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Aldi, Kaufland und Co.: „Ramschpreis“ – Discounter reagieren auf Özdemir-Vorwurf

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Nach den Vorwürfen von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zu den Fleischpreisen bei Aldi, Kaufland und Co. reagieren nun die Discounter.

Beim Einkaufen könnte vielen Menschen bald die Kinnlade runterklappen. Fleisch wird in naher Zukunft wohl teuer. Es herrscht sogar Angst, dass viele Fleischprodukte zum „Luxusgut“ werden könnten aufgrund höherer Preise. Der Grund: Landwirtschaftsminister Cem Özdemir! Der Politiker aus Baden-Württemberg* kritisierte vor einigen Tagen Discounter wie Aldi*, Kaufland, Lidl und Co. heftig. Sie würden ihre Ware zu „Ramschpreisen“ verkaufen*, so der Grünen-Politiker laut Bild.

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Nicht nur der bayerische Ministerpräsident Markus Söder reagierte, auch in der Bevölkerung ist der Aufschrei recht groß. Hinzu kommt, dass nun auch die angegriffenen Discounter eine Antwort liefern. Knallt‘s jetzt richtig im Fleisch-Streit?

Nach „Ramschpreis“-Kritik von Özdemir: Markus Söder mischt sich ein

Özdemir kritisierte vor allem die Mega-Schnäppchenpreise - erst recht beim Hackfleisch. Die Sorge des Politikers: Bei solchen Preisen werden Tiere wohl kaum ordentlich gehalten und Bauern bekommen zu wenig Geld. Außerdem spielte Özdemir auf die Klimabelastung an, das Artensterben sowie das fehlende Tierwohl. Die Vorwürfe kommen nicht überall gut an - besonders nicht bei den Discountern.

NameCem Özdemir
PositionBundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
ParteiBündnis90/Die Grünen
Geburtsdatum21. Dezember 1965

Zunächst gab es aber heftige Kritik aus Bayern. Markus Söder konterte Özdemir laut „Bild“: „Der Landwirtschaftsminister setzt auf weniger Tierhaltung unserer Bauern und dafür auf mehr Cannabisanbau in Deutschland“. Söder ist für einen geringeren Preisdruck durch Handelskonzerne und weniger Bürokratie vom Staat, denn: „Die Bundesregierung ist nicht dazu da, Menschen vorzuschreiben, was oder wie viel sie essen.“

Nach „Ramschpreis“-Kritik von Özdemir: So reagiert Aldi!

Inzwischen haben sich auch die betroffenen Discouter zum Teil zu Wort gemeldet. In der „Bild“ sagt Aldi Nord-Sprecher Florian Scholbeck: „Wir bei Aldi Nord haben uns entschlossen, das Frischfleisch-Sortiment in unseren Märkten bis 2030 komplett auf die Tierwohl-Haltungsformen 3 und 4 umzustellen.“ Grund dafür ist das Überangebot bei nicht nachhaltigen Haltungsformen.

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußert sich Aldi auch zu dem Vorhaben: „Spätestens ab 2030 wird es Hähnchen, Pute, Schwein und Rind ausschließlich aus den Haltungsformen 3, also Außenklima-Haltung, oder 4, der Premium-Haltung, wie beispielsweise Bio-Ware, geben.“ Aldi rechtfertigt sich zudem mit dem „dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage“. Diese Änderungen beim Fleisch sind bei Aldi noch etwas entfernt, aber auch in 2022 kommen Änderungen* auf die Kunden zu. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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