1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Aldi: Discounter wagt Kunden-Test – der könnte alles verändern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marten Kopf

Aldi macht Kasse ohne Kasse: Der deutsche Handelsriese startet jetzt einen Pilotversuch zum Einkaufen ohne nervige Warteschlange.

Hand aufs Herz, wenige Dinge sind anstrengender als lange Schlangen an der Supermarktkasse. Wer hat nicht schon mal darüber nachgedacht, wie viel wertvolle Lebenszeit er in Warteschlangen verschwendet? Die gute Nachricht: Damit könnte bald Schluss sein! Amazon hat es vorgemacht, jetzt zieht mit Aldi* die erste deutsche Supermarktkette nach.

Wie HEIDELBERG24* berichtet, testet Deutschlands größter Discounter in einer Filiale in London einen Markt ohne Kasse. Kunden sollen lange Warteschlangen hier zukünftig erspart bleiben – alles, was sie zum Einkaufen brauchen, ist eine App auf ihrem Smartphone. Beim Betreten des Marktes wird die App gescannt. Im Laden registriert die Technologie, wer welche Waren mitgenommen hat. Der Preis für den Einkauf wird anschließend beim Verlassen ganz automatisch registriert, der fällige Betrag ganz einfach direkt vom Konto abgebucht.

UnternehmenAldi
ZentraleEssen (Aldi Nord)/Mühlheim a. d. Ruhr (Aldi Süd)
Filialen11.235 (Stand: 2019)
Mitarbeiterzahlrund 235.000 (Stand: 2019)

Die nächste Aldi-Revolution: Keine Kasse mehr – Kunden sollen Neuheit testen

„Wir sind immer bestrebt, neu zu definieren, was es bedeutet, ein Discounter zu sein, und die in diesem Test verwendete Technologie wird uns eine Fülle von Erkenntnissen liefern“, sagte der Chef von Aldi in Großbritannien und Irland, Giles Hurley, einer Mitteilung vom Montag (20. September) zufolge. In welcher Londoner Filiale genau die Tests laufen, wollte Aldi zunächst nicht verraten. Zuerst sollen Mitarbeiter des deutschen Handelsriesen die Technologie prüfen, erst in einem weiteren Schritt dann auch Kunden.

Revolution an der Aldi-Kasse: Vorbild Amazon

Auch der britische Wettbewerber Tesco lässt bereits an seinem Hauptsitz kassenlose Geschäfte von Mitarbeitern testen und setzt dabei auf eine Technologie, wie sie der US-Konzern Amazon schon seit 2016 in seinen „Amazon Go“-Filialen in den Vereinigten Staaten einsetzt. Amazon hatte außerdem im März unter dem Namen „Amazon Fresh“ erstmals in Europa ein Geschäft ohne Kasse eröffnet – ebenfalls in London.

Aldi ist mit mehr als 920 Geschäften die fünftgrößte Supermarktkette in Großbritannien. Vergangenes Jahr hatte der Discounter erstmals angeboten, online gekaufte Waren vor Ort abzuholen („Click and Collect“), mittlerweile ist dies in mehr als 200 Läden landesweit möglich.

Dass Aldi für neue Ideen und Verbesserungen offen ist, zeigt auch eine Situation, die sich vor nicht allzu langer Zeit im Netz zugetragen hat: Ein Kunde machte einen genialen Vorschlag für Einkaufszettel* – der Discounter reagierte sofort mit Begeisterung. Bereits Anfang des Jahres hatte Aldi außerdem mit einer Neuerung für Aufsehen gesorgt, die das Chip-System für Einkaufswagen überflüssig machen sollte*.

Wie lange die Tests mit dem kassenfreien Einkauf nun dauern werden und ob und wann die Neuerung auch in deutschen Märkten an den Start geht, steht allerdings noch in den Sternen. Gut möglich, dass Kunden hierzulande vorerst noch ein Weilchen Schlange stehen müssen. (dpa/mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare