss sich um nichts mehr kümmern. Im Laufe des Jahres soll es dann für Arbeitnehmer möglich sein, sich eine elektronische Kopie in die digitale Patientenakte legen zu lassen, sodass auch hier Papierwust vermieden wird.

Elektronische Krankmeldung: Für wen gelten die Änderungen?

Das neue Verfahren gilt nur für gesetzlich Krankenversicherte. Für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte ändert sich nichts, genauso wenig wie für Minijobber in Privathaushalten und müssen diese selbst an ihren Arbeitgeber und die private Krankenversicherung beziehungsweise Beihilfestelle versenden. Ebenso erhalten Arbeitnehmer den Schein für ihre kranken Kinder weiterhin in Papierform.

Das liegt daran, dass sich Privatärzte noch nicht an dem Verfahren beteiligen, genauso wie Ärzte, Zahnärzte und Rehabilitationseinrichtungen im Ausland. Große Änderungen gibt es auch für Autofahrer – worauf man sich 2023 einstellen muss.

Elektronische Krankmeldung: Probleme bei der Durchführung

Im vergangenen Jahr wurde der Prozess in einer Pilotphase erprobt. Ärzte und Krankenkassen haben sich bereits an dem Prozess beteiligt. Das lief aber nicht ganz glatt. Viele Praxen hatten zum 1. Januar 2022 noch gar nicht die passende Ausstattung. Mittlerweile werden aber laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr als 80 Prozent der Krankmeldungen auf elektronischem Wege an die Krankenkassen geschickt.

Offiziell sollen ab dem 1. Januar 2023 auch die Arbeitgeber an dem Verfahren teilnehmen. Allerdings gibt es auch da immer noch Probleme. „Dem Vernehmen nach wissen die wenigsten Arbeitgeber davon, noch werden sie organisatorisch wie technisch in der Lage dazu sein“, so Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). In diesem Fall würde also weiterhin gelten: Zettelwirtschaft statt Digitalisierung. (resa)

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