1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Aldi: Schluss mit Küken-Schreddern! Discounter setzt auf mehr Tierwohl

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Der „Haltungswechsel“ beschäftigt und begleitet den Discounter schon seit geraumer Zeit. Zum Jahresende ist nun mit einer wirklich grausamen Praxis Schluss – endlich und endgültig.

Dass die Discounterkette Aldi* für das Jahr 2022 radikale Umbrüche plant, war bekannt. Vor allem der Umschwung beim Verkauf von Schweinefleisch im Zuge des schon im Juni dieses Jahres begonnen „Haltungswechsels“ wirbelte in Kundenkreisen durchaus Staub auf – von der „5D-Regel“ beim Verkauf von Schweinefleisch war da die Rede*. Noch stärker auf Ware aus Deutschland solle gesetzt werden, wie das Unternehmen seinerzeit in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Ziel sei es, ein Zeichen für mehr Tierwohl zu setzen und gleichzeitig die deutsche Landwirtschaft zu stärken, wie HEIDELBERG24* damals berichtete. Zum Jahresende aber geht Deutschlands größter Discounter noch einen Schritt weiter:

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord); Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Standorte weltweit11.235
Umsatz106 Milliarden US-Dollar (2019)

Denn bis dahin soll das gesamte Schaleneier-Sortiment bei ALDI nur noch aus Hühnereiern bestehen, für die keine männlichen Küken getötet worden sind. Damit können die Discounter die Umstellung ein Jahr früher abschließen als ursprünglich geplant. ALDI wird damit der erste große Lebensmittelhändler sein, der sein komplettes Schaleneier-Sortiment zu 100 Prozent auf Eier „ohne Kükentöten“ umgestellt hat.

Haltungswechsel bei Aldi: Kükenmord adé

Die Idee ist nicht ganz neu – und im Gegenteil eigentlich längst überfällig: Vor rund einem Jahr beginnen Aldi Nord und Aldi Süd mit der Umstellung ihres gesamten Schaleneier-Sortiments. Und Ende 2021 wird der Einzelhandelsriese damit der erste große Lebensmittelhändler in Deutschland sein, bei dem ausschließlich Schaleneier erhältlich sind, für die kein Küken mehr getötet werden musste.

Damit wird es bei Aldi keine Schaleneier von Legehennen geben, die vor dem Inkrafttreten des gesetzlichen Verbots des Kükentötens geschlüpft sind und deren Brüder noch getötet wurden. Auch werden keine im Ausland erzeugten Eier angeboten, für die männliche Küken getötet werden. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass Tierwohl zum Standard wird. Daher haben wir die Abschaffung des Kükentötens in den letzten Jahren konsequent vorangetrieben und sind jetzt stolz, einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht zu haben“, so sagt es Philipp Skorning, Group Director Buying bei Aldi Süd.

Aldi: Discounter mit wichtigem Schritt fürs Tierwohl

Die Discounter setzen zum einen auf die Bruderhahn-Aufzucht, bei der weibliche und männliche Küken gleichermaßen aufgezogen werden. Dies trifft unter anderem auf alle Bio-Eier zu, die bei Aldi verkauft werden. Zum anderen nutzen Aldi Nord und Aldi Süd auch andere Ansätze, wie etwa das Verfahren des Biotech-Unternehmens PLANTegg, mit dem das Geschlecht eines Bruteis frühzeitig bestimmt werden kann. Die Genauigkeit des Verfahrens liegt inzwischen bei immerhin 99,5 Prozent. Preissteigerungen könnten natürlich die Folge sein* – das wiederum sollte einem das Tierwohl aber unbedingt wert sein. (mko/PM) *HEIDELBERG24 und echo24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare