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Aldi: Nach Tönnies-Sklandal – Kunden fordern Boykott dieser Fleisch-Produkte

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Von: Daniel Hagen

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Aldi - Nach einer Sat.1-Reportage über Deutschlands größten Fleischkonzern Tönnies gehen Kunden auf die Barrikaden und fordern Supermärkte auf, dessen Fleisch aus dem Sortiment zu nehmen.

Die Vorwürfe gegen den Fleischkonzern Tönnies wiegen nach einer Sat.1-Reportage schwer. Im Beitrag wird sogar über „moderne Sklaverei mitten in Deutschland“ gesprochen. Nicht zum ersten Mal muss sich der Fleischkonzern aus Nordrhein-Westfalen mit solchen Anschuldigungen herumschlagen. Trotzdem werden in zahlreichen Supermärkten dessen Marken vertrieben. Dieser Umstand sorgt für jede Menge Unmut, weshalb die Kunden einen Boykott fordern. Ähnlich wie bei Nestlé werden nun Listen im Internet herumgeschickt, die genau aufzeigen, in welchen Marken Tönnies drinsteckt. HEIDELBERG24* berichtet, welche Behauptungen gegen das Unternehmen im Raum stehen.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Standorte weltweit11.235
Umsatz106,3 Milliarden US-Dollar (2019)

Aldi: Tönnies-Reportage löst Welle der Empörung aus

Die Tönnies Holding GmbH & Co. KG ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Bereits im Sommer 2020 ist das Unternehmen in die Schlagzeilen geraten, weil es zu einem gewaltigen Corona-Ausbruch gekommen ist. Die Folge: Über 1.000 Infizierte und etwa 7.000 Menschen im Kreis Gütersloh in Quarantäne. Auslöser der ganzen Situation ist wohl die Wohn- und Arbeitssituation der Arbeiter vor Ort, vor allem in Bezug auf Infektionsschutz und Hygiene. Über den Massen-Ausbruch berichtet auch RUHR24*.

Ein Investigativ-Team von Sat.1 hat nun eine Reportage veröffentlicht, in der gezeigt wird, was seitdem passiert ist. Der Beitrag berichtet von Wucher-Mieten, Prostitution nach der Arbeit und unmenschlichen Arbeitsbedingungen. So soll es Mitarbeitern nur zweimal am Tag erlaubt gewesen sein, auf die Toilette zu gehen und etwas zu trinken! Nach der Ausstrahlung, die von Eigentümer Clemens Tönnies und seinen Anwälten kritisiert wird, geht ein Sturm der Entrüstung und Wut durch die sozialen Medien wie Twitter.

Aldi: Kunden fordern Boykott von Tönnies-Produkten

Zahlreiche User fordern dort Supermärkte und Discounter wie Aldi*, Rewe, Kaufland und Edeka auf, die Waren von Tönnies in Zukunft nicht mehr zu verkaufen. Gerade Aldi hat sich mit seiner 5D-Regel eigentlich vorgenommen*, mehr auf das Tierwohl zu achten. Andere wollen selbst auf Nummer sicher gehen und fragen nach, hinter welchen Marken Tönnies eigentlich steckt, um das Unternehmen nicht unwissend zu unterstützen. Wem es ähnlich geht, kann sich an dieser Liste orientieren:

Wie die Unternehmen Aldi, Kaufland, Rewe und Edeka mit den erneuten Skandalen rund um Tönnies umgehen werden, ist derzeit noch unklar. Immerhin findet man in zahlreichen Läden auch weiterhin Produkte von Nestlé, die schon seit vielen Jahren für ihre Arbeitsweise und Ausbeutung kritisiert werden. Für Kunden könnte eine Abkehr von Tönnies zwar eine Steigerung des Fleischpreises bedeuten, den wird es bei Aldi aufgrund der neuen 5D-Regel aber höchstwahrscheinlich sowieso geben*. Das Wohl der Tiere und der Arbeiter in der Fleischindustrie wäre das aber wert. (dh) *HEIDELBERG24 und RUHR24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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