Tricks zielen aufs Unterbewusstsein

Aldi, Kaufland und Co.: Preis-Trick – so leicht tappen Kunden in die Falle

Aldi, Kaufland und Co. locken oftmals mit vermeintlich günstigen Preisen. Erstmal im Laden angekommen, wirst Du aber mit unterschwelligen Tricks zum weiteren Konsum verführt. Wie das funktioniert:

  • Kaufland*, Aldi* und Co.: Discounter und Supermärkte werben mit einer großer Auswahl und günstigen Preisen.
  • Doch Kunden werden in den Filialhallen zielgerichtet manipuliert.
  • Mit diesen Psycho-Tricks bringen sie Dich dazu, mehr Geld an der Kasse zu lassen als Dir lieb ist.

Günstige Preise bei großer Auswahl – mit den gängigen Werbeslogans locken die großen Supermarkt- und Discounter-Ketten die Kunden in ihre Filialen – soweit nichts Neues. Was aber viele nicht wissen: Die Verkaufstaktiken vor Ort nimmst Du bewusst gar nicht wahr! Oder hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum der Weg vom Eingang bis zur Kasse immer gegen den Uhrzeigersinn verläuft? Im Bezug auf das liebe Geld verfolgen Verkäufer und Käufer letztendlich unterschiedliche Interessen. Während Aldi, Kaufland und Co. ihren Umsatz maximieren wollen, versucht der Kunde nicht mehr als nötig auszugeben. Als Verbraucher bist Du aber eindeutig im Vorteil, wenn Du einige Verkaufstricks durchschaut hast. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 1: Warum ist der Einkaufswagen so groß?

Wer kennt es nicht? Im Kühlschrank fehlt ein bestimmtes Grundnahrungsmittel. Ab in den Kaufland oder Aldi und schnell das nötigste einkaufen. Leider gibt es gerade keine Handkörbe, also muss der riesige Einkaufswagen her.

Aber warum sind die Einkaufswagen so überdimensioniert? Selbst sechs bis sieben Produkte lassen den Einkaufswagen leer erscheinen. Um diesen Eindruck zu verstärken, bedienen sich die Supermärkte und Discounter eines weiteren manipulativen Tricks*.

Wirkt der Einkaufswagen leer verfallen einige Kunden dem „Aufwands-Reflex“. Das heißt: Du hast den „mühsamen Weg“ in den Supermarkt auf Dich genommen, jetzt soll sich das auch rentieren. Prompt kaufst Du mehr, als Du ursprünglich geplant hast.

Das wissen auch die Verantwortlichen bei den Supermarkt-Ketten und bieten ihren Kunden für den Warentransport lediglich eine „familienfreundliche“ Einheitsgröße an. Einkaufswägen, die auf einen Singlehaushalt ausgelegt sind, sucht man vergeblich.

Ein weiteres kleines Detail direkt am Kindersitz des Einkaufswagens* ist hingegen dafür da, den Einkauf für Kunden angenehmer zu gestalten.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 2: Warum stehen die Backwaren gleich am Anfang?

Allzu oft stehen die lecker duftenden Kohlenhydrat-Bomben bei Aldi, Kaufland und Co. gleich am Eingang des Supermarkts. Der angenehme Duft von frischen Backwaren steigert sofort den Appetit und soll Dein Einkaufsverhalten direkt beeinflussen.

Der Duft von frischen Backwaren regt den Appetit an und verleitet so zu mehr Konsum (Symbolbild).

Denn wenn Du hungrig bist, kaufst Du mehr als Du eigentlich brauchst und wirst so schneller maßlos – die Spontankauf-Falle schnappt zu!

Gleiches gilt für frisches Obst und Gemüse, das in geflochtenen Körben mit Speziallampen in Szene gesetzt wird. Auch hier regt der „Frische-Effekt“ den Appetit an, bevor der eigentliche Einkauf begonnen hat.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 3: Warum stehen schräg aufstellte Spiegel am Obst- und Gemüseregal?

Gleiches Produkt, andere Strategie: Obst und Gemüse lassen sich auch mit Spiegeln visuell eindrucksvoll präsentieren. Der Hintergedanke ist jedoch ein anderer. Hier geht es nicht um die Anregung des Appetits, sondern um schiere Masse, denn schräge Spiegel täuschen eine große und attraktive Auswahl vor.

Diese Verkaufstechnik wird vor allem bei Märkten mit geringer Größe angewandt, da diese mit einem Dilemma zurecht kommen müssen: Während zu viel ausgestellte Frisch-Ware schnell verderben kann, verleitet eine kleine Auswahl die Kunden nicht unbedingt zum Kauf an.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 4: Der Klassiker – Warum stehen an der Kasse Süßigkeiten?

Ist alles in den Einkaufswagen gepackt, steht der unvermeidliche Weg zur Kasse an – dort ist bekanntlich Warten angesagt. Während ein ungeduldiger Pöbler von hinten ruft: „Macht doch noch eine Kasse auf“, fällt Dein Blick auf die einzeln verpackten süßen Verführungen vor der Supermarktkasse.

In Begleitung von Kinder ist der Ärger vorprogrammiert. Zudem sind die Kleinstmengen an der Kasse umgerechnet wesentlich teurer.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 5: Warum läuft im Supermarkt Musik?

Im Supermarkt läuft kein wilder Musik-Genre-Mix – oder hast Du beispielsweise bei Aldi oder Kaufland schon einmal Heavy Metal aus den Lautsprechern dröhnen hören? Musik wird im Supermarkt nämlich zielgerichtet eingesetzt, um Dich zu manipulieren. Du sollst in eine angenehme Stimmung versetzt werden, um im langsamen Tempo entspannt einzukaufen.

Das gilt auch für die Temperatur; die wird im Idealbereich konstant bei 19 Grad Celsius gehalten, damit Du möglichst lange im Laden verweilst. Ist es wärmer, werden die Kunden schnell träge und zögern beim Einkauf. Ist es hingegen kälter, wird es schnell unangenehm und der Kunde neigt dazu die Räumlichkeiten zügig wieder zu verlassen.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 6: Warum werden bestimmte Produkte immer in Bodennähe ausgestellt?

Haferflocken sind sehr gesund und ausgesprochen günstig. Ihre Nährstoffbilanz ist unschlagbar: Sie enthalten extra viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und wertvolle Vitamine. Das halbe Kilo gibt es bereits unter 50 Cent.

Bückzone: Im Handelsmarketing werden günstigere Produkte in den unteren Abteilungen der Regale platziert (Symbolbild).

Und was muss Du im Supermarkt tun, um an Haferflocken ranzukommen? Ja genau – Dich bücken. Denn in jenen Bereichen des Regals, die für Deine Arme bequem erreichbar sind, stehen überwiegend teure Markenprodukte.

Dagegen stehen in der sogenannten „Bückzone“ lediglich Waren die besonders günstig sind und keine hohen Gewinne abwerfen.

Aldi, Kaufland und Co. – Verkaufstrick Nr. 7: Warum verlaufen die Gänge im Supermarkt gegen den Uhrzeigersinn?

Der letzte Psycho-Trick auf der Liste ist zugleich der unscheinbarste: Die Gänge in den Filialen von Aldi, Kaufland und Co. gehen fast ausschließlich links herum. Der Grund ist einfach: Die meisten Menschen sind Rechtshänder und können, wenn sie nach links gelenkt werden, öfter nach Produkten greifen. (esk) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

 

Rubriklistenbild: © Jens Wolf/dpa

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