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Aldi: Kinderuhr mit Ortungsfunktion – Scharfe Kritik wegen Überwachung

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Von: Daniel Hagen

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Aldi bekommt gerade Kritik von Psychologen und Kinderärzten. Der Grund dafür ist eine Kidswatch, über die Eltern ihren Nachwuchs überall orten und sogar ihre Kontakte bestimmen können!

Discounter-Riese Aldi* sorgt mit einem neuen Produkt für jede Menge harte Kritik. Auslöser ist die Xplora Kidswatch XGO2 mit dazugehörender Sim-Karte. Die Uhr für Kinder sieht zwar stylisch aus und verfügt über jede Menge cooler Funktion wie Kamera, Taschenlampe und SOS-Knopf, eine Funktion geht vielen aber deutlich zu weit. Doch gerade sogenannte Helikopter-Eltern werden es lieben – denn sie können ihren Nachwuchs nun rund um die Uhr überwachen. Was es damit auf sich hat, erklärt HEIDELBERG24*.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht
Standorte11.235
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)

Aldi: Kritik an Kidswatch – Geht Ortungsfunktion zu weit?

„Mit der Kidswatch Tarifoption wird die Uhr zu einer echten Smartwatch für Kinder und ermöglicht es dir, mit deinem Kind in Kontakt zu bleiben“, heißt es in der Produktbeschreibung von Aldi. Dabei ist „in Kontakt bleiben“ sogar noch untertrieben. Denn die Ortungsfunktion der Uhr erlaubt es Eltern, ihr Kind zu jeder Zeit auf einer Karte sehen zu können. Es können sogar Sicherheitszonen eingerichtet werden, bei denen man ein Signal bekommt, wenn sie verlassen werden. Zwar ist es schön, sich keine Sorgen um seinen Nachwuchs machen zu müssen, manche werden diese Funktion aber auf jeden Fall nutzen, um ihren Kindern rund um die Uhr nachstellen zu können!

„Wenn die Ortung mit einem Hilfsmittel wie einer App, einem Tracker oder einer Tracker-Uhr eine erzieherische Aufgabe übernimmt, dann läuft etwas schief“, erklärt Susanne Günther, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein, den Lübecker Nachrichten. Zudem würde den Kindern auf diese Weise vermittelt, dass sie sich ständig in Gefahr befänden. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Schleswig-Holstein übt Kritik an der Funktion der Smartwatch. So würde das Aldi-Produkt nicht, wie in der Werbung angepriesen, Kinder an digitale Kommunikationstechniken heranführen.

Eltern können über Kidswatch von Aldi Kontakte erlauben oder verbieten

Die Kidswatch von Aldi hat aber noch einen weiteren großen Kritikpunkt. So muss die Xplora Eltern-App auf einem Smartphone installiert werden, um die Uhr des Kindes einzustellen. Mit der App können die Funktionen verwaltet werden. Außerdem haben Eltern die Macht festzulegen, mit wem ihr Nachwuchs telefonieren oder chatten kann! Gilt ein Schulkamerad zum Beispiel als schlechter Umgang, kann ganz einfach jegliche Kommunikation mit diesem verboten werden.

Aldi steht übrigens nicht nur wegen der Kidswatch in der Kritik. So sorgt ein Weihnachtswerbespot für einen Shitstorm, weil er nicht divers genug sein soll*. Außerdem machen sich viele Kunden Sorgen, dass sie aufgrund der 2G-Regel bald nicht mehr einkaufen gehen dürfen. Dabei fallen sie auch auf Fake-News herein*. (dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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